Stadt will Millionen in neue Kitas stecken

Von: Patrick Nowicki
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Bauen macht Spaß: Mit Bauklötzen haben die Kleinen eine Freude daran. Auch die Stadt baut, um U3-Kita-Plätze zu schaffen. Foto: Stock/Westend61

Eschweiler. Die Stadtverwaltung treibt den Ausbau von U3-Plätzen in Kindertagesstätten weiter voran. In Dürwiß und auf dem Ringofengelände werden aus diesem Grund neue Einrichtungen gebaut. Zudem schlägt die Verwaltung den Kommunalpolitikern vor, auch das Angebot in St. Jöris und an der Jahnstraße zu erweitern.

„Der Bedarf an U3-Betreuungsplätzen ist vorhanden“, betont der zuständige Dezernent Stefan Kaever. Derzeit stehen in Eschweiler 1722 Betreuungsplätze in Einrichtungen zur Verfügung, 326 davon sind für Kinder im Alter von unter drei Jahren vorgesehen. Hinzu kommen zwischen 160 und 200 Tagesplätze. Jugendamtsleiter Jürgen Termath geht von einer Deckungsquote für U3-Kinder von 50 Prozent aus. „In Eschweiler muss niemand auf eine Warteliste oder eine lange Fahrt in Kauf nehmen“, sagt er auf Anfrage unserer Zeitung.

Dennoch wird die Zahl der Betreuungsplätze und vor allem der U3-Plätze weiter steigen. Konkret sind die Planungen für den Ringofen. Der Bauantrag ist gestellt. Im Rathaus geht man davon aus, dass noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen werden kann. 2,8 Millionen Euro kostet der Neubau unmittelbar neben dem Seniorenzentrum. Diese Summe muss die Strukturfördergesellschaft stemmen, eine 100-prozentige Tochter der Stadt. Das fertige Gebäude wird anschließend gemietet. Die laufenden Kosten werden zu großen Teilen von Elternbeiträgen und dem Träger beglichen.

Die Einrichtung dort wird eine besondere: Im Zuge der Inklusion sind nämlich drei heilpädagogische Gruppen geplant. Zwei weitere Gruppen sind zudem vorgesehen. Im Gegenzug gibt der Träger, die Caritas Lebenswelten GmbH die Standorte an der Karlstraße und in Kinz­weiler auf.

Eine Entscheidung ist auch in Dürwiß gefallen: Nach langen Überlegungen wird man sich wohl zu einem Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule Dürwiß entschließen. Da die vorhandenen Gebäude den Anforderungen einer Kindertagesstätte nicht gerecht werden, wird ein Trakt abgerissen, um einer viergruppigen Einrichtung Platz zu machen. Zwischenzeitlich kamen Überlegungen auf, am derzeitigen Standort Schillerstraße zu erweitern. Diesen Gedanken habe man laut Kaever wieder verworfen: „Der Platz an der Schillerstraße für eine viergruppige Einrichtung hätte nicht gereicht.“

Zudem sei der Verbund von Grundschule, Kita und Offener Ganztagsschule an einem Standort attraktiv. Die weiteren ehemaligen Gebäude der Hauptschule würden dann von der Grundschule Dürwiß genutzt. Läuft alles glatt, dann ist im nächsten Jahr Eröffnung. Der 1. August sei zwar ambitioniert, aber eine Fertigstellung im Laufe des Kindergartenjahres 2016/17 sei realistisch.

Bei der Einrichtung neuer U3-Plätze kann die Stadt auf weitere Fördermittel des Landes hoffen. Die Kommunalpolitiker sollen in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses am kommenden Dienstag entsprechende Anträge an den Landschaftsverband Rheinland auf den Weg bringen. Alleine für die zusätzlichen 28 U3-Plätze in Dürwiß erhofft sich die Stadt einen Zuschuss in Höhe von 504.000 Euro. Die Summe setzt sich aus der Förderung in Höhe von 20.000 Euro pro U3-Platz zusammen, von der dann zehn Prozent Eigenanteil abgezogen werden müssen. Die genauen Kosten des Neubaus in Dürwiß stehen noch nicht fest.

In der Antragsliste sind auch Projekte für die kommenden Jahre zu erkennen. So denkt man in der Stadtverwaltung darüber nach, auch in St. Jöris einen neuen Kindergarten mit zwei Gruppen zu bauen. Zum einen sei das Gebäude des derzeitigen eingruppigen Kindergartens dringend sanierungsbedürftig, zum anderen dürfte der Bedarf an Betreuungsplätzen dort wachsen – dank der geplanten Baugebiete an der Ackerstraße in Kinzweiler sowie in St. Jöris. „Dass der Antrag nun gestellt wird, bedeutet allerdings nicht, dass wir dort auch bauen“, sagt Stefan Kaever. Man wolle sich lediglich die Option offenhalten und sich einen Zugriff auf den Fördertopf sichern.

Gruppen werden umgewandelt

Viele Kitas gehen zudem dazu über, reine Ü3-Gruppen in altersgemischte Gruppen umzuwandeln. Dies hat zur Folge, dass Ü3-Plätze wegfallen. „Dann müssen wir reagieren“, sagt Kaever. Einen solchen Wechsel plant der Christliche Kindergartenverein für das Kindergartenjahr 2016/17, der die Kinderburg an der Martin-Luther-Straße betreibt. Zwar entstünden dort dann zehn Betreuungsplätze für Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren, im Gegenzug fallen jedoch 25 Ü3-Plätze weg. Diese Entwicklung will man an der städtischen Kita an der Jahnstraße abfedern und eine weitere Gruppe dann starten. Ohnehin ist die Einrichtung ein Beispiel des steigenden Bedarfs: Zwei Gruppen sind aktuell in Fertigbauten an der August-Thyssen-Straße untergebracht. Die Module sind zunächst angemietet. Jetzt steht sogar ein Kauf zur Diskussion. Allerdings bleibt für eine Entscheidung noch Zeit: Der Mietvertrag endet nach dem Kindergartenjahr 2016/17.

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