Stadt „schwimmt” in die Schlagzeilen

Von: pan
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Der Schwimmspaß wird teurer: Die Tariferhöhung in Eschweiler zum Jahreswechsel sorgte am Montag für bundesweites Aufsehen. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Bundesweite Aufmerksamkeit mag fürs Stadtmarketing nicht schlecht sein, aber eben nur, wenn es um eine positive Nachricht geht. Eschweiler machte in einem Boulevardblatt eher negative Schlagzeilen.

Wegen der hohen Defizite müssten in vielen Kommunen Gebühren und Steuern für die Bürger zum Jahreswechsel steigen, hieß es dort. Als Beispiel wurde Eschweiler genannt, wo die Eintrittspreise in Schwimmbädern um bis zu 50 Prozent erhöht würden.

Im Schnitt 20 Prozent mehr

Diese Zahl stammt aus dem Sportausschuss von vor zwei Wochen, wo die neuen Gebühren besprochen wurden. „Im Schnitt werden die Eintrittsgelder um etwa 20 Prozent erhöht”, relativiert Stadtsprecher Stefan Kaever. Trotz deutlich gestiegener Energiekosten habe man die Gebühren für die Badnutzung sieben Jahre lang nicht verändert. Dies ist mit ein Grund dafür, dass diese Erhöhung politisch nicht umstritten ist.

In der Tat, in einzelnen Tarifen verdoppelt sich die Summe sogar ab Januar: So müssen Behinderte an der Kasse des Freibades dann 2 Euro statt bisher 1 Euro berappen. Der Eintritt für Jugendliche steigt dort von 2 auf 3 Euro.

Im Gegenzug wird das „Ferienticket für Kids” eingeführt, womit Jugendliche bis 16 Jahre in den Sommerferien für 25 Euro so oft sie wollen in die Fluten steigen dürfen. „Wenn man die absoluten Zahlen nimmt, dann kann man sicher nicht von einem drastischen Anstieg sprechen”, verteidigt Stefan Kaever die Forderung der Verwaltung.

Die Stadt zeigt in einer Modellrechnung, wie viel Geld mehr in die Stadtkasse gespült wird, wenn zum 1. Januar 2011 die neuen Eintrittsgelder zu entrichten sind. Als Vergleichsmonat wird der Januar 2009 genommen: Bei gleicher Besucherzahl und neuen Entgelten würde die Einnahme von 196.283,15 auf 227.208,15 Euro steigen.

Ähnlich verhält es sich beim Freibad, wo die komplette Saison 2009 als Grundlage genommen wird: 75.053 auf dann 108.895 Euro, was ein Plus von 33.842,50 Euro bedeutet. „Damit fangen wir noch nicht einmal die gestiegenen Energiekosten der vergangenen Jahre ab”, sagt Kaever.

So wuchs die Summe für die Heizung des Hallenbades von 156.180,30 Euro (2005) auf 245.579,22 Euro (2009) um 57 Prozent. Das Freibad verbucht im gleichen Zeitraum sogar einen Heizungskostenanstieg von 107 Prozent: Waren im Jahr 2005 noch 31.985,20 Euro dafür fällig, musste die Stadt im vergangenen Jahr 66.404,69 Euro bereitstellen.

So oder so werden die Kosten der Bäder bei weitem nicht durch die neuen Entgelte abgedeckt. Die neuen Eintrittspreise müssen jetzt noch vom Stadtrat am 10. November bestätigt werden.
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