Stadt will Schulden nicht mit Inkassofirmen eintreiben

Von: pan
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Eschweiler. Die Stadt Eschweiler wird weiterhin auf eigenes Personal zurückgreifen, um Schulden einzutreiben. Zwar erhielt die Verwaltung nach eigener Aussage im ersten Halbjahr Angebote von zwei Inkassounternehmen, allerdings wurden sie abgelehnt. Auch der Rat der Stadt schloss sich dieser Haltung an.

Der Stadtkämmerer Stefan Kaever hat vor allem datenschutzrechtliche Bedenken. „Außerdem steht der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag“, meinte er und verwies auf eine Untersuchung in Hessen. Dort wurden 13 Kommunen befragt, die ihre Schulden von Inkassounternehmen eintreiben ließen. Das Ergebnis: Lediglich 0,62 Prozent der geforderten Summe wurden gezahlt. Von den 479 Aufträgen wurden nur 17 erledigt.

Die Stadt beschäftigt derzeit neun Mitarbeiter mit der Vollstreckung von außenstehenden Forderungen. Drei dieser städtischen Bediensteten arbeiten im Außendienst. Die Stadtverwaltung beziffert die Personalkosten mit 393.950 Euro.

Erfolgsquote sinkt

In den vergangenen zwei Jahren sank in Eschweiler die Summe der Forderungen von etwa vier Millionen Euro im Januar 2013 auf zwei Millionen zum 1. September dieses Jahres. Die Erfolgsquote sinkt jedoch: Im Jahr 2011 wurden letztlich 83,88 Prozent der geforderten Summe gezahlt. Insgesamt betrug die Summe 2,12 Millionen Euro. In den ersten acht Monaten dieses Jahres wurden erst 1,15 der geforderten 2,22 Millionen Euro eingetrieben. Dies entspricht einer Quote von knapp 52 Prozent.

Die Zahl der Fälle sank kontinuierlich: von 13.291 im Jahr 2011, 13.900 im Jahr 2012, über 9603 in 2013 und 7124 im verhangenen Jahr schließlich auf 5047 bis zum 1. September dieses Jahres. Darüber hinaus treibt die Stadt Eschweiler auch Forderungen für andere Städte ein und stellt selbst Forderungen an Bewohner in anderen Städten. Dies gilt zum Beispiel, wenn der Bürger einer anderen Kommune ein in Eschweiler erhaltenes „Parkknöllchen“ nicht zahlen will. Dann wird die Kommune, in der der Schuldner wohnt, für die Stadt Eschweiler tätig.

Die Stadtverwaltung informiert den Rat regelmäßig über offenstehende Forderungen.

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