Stadt stoppt die Flut der „wilden” Plakate

Von: ran
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Hoffen, dem wilden Plakatieren
Hoffen, dem wilden Plakatieren in Eschweiler Einhalt gebieten zu können: Klaus-Dieter Bartholomy, Ute Geisler, Rudi Bertram, Dietmar Röhrig und Rainer Neitzel (v. l.) mit einer der neuen DIN A1-Plakatflächen. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Es ist ein Thema, dass vielen Menschen in Eschweiler seit Jahren auf den Nägeln brennt: „Wildes Plakatieren” an Brückengeländern, Ampeln, Verkehrszeichen, Bäumen und Verteilerkästen, das teilweise sogar zu Verkehrsbeeinträchtigungen führt. Jetzt hoffen die Verantwortlichen der Stadt, eine Lösung gefunden zu haben.

Nach einem parteiübergreifenden Ratsbeschluss wurde nun ein Vertrag mit der „Deutsche Städte Medien Krefeld Außenwerbung GmbH” (DKA) geschlossen, der vorsieht, 75 Plakatflächen im DIN A1-Format an Lichtmasten an allen Ein- und Ausfallstraßen Eschweilers (Aachener-, Bergrather-, Dürener-, Stolberger- und Jülicher Straße, auf Pumpe, sowie an der Zechen-, Süd- und teilweise der Indestraße) für die Bewerbung kultureller Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Auf 50 dieser Plakatflächen hat die Stadt ein Zugriffsrecht, um auf Ereignisse wie Stadtfeste, das Eschweiler Musikfestival oder den Weihnachtsmarkt hinweisen zu können.

„Wir haben bereits seit langem nach einer Lösung gesucht, denn das wilde Plakatieren verschönert natürlich nicht das Erscheinungsbild der Stadt Eschweiler”, erklärt Dietmar Röhrig. Der Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Tourismus betont ausdrücklich, dass eine klare Unterscheidung zwischen kommerzieller Werbung und Hinweisen kulturtreibender Vereine gemacht wird. „Die Innenstadt soll in Zukunft frei von Werbung kommerzieller Anbieter sein. Für Vereine gilt diese Regelung nicht.” Ute Geisler, Niederlassungsleiterin der DKA, erklärt näheres: „25 Werbeflächen sind von Interessenten wöchentlich von Dienstag zu Dienstag zu buchen. Der Preis beträgt zwei Euro pro Tag pro Werbeschild, wobei die Mindestbuchungszeit sieben Tage beträgt.”

Auch Ordnungsamtsmitarbeiter Rainer Neitzel begrüßt die neue Regelung. „Wir hoffen darauf, dass das Stadtbild schöner und sauberer wird.” Denn bislang müssen die Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamts in Sachen „Wildes Plakatieren” durchaus häufig aktiv werden. „Zunächst versuchen wir, mit den Verursachern Kontakt aufzunehmen. Oft ist den Plakatierern gar nicht bewusst, dass sie eine Sondernutzung beantragen müssen”, weist er auf die Satzung der Stadt Eschweiler hin. Meist stoßen die Ordnungshüter dann aber auf Verständnis. „In den vergangenen drei Jahren haben wir kein Bußgeldverfahren einleiten müssen”, so Reiner Neitzel. Bürgermeister Rudi Bertram verhehlt nicht, dass mancher kommerziell Tätige nicht wirklich glücklich mit dem Vertrag ist.

„Doch damit sind nun klare Fronten abgesteckt. Wer plakatieren möchte, kann dies an ausgewiesenen Stellen tun. Natürlich kostet dies etwas. Dafür gibt man nun die Plakate ab und hat mit nichts weiterem mehr zu tun”, ist der Verwaltungschef überzeugt, dass die neue Regelung allen Beteiligten und auch den Bürgern gerecht wird. Rainer Neitzel macht deutlich, dass bei Zuwiderhandlungen auch in Zukunft nicht sofort zu drastischen Maßnahmen gegriffen, sondern weiterhin zunächst auf Dialog gesetzt wird. „Wir werden nach wie vor Kontakt zu den Veranstaltern suchen. Wiederholt sich jedoch das Fehlverhalten, werden wir die Plakate abhängen und falls notwendig auch Bußgelder verhängen.”

Auch Klaus-Dieter Bartholomy, Vorsitzender des Citymanagements, sieht Vorteile. „Ich denke, dass diese Form der Werbung den Veranstaltungen eine größere Wertigkeit verleiht.” Mit dem Stadtfest vom 4. bis zum 6. November soll der Startschuss für das neue Werbeangebot fallen. Nähere Infos gibt es beim Vertriebsservicecenter der DKA unter der Nummer 0201/17899154 sowie beim Ordnungsamt unter der Telefonnummer 71616 oder 71626.
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