Stadt und Polizei: Hand in Hand für Gefühl der Sicherheit

Von: Patrick Nowicki
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Sie kümmern sich gemeinsam darum, dass sich jeder in Eschweiler sicher fühlt: (von links) Wachdienstleiter Kurt Bremer, Bezirks- und Schwerpunktdienstleiter Wolfgang Robioneck, Schulamtsleiterin Petra Seeger, Bürgermeister Rudi Bertram, Polizeidirektor Uwe Pasternak, Jugendamtsabteilungsleiter Olaf Tümmeler, Feuerwehr-Wachleiter Axel Johnen, Jugendamtsleiterin Gabi Brettnacher, Ordnungsamtsleiter Edmund Müller und Rechtsamtsleiter Dieter Kamp. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Wenn es um die Sicherheit in der Stadt geht, um die Bekämpfung von Verbrechen oder – noch besser – darum, Taten zu verhindern, arbeiten die Behörden eng zusammen. Gemeint sind Polizei, Stadtverwaltung mit Ordnungs-, Jugend- und Schulamt sowie die Feuerwehr. „Wir haben hohe Standards in allen Bereichen erreicht“, lobt der Erste Polizeihauptkommissar Wolfgang Robioneck, Leiter des Bezirks- und Schwerpunktdienstes. Das lässt sich auch an Zahlen festmachen: Ein Raub oder eine Körperverletzung kam im vergangenen deutlich seltener vor.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es keine Felder mehr zu beackern gibt: „Die Zahl der Wohnungs- und Hauseinbrüche ist nach wie vor sehr hoch“, sagt Polizeidirektor Uwe Pasternak. Eschweilers gute Anbindung an den Autobahnen macht die Stadt vor allem für reisende Einbrecherbanden interessant. Dort wollen die Ordnungshüter in diesem Jahr schwerpunktmäßig ansetzen.

Dabei soll die Innenstadt jedoch keineswegs vernachlässigt werden. Im Gegenteil: In der Fußgängerzone sollen Beamte in Zivil Patrouille gehen. Nicht nur Diebstählen und Räubern will man damit auf die Spur kommen, auch den Verkehrssündern. Nicht nur Autos haben nämlich in der Fußgängerzone nichts zu suchen, auch Radfahrer. Unverbesserliche Pedalritter sollen jetzt zur Kasse gebeten werden. Die Innenstadt war in den vergangenen Jahren ohnehin ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit. Uwe Pasternak spricht von einem Erfolg.

Hinter den Kulissen passiert viel, damit vor allem junge Menschen erst gar nicht auf die schiefe Bahn geraten. Das Eschweiler Jugendamt beteiligt sich an dem Projekt „Kurve kriegen“, das sich jugendlichen Mehrfachstraftätern widmet. Sie sollen durch vielfältige Angebote wieder auf die Spur gebracht werden. Vier junge Menschen wurden und werden in Eschweiler betreut – erste Erfolgsmeldungen kommen aus dem Jugendamt. Eine gemeinsame Bilanz in der Städteregion soll gezogen werden. Allerdings machen sich alle Behörden stark dafür, dass das Projekt ausgeweitet wird: „Man sollte früh ansetzen und auch Geld für solche Projekte in die Hand nehmen, denn dadurch spart man auf lange Sicht.“

In diese Kerbe schlagen auch Jugendamtsleiterin Gabi Brettnacher und der Abteilungsleiter im Jugendamt, Olaf Tümmeler: Zahlreiche Wege werden beschritten, um mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Immer wieder spielen die Themen Drogen, Rechtsradikalismus, aber auch Gewalt eine Rolle in den Angeboten. Beim von der Mobilen Jugendarbeit initiierten Kurs zur Mofaprüfbescheinigung geht es darum, welche Folgen es hat, wenn man das Fahrzeug frisiert. Der Umgang mit Alkohol rückt im Vorfeld von Karneval in den Mittelpunkt. Eingebunden ist oft die Polizei.

Auch bei einem Thema, das im vergangenen Jahr für viel Aufregung in der Stadt gesorgt hat: der Rechtsradikalismus. In allen Fällen haben die Eschweiler Bürger Farbe bekannt. Auftritte einer Bremer Band, die dem rechten Spektrum zugerechnet wird, fanden woanders statt. Auch die angekündigte Demonstration wurde kurzfristig abgesagt. „Wir bleiben dennoch aufmerksam“, betont Bürgermeister Rudi Bertram. Das Verbot der Kameradschaft Aachener Land sieht er als wichtigen Schritt. Den Aufwand, den die Behörden bei Veranstaltungen Rechtsradikaler betreiben, rechtfertigte Uwe Pasternak ausdrücklich: „Wir leben in einem Rechtsstaat, da gehört es dazu, die Sicherheit der Menschen zu garantieren.“

Damit die Behörden bestens vorbereitet sind, finden auch gemeinsame Übungen statt: Im November probten die Rettungskräfte, allen voran die Eschweiler Feuerwehr, was bei einem Hochwasser der Inde zu tun ist. Auch die Evakuierung der Indestadt wurde simuliert. „Wir hoffen natürlich, dass sich so etwas nie eintritt“, betont Ordnungsamtsleiter Edmund Müller.

Auch die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Polizei ist wichtig. So informierten die Ordnungshüter die Eschweiler Schulleiter noch im Dezember, wie man sich bei einem Amoklauf zu verhalten hat. Der Polizei liegt ohnehin der detaillierte Plan jeder Schule vor. „Es ist wichtig, dass diese ständig auf dem neusten Stand sind, damit wir im Falle eines Falles nicht vor einer Wand stehen, wo wir eine Tür vermuten“, erläutert Wolfgang Robioneck. Deswegen stehen das Schulamt und die Polizei in ständigem Kontakt.

Viele Räder greifen ineinander, um Probleme zu lösen. Aber längst liegen nicht alle Antworten auf dem Tisch. „Wie wir mit dem Nichtraucherschutzgesetz umgehen, muss erst noch die Erfahrung zeigen“, räumt Edmund Müller ein. Es gibt also weiter viel zu tun für die Behörden...

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