Eschweiler-Weisweiler - St. Severin birgt viele historische Schätze

St. Severin birgt viele historische Schätze

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler-Weisweiler. Um die Weisweiler Pfarrkirche St. Severin ranken sich zahlreiche Geschichten. Das Gotteshaus – eines der ältesten in Eschweiler – blickt schließlich auf eine bewegte Historie zurück. Die Ursprünge sollen sogar bis zur Zeit der Kelten zurückgehen, die dort eine Kultstätte betrieben haben sollen. Beweisen konnte man das nie.

Allerdings wurde bei Reparaturarbeiten ein Balken gefunden, in dem die Jahreszahl 1000 eingraviert ist. Urkundlich erwähnt wurde die Kirche allerdings erstmals im Jahr 1282. Damit die Geschichte der Pfarrkirche St. Severin nicht in Vergessenheit gerät, hat sich nun ein Förderverein gegründet. Er wird sich beim Adventssingen am Sonntag in der Kirche offiziell vorstellen.

Gemeindeleben unterstützen

Dass die Kirche mit all ihren historisch wertvollen Gegenständen finanziell unterstützt werden muss, liegt auf der Hand. Allerdings will der Verein der Freunde und Förderer der katholischen Pfarrkirche St. Severin, so die offizielle Bezeichnung, sein Engagement nicht nur auf das Gemäuer richten, sondern auch das Gemeindeleben unterstützen.

„Gerade in Zeiten schwindender Bedeutung kirchlichen Lebens ist es wichtig, diesem Trend entgegenzuwirken und die Kirche St. Severin als Ort des Glaubens, der Zuflucht und der Begegnung für alle Menschen zu erhalten“, heißt es im Flyer, mit dem der Verein wirbt.

Dem Gründungsvorstand haben sich auch einige Weisweiler angeschlossen, die bereits im Kirchenvorstand St. Severin aktiv waren. Ihm gehören Manfred Schepp, Konrad Eser, Heinz Meuter, Peter Christoph und Hermann Josef Haupt an. „Wir haben vor zwei Jahren mit der Idee eines Fördervereins begonnen“, berichtet Manfred Schepp. Dass man jetzt erst an die Öffentlichkeit geht, um Mitstreiter zu finden, begründet er mit der langwierigen Arbeit an der Satzung. Sie ist nun vom Amtsgericht genehmigt, die Gemeinnützigkeit wurde vom Finanzamt anerkannt.

Viele historischen Schätze, die die Pfarrgemeinde in Weisweiler zu bieten hat, stammen von den zwei prägenden Adelsgeschlechtern in Weisweiler, den Herren von Palant und der Grafen von Hatzfeld, deren Burg unmittelbar neben der St.-Severin-Kirche stand und an deren Stelle sich heute der Sitz der Evangelischen Kirchengemeinde Weisweiler befindet. Von der Burg derer von Palant ist heute nur noch die Vorburg erhalten. Das Gemäuer wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von einem heftigen Erdbeben erschüttert und musste im Jahr 1821 teilweise abgerissen werden. Es war baufällig geworden.

Vor allem mit dem Adelsgeschlecht derer von Hatzfelds verbinden die Weisweiler eine „segensreiche Herrschaft“. Erst im vergangenen Jahr wurden alte Paramente der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die drei Messgewänder sind nun in Vitrinen in der Pfarrkirche ausgestellt. Ihr Alter wird auf über 400 Jahre geschätzt. Ebenfalls aus dem Nachlass des Adelsgeschlecht sind die Monstranz und einer der Kelche in St. Severin.

Der Förderverein geht in seiner Vorstellung auch auf geschichtliche Hintergründe ein. So lag die Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg in Schutt und Asche. Das historische Gewölbe war eingestürzt, es standen noch die Außenmauern und ein Teil des Dachstuhls. Mit der Währungsreform 1949 begann auch der Wiederaufbau der Kirche, die schon am 29. januar wieder bezogen werden konnte. Die alte Pfarrglocke überstand die Kriegswirren übrigens und wurde nicht eingeschmolzen. Im Jahr 1947 gelangte das im Jahr 1450 gegossene Geläut von Hamburg zurück nach Weisweiler.

Die Weisweiler Kirche birgt also so manchen Schatz, den es noch zu heben gilt, denn längst ist nicht alles wiederhergestellt, was Kriege und Erdbeben zerstört haben. „Viele wertvolle Dinge lassen sich mit dem Sanierungsetat der Kirche nicht wiederherstellen“, sagt Manfred Schepp. Auch aus diesem Grund wolle man Förderer und Mitglieder gewinnen. Unterstützt werden sie auch von Pfarrer Hannokarl Weißhaupt. Warum sich Menschen dort engagieren? „Das Pfarrleben in Weisweiler liegt uns am Herzen. Hier wird Gemeinschaft gelebt“, sagt Heinz Meuter, einst Schulleiter der Eduard-Mörike-Schule.

Vorstellung am Sonntag

Dass die Weisweiler Christen an einem Strang ziehen, lässt sich auch an der nächsten Veranstaltung in der Pfarrkirche St. Severin erkennen. Beim adventlichen Singen am Sonntag treten sämtliche Weisweiler Chöre auf, auch der ökumenische Chor „HörMal“ der evangelischen Kirchengemeinde. „Zu den evangelischen Christen besteht seit Jahren in Weisweiler ohnehin ein enges Verhältnis“, sagt Manfred Schepp.

Wie gut, dass genau bei dieser Veranstaltung der offizielle Startschuss für den Förderverein fällt. An diesem Tag wollen Schepp, Meurer & Co. mit anderen Gemeindemitzgliedern ins Gespräch kommen und fleißig Flyer verteilen. Wer Interesse hat mitzumachen, kann sich im Pfarrbüro unter Telefon 02403/65310 oder per Email: st.severin-weisweiler@t-online.de melden.

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