Stadterklärer: VHS sucht Nachwuchs für ehrenamtliche Stadtrundgänge

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Eschweiler. Jubiläen, Jahrestage, Ausstellungen oder politische Ereignisse sind Anlässe für Exkursionen und Stadtführungen. Volkshochschulen bieten solche Veranstaltungen an. Deren Leitung ist meistens fachlich hoch qualifiziert, hat das pädagogische Handwerk jedoch nicht erlernt.

„Dass es keine passende Fortbildungsmöglichkeit gab, mussten meine ersten Gäste ausbaden“, erinnert sich Dr. Holger Dux, der als Historiker seit Jahrzehnten Stadtführungen für die VHS Aachen durchführt.

Bei vielen Volkshochschulen gehen derzeit langjährige Mitarbeiter dem Ruhestand entgegen: Es wird Nachwuchs gesucht, der nebenberuflich Stadtrundgänge und Tagesfahrten durchführen kann. Allein: Bis vor kurzem gab es keine überregional konzipierte Fortbildung, die auf diese Tätigkeit vorbereitet.

Das Ausbildungskonzept

Auf Initiative und unter Mitwirkung von Andreas Balsliemke wurde dieser Mangel in den Jahren 2013/14 behoben. Der Politikwissenschaftler war seinerzeit bei der VHS Kreis Euskirchen für die Ausbildung der rund 140 Gästeführer für die Landesgartenschau in Zülpich zuständig. Mittlerweile ist er stellvertretender VHS-Leiter in Eschweiler.

Unter Federführung des Landesverbandes der Volkshochschulen in NRW erarbeitete Balsliemke zusammen mit dem Historiker Dr. Dux, der Buchautorin Irena Bischoff, dem Essener VHS-Erwachsenenpädagogen Achim Schräder und Iris Witt vom Landesverband ein Ausbildungskonzept, die „Qualifikation für Stadterklärer“. Sie ist im Fachbereich der politischen Bildung angesiedelt. Das Kunstwort wurde als Wortmarke geschützt.

Das Konzept grenzt Stadterklärungen von herkömmlichen Stadtführungen ab, mit denen Gäste vor allem bespaßt werden sollen. „Die (eigene) Stadt neu zu erleben, hinter Dinge zu blicken, Hintergründe zu verstehen, Einblicke hinter die Fassaden der Stadt zu gewinnen – das ist Anspruch von Stadterklärungen“, erläutert Balsliemke.

Nachdem ein Teil des Konzepts bereits für die Ausbildung der Gästeführer der Laga 2014 erprobt wurde, wird die Fortbildung nun bundesweit etabliert und in diesem Herbst erstmalig an zwei Standorten in NRW angeboten. Für den westlichen Standort haben sich die Volkshochschulen Aachen, Eschweiler und Kreis Euskirchen zusammengeschlossen.

Bei der Qualifikation für Stadterklärer werden Kenntnisse erarbeitet, um das eigene Interessengebiet im gesellschaftlichen Zusammenhang vor einer Gruppe darzustellen. Die Ausbildung begleitet die erste Ausarbeitung einer eigenen Stadterklärung, egal ob es sich um eine klassische Stadtführung, eine wissenschaftliche Exkursion, ein modernes Geo-Caching-Konzept, eine Radtour oder eine Tagesfahrt mit dem Bus handelt. Die Qualifikation umfasst fünf Seminartage in einem Zeitraum von knapp einem halben Jahr und beginnt am Samstag, 10. Oktober, um 10 Uhr in der VHS in Eschweiler, Kaiserstraße 4a.

Wird beim ersten Seminartag – der Stadtführer-Knigge – noch ein allgemeines Handwerkszeug z.B. zur gute Standortwahl, zum Verstehen von Landkarten/Stadtplänen, zum Umgang mit schwierigen Situationen und Teilnehmenden und zum rechtlichen Rahmen erarbeitet, so geht es ab dem zweiten Termin ans Eingemachte. Er gibt Hilfestellung bei der Festlegung und Erarbeitung des eigenen Themas und stellt dieses in einen gesellschaftlichen Zusammenhang. Am dritten Seminartag wird die fundierten Recherche erarbeitet.

Auftreten und Körpersprache

Auch geht es um eine gelungenen Bewerbung des Angebots und moderne Methoden, wie Zuhörer aktiviert und zu Teilnehmenden gemacht werden können. Das eigene Konzept kann sodann im vierten und fünften Modul, wo es um die Einübung von Stimme, Auftreten und Körpersprache geht, praktisch erprobt werden. Das Zertifikat wird auf Basis der schriftlichen Ausarbeitung und einem mündlichen Vorsprechen erteilt. Für weitere Infos kann bei der VHS ein Flyer angefordert werden. Infos, Beratung und Anmeldung: Telefon 70270.

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