Stadt Eschweiler: Wasserverbrauch erreicht neues Hoch

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
12418713.jpg

Eschweiler. Rund 3,1 Millionen Euro hat die Stadt Eschweiler im vergangenen Jahr für Strom-, Wasser und Wärmeverbrauch gezahlt. Das waren knapp 140.000 Euro mehr als im Jahr zuvor, jedoch immer noch weniger als in den Jahren 2011 bis 2013.

Das geht aus dem Energiebericht 2015 vor, den die Stadt jetzt vorgelegt hat.

Wie haben sich Verbrauch und Kosten in den vergangenen Jahren entwickelt?

Der Wärmeverbrauch 2015 ist im Vergleich zu 2014 gestiegen. 14.591.949 kWh bedeuten jedoch im Vergleich der vergangenen sechs Jahre dennoch den zweitniedrigsten Wert. 1.773.527,22 Euro waren fällig, 2014 waren es noch rund 140.000 Euro weniger. Der erhöhte Verbrauch ist laut Energiebericht den kühleren Temperaturen geschuldet. 2014 lag die Durchschnittstemperatur bei 11,75 Grad, 2015 bei 11,06 Grad. Gerade die heizintensiven Monate Januar bis April waren im vorigen Jahr deutlich kühler als 2014. Dennoch blieb man deutlich unter den Verbräuchen der Jahre bis 2013, was unter anderem den energetischen Sanierungen geschuldet ist, etwa der Fassadensanierung des Rathauses.

Der Stromverbrauch unterliegt nur leichten Schwankungen. 2015 wurden 5 687 821 kWh verbraucht – der niedrigste Wert der vergangenen sechs Jahre. Die Sanierung der Innebeleuchtung auf die sparsame LED-Technik macht sich da bemerkbar. So wurden 2015 die Beleuchtung in der Feuerwache am Florianweg und der Turnhalle Patternhof erneuert. Auch die Straßenbeleuchtung wird fortlaufend umgerüstet.

Der Wasserverbrauch hingegen hat ein neues Hoch erreicht: 77 298 Kubikmeter. 176 454,11 Euro wurden dafür fällig und somit rund 8000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Im vorigen Jahr ist der Mehrverbrauch auch auf die höhere Auslastung der Asylunterkünfte zurückzuführen. Der Mehrverbrauch an Wasser 2015 im Vergleich zu 2014 in den Unterkünften Jahnhalle, Grachtstraße sowie Severinstraße betrug 4626 Kubikmeter. Sieht man nun, dass 2015 insgesamt 4701 Kubikmeter Wasser mehr verbraucht wurden als 2014, ist der Verbrauch unter Abzug des Mehrverbrauchs der Unterkünfte tatsächlich um 75 Kubikmeter gestiegen.

Die Energiekosten in der Obdachlosenunterkunft an der Grachtstraße sind um rund 3500 Euro gestiegen. An der Severinstraße in Weisweiler haben sich die Kosten von 2009 auf 2015 mehr als verdoppelt: von 43.466 Euro auf 100.275,37 Euro. 2014 lagen die Kosten noch bei knapp 85.000 Euro.

 

In welchen Gebäuden gibt‘s die signifikantesten Änderungen?

In der Grundschule Röhe ist der Wärmeverbrauch deutlich gestiegen. 42.642,95 Euro musste die Stadt zahlen, 2014 waren es noch 20.000 Euro weniger. In der Grund- und Hauptschule Dürwiß waren insgesamt hingegen etwa 20.000 Euro weniger fällig. Die Wasserkosten wurden deutlich gesenkt, ebenso die Wärmekosten. Das liegt natürlich auch an der Schließung der Hauptschule zum Schuljahresende 2013/14. 2014 wurden zudem defekte Spülkästen getauscht, 2015 die Fenster erneuert.

Einen positiven Trend gibt‘s etwa auch in der Waldschule. Dort wurden die Energiekosten von 397 650,16 im Jahr 2013 auf inzwischen 328.724,29 Euro gesenkt (2014: 345.690,36 Euro). Im Jahr 2013 wurde ein Teil der Fassade der Schule saniert, 2015 wurden die Fassade des Hauptgebäudes sowie die Flachdachterrasse saniert.

Die Gesamtkosten im Sportzentrum an der Jahnstraße sind gesunken – von 439.263,36 Euro im Jahr 2014 auf nunmehr 412.398,78 Euro. Vor allem die Entwicklung der Wärmekosten lässt aufhorchen: Waren 2014 rund 239.000 Euro fällig, waren es im Vorjahr 40.000 Euro weniger.

Die Freibadzahlen sind traditionell schwankend. Vieles hängt vom Wetter ab. Der erhöhte Wärmeverbrauch 2014/15 liegt an den „schlechten“ Sommern. An kalten Tagen bleibt das Bad geschlossen und die Becken werden beheizt.

Schwankende Energieverbräuche sind auch in der Feuerwache am Florianweg an der Tagesordnung. So führen viele Großeinsätze mit Löschfahrzeugen zu erhöhtem Wasserverbrauch. Das Erfreuliche: Von 2014 auf 2015 gingen die Energiekosten von rund 170.000 Euro auf etwa 140.000 Euro zurück. Allerdings lagen die hohen Kosten 2014 auch an einem verdeckten Rohrbruch. Monatelang versickerte Wasser, der Hydrant wurde inzwischen erneuert. Im Feuerwehrgerätehaus Fronhoven ist man derweil weiter auf der Suche nach den Gründen für den deutlich erhöhten Wasserverbrauch seit 2014. Eine Ursache ist noch nicht gefunden. Die Feuerwehr ist angehalten, die Energieverbräuche monatlich abzulesen alle Maßnahmen zu ergreifen, um die Ursache des Wasserverbrauches zu finden und weiteren unnötigen Wasserverbrauch zu verhindern.

 

Wie schaut‘s auf den Sportplätzen aus?

In Dürwiß, Weisweiler, Bergrath, Neu-Lohn, im Waldstadion und Eschweiler-Ost musste die Stadt mehr Geld hinlegen, in Hastenrath hingegen wurde gespart. Am Indestadion wenig verwunderlich auch, da das Sportplatzgebäude inzwischen nicht mehr genutzt wird und abgerissen wurde. In Kinzweiler wurden die Kosten ebenfalls deutlich gesenkt. Interessant dort: In den Jahren 2009 und 2010 gab die Stadt mehr als 7500 Euro jährlich für Wasser aus, 2011 noch knapp 6000 Euro. Seitdem liegen die Kosten bei wenigen Hundert Euro (2015: 274,62 Euro). Der Grund: Seit der Errichtung des Kunstrasenplatzes entfällt die Bewässerung. Auch in St. Jöris wurde gespart. Am Patternhof steigt der Stromverbrauch seit 2013 massiv an. Gleichzeitig bleiben die übrigen Verbrauchswerte im gewohnten Bereich. Eine Flutlichtanlage ist nicht vorhanden. Baumaßnahmen, Versicherungsschäden oder ähnliches lagen 2015 nicht vor. Der Sportplatz dient in erster Linie der Vereinsnutzung. Hier kann der Einsatz von Kühlschränken und Fritteusen im Sportheim einen erhöhten Stromverbrauch mit sich bringen. Bedingt dadurch, dass aktuell die Verbrauchswerte nur einmal im Jahr im Rahmen der Jahresrechnung vorliegen, kann keine genauere Aussage getroffen werden. Zukünftig ist angedacht, den Stromzähler unterjährig mehrfach ablesen zu lassen.

Im Energiebericht fehlt übrigens das Nothberger Sportheim. Der Grund: Es gab Probleme beim Ablesen. Heute steht der Energiebericht auf der Tagesordnung des Planungs-, Bau und Umweltausschusses. Die Nothberger Werte sollen dann nachgereicht werden.

Gestiegen sind die Energiekosten in fast allen Sporthallen: in der Eichendorfhalle rund 6000 Euro mehr als 2014, ebenso an der Kaiserstraße. In Weisweiler waren 3000 Euro mehr fällig. In Bergrath galt das nicht. Dort musste die Stadt leicht weniger berappen. Die Sporthallen werden von der Stadt seit einer Weile saniert, vor allem die Beleuchtung wird optimiert.

 

Und sonst?

Noch ein Blick ins Rathaus. Dort werden seit 2012 Fenster und Fassaden saniert. Die Ergebnisse sind bereits erkennbar. So sanken die Energiekosten von 308.367,13 Euro im Jahr 2013 auf 243.499,38 Euro im Jahr 2014 und auf nunmehr 241.521,16 Euro.

Seit 2011 wird die Straßenbeleuchtung der Indestadt sukzessive erneuert. Auch dort sind Ergebnisse zu sehen. Die Kosten sind von 2014 auf 2015 um 30 000 auf 338.976,90 Euro gesunken.

„Wir liegen bei den Maßnahmen voll im Plan“, sagt der Technische Beigeordnete Hermann Gödde. So sei die Gesamtschule über einen längeren Zeitraum saniert worden, jetzt gehe es dort an die Haustechnik. In vielen Schulen sei man bereits fertig. Gespannt darf man bereits jetzt auf den Energiebericht für das laufende Jahr sein.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert