Stadt investiert fünf Millionen Euro ins Rathaus

Von: tob
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Eschweiler. Der Blick aufs Rathaus von der Inde aus ist in diesen Tagen ein wenig ungewohnt. Ein großes Gerüst ist aufgebaut, das Gebäude dazu verhüllt. In den kommenden vier Jahren wird die Fassade saniert. Das Projekt kostet rund fünf Millionen Euro. Jährlich will die Stadt so 40 Prozent der Heizkosten sparen.

„Dieses Projekt ist ein weiterer Schritt in Richtung Energieeffizienz“, sagt Bürgermeister Rudi Bertram. 140 000 Euro zahlt die Stadt derzeit an Heizkosten für das Rathaus, nach der Sanierung sollen jährlich 50 000 bis 60 000 Euro eingespart werden.

Die Klinker werden vom Rathaus entfernt, es wird eine 16 Zentimeter dicke Wärmedämmung angebracht, die Fenster und Außentüren werden ebenso erneuert wie der Sonnenschutz und die Metallfassaden.

Die Maßnahme ist auch nötig geworden, weil viele Fugen an dem Ende der 70er Jahre errichteten Gebäude nicht mehr fest waren und der Putz bröckelte. „Wir haben das Gebäude natürlich immer wieder gesichert, aber das ist sehr aufwendig“, sagt Helmut Gühsgen, Leiter des Bauverwaltungsamtes und des Gebäudemanagements der Stadt und der Technische Beigeordnete Helmut Gödde ergänzt: „Gerade im Herbst und Winter merken wir in einigen Räumen doch eine ordentliche Zugluft.“ Nach der energetischen Sanierung wird das Rathaus ein wenig anders aussehen. Die Klinker verschwinden und das Gebäude wird mit Keramikplatten versehen – im gewohnt rötlich-braunen Farbton, den der Rat der Stadt ausgesucht hat.

Da mit dieser Maßnahme der KfW-Effizienzhaus-100-Standard erreicht werden soll, hat die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) für den 1. Bauabschnitt einen zinsgünstigen Kredit (0,15 Prozent) in Höhe von 2 375 000 Euro gewährt. Die Bezeichnung KfW-Effizienzhaus steht für einen sehr niedrigen Energiebedarf. Ausgangspunkt sind die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV). Die KfW-Effizienzhaus-Standards sind ambitionierter als die Vorgaben der Energieeinsparverordnung. Die Vorgaben der EnEV basieren auf einem Referenzgebäude im Neubau. Die Referenzzahl 100 drückt im Rahmen der Förderlogik der KfW für die KfW-Effizienzhäuser aus, dass die Vorgaben der EnEV an den Primärenergiebedarf eines Neubaus erfüllt sind. Ein KfW-Effizienzhaus 70 beispielsweise unterschreitet diese Vorgaben um 30 Prozent. Bei Bestandsgebäuden gelten etwas andere Vorgaben. Sie dürfen zur Erfüllung des Ordnungsrechts bei umfassender Modernisierung einen um 40 Prozent höheren Jahresprimärenergiebedarf als ein Neubau haben. Mit der Kategorie KfW-Effizienzhaus 100 fördert die KfW daher Bestandsgebäude, die die Anforderungen der EnEV an einen Neubau erfüllen. Dass der KfW-Effizienzhaus-100-Standard erreicht wird, musste die Stadt von einem Ingenieur nachweisen lassen. Anderenfalls hätte die Stadt keinen so günstigen Kredit von der KfW bekommen.

Bislang sind Aufträge in einer Höhe von 1,8 Millionen Euro erteilt worden. „Es freut uns, dass ein Großteil an Eschweiler Firmen vergeben wurde“, sagt Hermann Gödde. Von 51 Aufträgen sind 24 an indestädtische Firmen gegangen. Es wurden bislang 38 Firmen aus der Städteregion beauftragt, zwei aus Düren und eine aus dem Saarland. Mitte November soll mit dem Einbau der neuen Fenster begonnen werden, bis Weihnachten soll dieser Teil des 1. Bauabschnitts erledigt sein. Im Rahmen der Sanierung könne es Einschränkungen für die Bürger geben, die das Rathaus besuchen, da zwischenzeitlich Büros geräumt werden müssen, sagen die Verantwortlichen und bitten um Verständnis. Die Investitionen sollen sich langfristig auszahlen. Helmut Gühsgen betont, dass man mit dieser Maßnahme für die nächsten 30 Jahre gut aufgestellt sei. In eine neue Beleuchtungsanlage hat die Stadt bereits investiert, auch die Heizungsanlage wurde erneuert.

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