Stadtmeisterschaft: In der Indestadt gibt es keine Großen mehr

Von: ran
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Nicht zu stoppen: Torschützenkönig Thorsten Malik (gelbes Trikot) zieht am Rhenanen Ugur Uzungelis vorbei. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Seit einem Vierteljahrhundert wird in der Indestadt nun der Hallenfußball-Stadtmeister ermittelt. Am Sonntag trug sich erstmals Fortuna Weisweiler in die Siegerliste ein. Organisatorisch lieferten die Verantwortlichen des Ausrichters SV Falke Bergrath eine 1A-Leistung ab. Und auch das Zuschauerinteresse war einmal mehr enorm.

Nicht zuletzt deshalb kochten in der Endphase des Turniers die Emotionen hoch. Dies ist grundsätzlich natürlich zu begrüßen, schließlich gehören Emotionen unbedingt zum Fußball. Doch auch hier sollte das richtige Maß nicht aus den Augen verloren gehen.

Hämisches Klatschen von Vorstandsmitgliedern in Richtung Schiedsrichter nach einer gewonnenen (!) Partie wiegelt die Zuschauer, die nicht selten ohnehin eine kritische Haltung gegenüber den Unparteiischen pflegen, unnötig auf. Und Beleidigungen, die auch am Sonntag nicht immer ausblieben, sind sowieso inakzeptabel! Darüber hinaus warfen die Jubiläumstitelkämpfe einige weitere Fragen auf:

 

Gibt es keine Kleinen mehr?

Ketzerisch könnte die Frage auch lauten: „Gibt es keine Großen mehr?“ Schließlich war die 25. Ausgabe der Hallenstadtmeisterschaft die erste, bei der ausschließlich Kreisligisten an den Start gingen. Die Zeiten, in denen Verbands- und Landesligisten wie die ESG, Germania Dürwiß, Rhenania Eschweiler oder SV Nothberg für die übrigen Teilnehmer eine Herausforderung darstellten, sind (vorerst) vorbei.

Hat die Stadtmeisterschaft deshalb an Attraktivität verloren?

Nicht unbedingt! Dass fußballerische Qualitätsunterschiede zwischen früheren Verbands- und heutigen Kreisligaspielern bestehen, dürfte niemanden überraschen. So erklärte ein ehemaliger Landesliga-Torhüter vor einiger Zeit, dass er heutzutage wohl einige Tore mehr kassieren würde, da zu seiner Zeit niemand auf die Idee gekommen wäre, von der Mittellinie „draufzuhalten“ und er deshalb bei Ballbesitz des Gegners an der Mittellinie eher entspannt am Pfosten gelehnt habe. Andererseits ist das Feld heute ausgeglichen. Nahezu Jeder kann Jeden bezwingen. Mit Rhenania Eschweiler zog erstmals ein C-Ligist in das Endspiel ein. Dort setzte sich mit Fortuna Weisweiler dann allerdings mit dem Tabellendritten der Kreisliga A die Nummer eins der Setzliste durch. Ein Gradmesser in Sachen Attraktivität ist sicherlich auch das Zuschauerinteresse. Und dieses ist weiterhin hoch!

Müssen Regeländerungen her?

Ja! Alleine schon, um den Schiedsrichtern die Arbeit zu erleichtern. Vor Jahren war das Grätschen grundsätzlich verboten, inzwischen ist es wieder bis zu einem gewissen Grad erlaubt. Diesen Grad zu bestimmen, liegt im Ermessen der Schiedsrichter. So heißt es häufig: „Kann gepfiffen werden, muss aber nicht!“ Eine Mannschaft fühlt sich in solchen Situationen aber immer benachteiligt. Ebenso schwer sind Situationen zu beurteilen, bei denen die Torhüter ihren Torraum verlassen, um sich einem gegnerischen Stürmer entgegenzuwerfen. Häufig „kracht“ es dann. Generell sollten beim Hallenfußball klare Regeln gelten!

Wie war es um das Fair Play bestellt?

Wirklich negative Ausreißer in Sachen Foulspiel gab es wenige. Allerdings fällt es so manchem Spieler schwer, eine Schiedsrichterentscheidung unkommentiert hinzunehmen. Und auch beim Anstoß, der heutzutage als Doppelpass zwischen gegnerischen Spielern ausgeführt wird, „verrutschte“ im ersten Halbfinale einem Spieler des späteren Finalisten ein Rückpass. Zwei Rote Karten verteilten die Schiedsrichter: St.-Jöris-Keeper Uli Herzog wurde nach einer Grätsche des Feldes verwiesen. Eine harte Entscheidung. Der Rhenane Elias Dittrich griff laut Spielberichtsbogen dem Schiedsrichter in Richtung Hals.

Es wird viel über die Schiedsrichter geschimpft. Zu Recht?

Die Unparteiischen David Theißen, Jörg Vanwersch, Jan Sauerbier, Michael Herpers, Kai Fuge, Jürgen Funken, René Stoll und Helmut Brief hatten am Wochenende den wohl schwierigsten Job zu verrichten. Zweikämpfe in der Halle zu bewerten ist generell eine knifflige Angelegenheit. Dabei dann auch noch ein emotional mitgehendes und naturgemäß subjektiv empfindendes Publikum im Rücken zu haben, macht den Job nicht einfacher. Klar ist: Nicht jeder Pfiff war korrekt. Doch auch bei den Spielern kam nicht jeder Pass an und auch so mancher Torschuss ging daneben.

Hat etwas gefehlt?

Definitiv! Nach der Premiere der Frauenfußball-Hallenstadtmeisterschaft im vergangenen Jahr kam diesmal die Partie zwischen Germania Dürwiß und Falke Bergrath aus terminlichen Gründen nicht zustande. So boten die Falke-Damen in der Pause während der Vorrunde am Samstag in einem internen Spiel „Rot gegen Weiß“ den Zuschauern Kostproben ihres Könnens. In zwölf Monaten sollte aber die zweite Auflage der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft der Frauen folgen.

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