Stadtfest: Tag des Karnevals im Frühlingswetter

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
11212916.jpg
Menschenmassen in der Fußgängerzone: Tausende nutzten den Tag des Karnevals zum Einkaufsbummel in der Eschweiler Innenstadt. Foto: Patrick Nowicki
11212926.jpg
Auf dem Marktplatz herrschte Stimmung wie auf dem Kölner Alter Markt, als der designierte Prinz René Schönenborn und Daniel Asara in Kamelle aufgewogen wurden.
11212964.jpg
Blickfang in der Fußgängerzone war das Motorrad R35 aus dem Jahr 1937.
11212937.jpg
In der Grabenstraße verkaufte der Lions-Club Eschweiler Ascvilare nicht nur Adventskalender, sondern begeisterte die Kleinen auch mit Ballon-Tieren.
11213008.jpg
Schmucke Uniformen: Der Regimentsspielmannszug der KG Narrengarde Dürwiß unter der Leitung von Christof Gühsgen präsentierte auch alte Kölner Lieder.
11213055.jpg
Karnevalistische Klänge aus Hastenrath: Die Brass-Els-Kapelle brachte am Nachmittag die zahlreichen Menschen auf der Marienstraße zum Schunkeln.

Eschweiler. 20 Grad, Sonnenschein – man wähnte sich am Sonntag auf dem Frühjahrsstadtfest, hätte man nicht an jeder Ecke Karnevalsmusik vernommen. Der Tag des Karnevals lockte Menschenmassen in die Innenstadt. Auch als am späten Nachmittag der designierte Prinz René Schönenborn und sein zukünftiger Zeremonienmeister in Kamelle aufgewogen wurden, schauten noch Hunderte auf dem proppenvollen Marktplatz zu.

Das Fazit konnte demnach nur positiv ausfallen: „Alles hat gepasst, ich habe keine einzige negative Stimme gehört“, resümierte der Vorsitzende des Citymanagement-Vereins, Klaus-Dieter Bartholomy.

Engagierte Vereine

In der Tat nutzten die Indestädter die frühlingshaften Temperaturen, um sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Allen voran der Lions-Club Eschweiler-Ascvilare, der in der Grabenstraße Adventskalender für den guten Zweck verkaufte und die Kleinen mit Luftballon-Tieren begeisterte.

Trotz des großen Andrangs wurden nicht alle der 2500 Exemplare verkauft, so dass man noch Gelegenheit hat, nach dem Stadtfest einen Kalender zu erwerben und auf einen der 564 Preise zu hoffen. Auch in der Neustraße präsentierte sich eine Gruppierung, die sich für andere Menschen einsetzt: Die Biker für soziales Engagement zeigten nicht nur einige ihrer Maschinen, sondern lieferten auch Einblicke in ihre ehrenamtliche Arbeit für Menschen in Not.

Ein Zweirad, das auf der Marienstraße abgestellt war, zog die Blicke der Interessierten magisch an: eine BMW R35. Das am 6. Januar 1937 gefertigte Motorrad war binnen 1,5 Jahren komplett restauriert worden. Das im Zweiten Weltkrieg für Kurierfahrten eingesetzte Gefährt leistet mit seinen 350 Kubikzentimeter Hubraum immerhin 14 Pferdestärken. Die Geschichte des Fahrzeugs konnte man gleich mit erfahren.

Jecke Tön‘ waren am Sonntag an vielen Stellen angesagt: Auf der Bühne Marienstraße gaben sich der Regimentsspielmannszug der KG Narrengarde Dürwiß, die Jugendtrompeter Weisweiler, das Jugendfanfarenkorps der KG Eefelkank Hastenrath und die Brass-Els-Kapelle die Mikrofone in die Hand. Auf der Marktbühne spielten De Kröetsch, De Halunke und De Fröngde. Anschließend stand der humoristische Höhepunkt des Tages auf dem Programm: das Aufwiegen der zukünftigen Narrenherrscher.

Dafür liefen Michael Henkel und Guido Streusser alias „Labbes on Drickes“ zur Höchstform auf. Das Zwiegespräch der Rote-Funken-Artillerie garnierte die Zeremonie mit zahlreichen flotten Sprüchen. Auch ein Seitenhieb auf die Nachbarstadt durfte da nicht fehlen: „Was ist der Unterschied zwischen Stolberg und einer Autobatterie? Eine Autobatterie hat auch eine positive Seite!“ Michael Henkel erntete dafür eine tosende Lachsalve.

Beim Aufwiegen kamen die designierten Narrenherrscher dann gewaltig ins Schwitzen. Nicht nur, weil man sie kurzerhand mit Blei behangen hat, sondern auch, weil die insgesamt 250 Kilogramm Kamelle auf die Waage geschleppt werden mussten. Und zwischendurch mussten sich René Schönenborn und Daniel Asara immer wieder mit Schnaps stärken. Was die Zuschauer nur ahnen konnten: In den meisten Bechern befand sich Mineralwasser.

Am Ende war auch die Unterstützung einige Mitglieder der KG Onjekauchde Röhe und der Komitee-Vizepräsidenten Manfred Wienands und Walter Münchow erforderlich, bis auch das letzte Bonbon auf der Waage platziert war. Übrigens: Das Wurfmaterial wurde vom Ex-Prinzen Dirk Sazma gesponsert, der kurzerhand einsprang.

Zufriedene Händler

Bei den zahlreichen Fahrgeschäften in der Innenstadt kamen auch die kleinsten Stadtfestbesucher auf ihre Kosten. Zudem lockten Zuckerwatte, Paradiesäpfel und andere Leckereien. Zufrieden waren am Ende auch die Einzelhändler und Gastronomen, die noch bis zum frühen Abend zahlreiche Kunden bedienten. Da störte es auch nicht, dass auch in Aachen am Wochenende das Stadtfest anstand.

Noch einmal werden die Einzelhändler in der Innenstadt in diesem Jahr ihre Geschäfte an einem Sonntag öffnen: am 4. Advent. Dann können die letzten Weihnachtseinkäufe erledigt werden. Dass dann auch wieder die Temperaturen dermaßen klettern, ist höchst unwahrscheinlich. Von den vier verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr ist der Tag des Karnevals ohnehin die Nummer eins. Das Stadtfest unterstrich dies eindrucksvoll.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert