Stadt plant viergruppige Kita neben dem Seniorenzentrum

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Hier soll er gebaut werden, direkt neben dem Ago-Seniorenzentrum, zeigt Baudezernent Hermann Gödde: Das Ringofen-Viertel erhält einen viergruppigen integrativen Kindergarten. Foto: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Die Stadt Eschweiler will ihre Planung für das Neubaugebiet Ringofen noch einmal ändern. Wichtigster Teil der Änderung ist der Bau einer Kindertagesstätte (Kita) direkt neben dem neuen Seniorenzentrum. Dieser Kindergarten soll vier Gruppen erhalten und integrativ betrieben werden. Die Pläne werden den Kommunalpolitikern am 4. Juli in der Sitzung des Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses vorgestellt.

Die Tagesstätte soll zwei Einrichtungen mit älterer Bausubstanz ersetzen: den zweigruppigen Kindergarten an der Karlstraße und den heilpädagogischen Kindergarten in Kinzweiler, für den sonst eine Umgestaltung nach den Grundsätzen der Inklusion anstehen würde, also der gemeinsamen Betreuung aller Kinder mit und ohne Handicap.

2014 Vergabe des Baus

Zwar sehen auch die bisherigen Pläne für das Wohngebiet zwischen Sticher Berg und Jägerspfad einen Kindergarten vor, doch dieser bisherige Platz sei „städtebaulich nicht so prickelnd“, findet Eschweilers Baudezernent Hermann Gödde. Er berichtete bei einer Bürgerbegehung des Stadtteils, zu der die SPD Eschweiler-West eingeladen hatte, über die neue Planung. Nach seiner Rechnung könnte der Neubau im Frühjahr 2014 zur Vergabe ausgeschrieben werden.

Die Fläche neben dem Ago-Seniorenzentrum war bislang für eine Bebauung mit Reihenhäusern vorgesehen, ähnlich wie jene auf dem westlich angrenzenden Bereich, die von einer holländischen Wohnungsbaugesellschaft errichtet wurden. Für diesen preisgünstigen Wohnungsbau, so Gödde, gebe es aber kaum noch Nachfrage. „Die Ansprüche sind gestiegen. Daher werden wir den Bebauungsplan ändern.“

Auf dem nördlichen Teil des großen Geländes, das in städtischem Eigentum ist, soll der Kindergarten gebaut werden, eingeschossig und barrierefrei. Südlich davon, am Floriansweg, wäre dann dreigeschossiger Eigentums- und Mietwohnungsbau möglich, „da sind wir auf der Suche nach Investoren“.

Für das ursprüngliche Kindergartengelände schließlich gibt es nach den bisherigen Vorstellungen der Stadtplaner eine neue, wichtige Verwendung. Hermann Gödde: „Auch im Eingangsbereich Floriansweg wollen wir die Geschossigkeit etwas erhöhen, um da einen Platzcharakter zu kriegen, und wir werden da, wo der Kindergarten früher geplant war, ein Mischgebiet ausweisen, so dass auch mal ein Arzt dahin kann oder ein Krankengymnast oder Fußpflege. Anfragen haben wir nämlich schon.“

Den Kindergarten direkt neben das Seniorenzentrum – passt das überhaupt? Das ist eine rhetorische Frage, und der Baudezernent beantwortet sie fast wortgleich wie die Leiterin des Seniorenzentrums, Irmgard Lammertz: „Das passt hervorragend!“ Lammertz: „Wir haben jahrelang mit dem Kindergarten Karlstraße kooperiert, und wir freuen uns schon, wieder einen Kindergarten in der direkten Nähe zu haben.“ Für gemeinsame Geburtstagsfeiern, für Bastelgruppen von Alt und Jung, das alljährliche Martinsfeuer und, und, und... Ebenso sieht Gödde das soziale Miteinander gerade in einem so jungen und noch wachsenden Wohnviertel als wichtiges Argument für den Kindergartenbau.

Durch Seniorenheim und Kindertagesstätte, durch Ansiedlung von Ärzten, durch die Einkaufsstätten am Sticher Berg, durch den Festplatz für die Schützen (der noch besser befestigt werden soll), durch die Spiel- und Freizeitmöglichkeiten entlang des Lärmschutzwalls zur Bahnlinie hin und durch die Nähe zum Stadtwald sehen die Eschweiler Kommunalpolitiker das Ringofen-Viertel als ein positives Beispiel für eine menschliche Stadtgestaltung – nicht nur reines Wohngebiet, sondern ein lebendiges, intaktes Gebiet mit großer Lebensqualität.

Auch wenn es noch große freie Flächen in dem Neubaugebiet gibt – die Baugrundstücke sind fast alle weg, berichtete Baudezernent Hermann Gödde den Teilnehmern des Ortsrundgangs. Die Grundstücke der (städtischen) Strukturfördergesellschaft sind „bis auf zwei, die reserviert sind, alle vermarktet.“ Und auch die Stadt selbst habe „fast alle weg“. Nur auf ein paar Grundstücken gebe es noch Probleme mit früherem Bergbau. Zwar keine Schächte, aber doch so genannte Pingen aus der Zeit, als Steinkohle im Stadtwald oberirdisch abgebaut wurde.

Wann allerdings der Fußgängertunnel zwischen Ringofen und Burgstraße saniert und wieder geöffnet wird, als schnellste Fußweg-Verbindung zur Innenstadt, konnte auch der Baudezernent nicht sagen. Darüber verhandelt die Stadt mit der Deutschen Bahn seit vielen Jahren.

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