Eschweiler - Stadtbücherei und Willi-Fährmann-Schule mit neuer Kooperation

Stadtbücherei und Willi-Fährmann-Schule mit neuer Kooperation

Von: Tyrone Schwark
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Freuen sich über die neue Kooperation: Schulleiterin Sabine Seifert von der Willi-Fährmann-Schule und Michaele Schmülling-Kosel, Leiterin der Stadtbücherei. Foto: Tyrone Schwark

Eschweiler. Eigentlich ist es zur Mittagszeit besonders still in der Stadtbücherei in Eschweiler – noch stiller, als es sowieso in einer Bücherei sein sollte. Kein Wunder, ist sie doch eigentlich von halb eins an zwei Stunden für die Öffentlichkeit geschlossen. Doch seit Februar ist diese Stille vorbei: Kinder wuseln durch die Gänge, Leseecken werden in Beschlag genommen.

Ob das Michaele Schmülling-Kosel, Leiterin der Stadtbücherei in Eschweiler, wohl stört? „Überhaupt nicht“, sagt sie. Eigentlich sei sie sogar die „Schuldige“. „Ich habe gehört, dass die Willi-Fährmann-Schule den gebundenen Ganztag ausbauen wird. Da habe ich mir gedacht, dass eine Kooperation mit uns doch sinnvoll wäre.“ Sofort hat Schmülling-Kosel Kontakt zu Schulleiterin Sabine Seifert aufgenommen. Das Ergebnis: Seit Februar besuchen nun jeden Monat insgesamt fünf Lerngruppen die Stadtbibliothek – bis zu den Sommerferien und immer zwischen 14 und 15 Uhr.

„Im nächsten Schuljahr soll die Zusammenarbeit aber auf keinen Fall enden“, sagt Seifert. „Im Gegenteil: Wir wollen auch unsere unteren Jahrgänge in das Projekt integrieren.“ Zu gut sei der Mehrwert, der für ihre Schüler entstehe.

Doch nicht nur die Schule profitiert von der Zusammenarbeit. Vielmehr sei es eine Win-win-Situation, sagt Schmüling-Kosel. „Wir wollen natürlich viele Menschen erreichen. Eine Bücherei besteht längst nicht mehr nur aus Büchern“, sagt sie, „das Image haben wir aber hoffentlich schon abgelegt.“ Und wenn nicht, möchten sie und ihre Kollegen die Kinder spätestens jetzt davon überzeugen.

Ganz wichtig sei es mittlerweile, dass neben dem Angebot auch die Aufenthaltsqualität stimme. „Das ist ein Trend, dem auch wir gefolgt sind“, sagt Schmüling-Kosel. „Deswegen kann ich versprechen, dass wir viel Spaß hier haben, aber natürlich auch unserem Bildungsauftrag gerecht werden.“ Möglichkeiten dazu seien vom klassischen Sachbuch über Bilderbuchkinos auf einem Beamer bis hin zu iPad-Angeboten genügend vorhanden, sagt sie.

Auch wenn eine Stunde im Monat vielleicht nach wenig Zeit klingen mag, die zentrale Lage macht es möglich. Gerade einmal 400 Meter liegen die beiden Gebäude auseinander – das sind nur zehn Minuten zu Fuß. „Und der Vorteil, auch Angebote außerhalb unserer Räumlichkeiten anzubieten, ist groß“, sagt Seifert. „Ein Tapetenwechsel und die Integration in ein neues soziales Umfeld bringt den Kindern viel.“ Außerdem wolle man den Kindern positive Erfahrungen mit Literatur vermitteln, da sind sich die beiden Frauen einig.

Das Angebot ist zwar kostenfrei, trotzdem gab es eine Voraussetzung: Die Kinder mussten sich einen Leseausweis für die Bücherei besorgen, der für alle bis 18 Jahren kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Und das hatte einen besonderen Grund, sagt Schmülling-Kosel: „Die Schüler lernen mit diesem Ausweis nicht nur Zuverlässigkeit, sondern auch Selbstständigkeit. Schließlich müssen sie sich genauso an Leihfristen halten, wie alle anderen auch. Sonst fallen natürlich Mahngebühren an.“

Die Kooperation zwischen Stadtbücherei und der Willi-Fährmann-Schule soll auch als Beispiel für andere Schulen dienen. „Ich wünsche mir, dass möglichst viele Schulen die Nutzung unseres Angebots wahrnehmen“, sagt Schmülling-Kosel. Denn ein frühen Kontakt mit den Möglichkeiten der Stadtbücherei sei wichtig. „Ob Sechstklässler, Oberstufler oder Student. Bei uns können alle an ihren Projekten arbeiten. Bis jetzt ist noch niemand hier rausgegangen, dem wir nicht helfen konnten.“ Dass dafür ab und zu ihre Mittagspause etwas kürzer und lauter ist, macht ihr gar nichts aus.

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