Eschweiler - St.-Antonius-Hospital: Hubschrauber-Landeplatz in luftiger Höhe

St.-Antonius-Hospital: Hubschrauber-Landeplatz in luftiger Höhe

Von: Rudolf Müller
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Auf dem Parkplatz des Hospitals wartet bereits der stählerne Unterbau des Lande-Tellers. Foto: Rudolf Müller
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Beim Aufsetzen der Stahlkolosse auf die Betonfundamente ist Millimeterarbeiter angesagt. Foto: Rudolf Müller
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Rund 20 Meter hoch und 20 Tonnen schwer: Auf sechs dieser Säulen, die zu drei 38 Meter hohen Stelzen zusammengeschraubt werden, ruht demnächst die Hubschrauber-Landeplattform über dem Dach des St.-Antonius-Hospitals. Foto: Rudolf Müller
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Neben Hospital-Geschäftsführer Elmar Wagenbach verfolgt auch „Sendung mit der Maus“-Macher Armin Maiwald das Geschehen in luftiger Höhe. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Es sind schon spektakuläre Szenen, die sich in diesen Tagen am Eschweiler St.-Antonius-Hospital abspielen. So spektakulär, dass selbst die weltberühmte Maus aus der Domstadt Köln es sich nicht hat nehmen lassen, ein Auge darauf zu werfen.

Armin Maiwald ist Miterfinder der Sendung mit der Maus, die seit 43 Jahren über die Bildschirme turnt und mit Lach- und Sachgeschichten Alltägliches beleuchtet. Was Maiwald und sein Team in Eschweiler vor die Kamera nahmen, ist allerdings alles andere als alltäglich: Sie verfolgten den Bau einer Hubschrauber-Landeplattform in 38 Metern Höhe über dem Dach des St.-Antonius-Hospitals. Bislang landeten Rettungshubschrauber auf dem Rasen zwischen Hospital und Wohnbebauung.

Das machte nicht nur erheblichen Lärm, sondern war auch für Patienten und Personal alles andere als komfortabel: Auf dem Rasen wurden die Tragen mit den oft Schwerverletzten auf Rollwagen geladen und quer über den angrenzenden Parkplatz zur Aufnahme gefahren. Kein Zustand für ein Krankenhaus, das als Unfallschwerpunkt-Hospital mit Zertifizierung im Trauma-Netzwerk hohen Anforderungen genügen muss. Und längst auch nicht mehr den EU-Richtlinien entsprechend.

Künftig wird der Lärmpegel an- und abfliegender Helikopter über den Dächern der Stadt für Patienten im Hospital und Anwohner in der nahen City deutlich geringer sein. Und statt über einen Parkplatz geht‘s künftig von der Landeplattform aus mit einem noch zu bauenden Aufzug direkt zum OP.

Millimeterarbeit

Die Landeplattform wird auf drei stählernen Stelzen errichtet, die seitlich des Hospital in Betonfundamenten verankert sind. Insgesamt werden für die Plattform – Durchmesser: 28 Meter – 350 Tonnen Stahl verbaut. Am Montag wurde die zweite der insgesamt drei Stelzen gesetzt. Allein das untere Teil ist 20 Meter hoch und ebenso viele Tonnen schwer.

Mit einem 500-Tonnen-Krangiganten wird der im Emsland gefertigte Spezialzylinder aufgerichtet und vorsichtig übers Hospitaldach gehievt. Auf der anderen Seite bekommt der Mann im Korb des zweiten, „nur“ 200 Tonnen schweren Krans, der den Kranfahrer dirigiert, ordentlich zu tun: Die riesige Säule muss so dicht neben der Hausfassade runtergelassen werden, dass der riesige Flaschenzugkopf am Kran-Ausleger gegen das dortige Baugerüst schrammt – Millimeterarbeit ist angesagt. Am Einsatzort herrscht atemlose Stille.

Die Männer des Montageteams sind Profis. Stückchen für Stückchen senkt sich das riesige Stahlrohr über das gute Dutzende schwerer Schrauben, die die Stahlstelze mit dem Betonfundament verbinden. Bis die obere Hälfte der Stütze in 20 Metern Höhe auf das Unterteil montiert werden kann, werden allerdings noch einige Tage vergehen: Zunächst muss eine Gerüstbrücke an der Fassade des komplett erneuerten 8. Obergeschoss des Bettentrakts abgebaut werden, um mehr Platz zu schaffen.

Bis der erste Hubschrauber auf dem luftigen, alles in allem gut 2,2 Millionen Euro teuren Heliport landen wird, wird noch einige Zeit vergehen. Zuletzt verzeichnete das Hospital rund 400 Flugbewegungen (je 200 Starts und Landungen) jährlich. Tendenz steigend – „auch aufgrund der Wartezeiten, die Rettungswagen am Boden bei geschlossenen Bahnschranken in Kauf nehmen müssen“, sagt Hospital-Geschäftsführer Elmar Wagenbach.

Nicht nur bei den Besatzungen des in Merzbrück stationierten Rettungshubschraubers stößt der Plattform-Bau auf großes Interesse: Sie fliegen gerne mal eine Kurve, um sich ihren künftigen Landeplatz aus der Luft anzuschauen. Und auch private Kleinflugzeuge kurven verstärkt übers Hospital.

Halbes Jahr Bauzeit

Drei Wochen soll die Montage des Heliports dauern. Mindestens so lange wird auch ein Großteil der Parkflächen an Hospital gesperrt bleiben – auch wenn da einzelne Autofahrer tatsächlich wenig Verständnis für zeigten. Die komplette Fertigstellung des Projekts samt Bau des Aufzugs und einer Kanzel zur Überwachung des Flugverkehrs wird ein weiteres halbes Jahr brauchen.

Dann verfügt das St.-Antonius-Hospital über eine Hubschrauber-Landeplattform, die nicht nur bei schönem Wetter schnelle Patiententransporte ermöglicht: Der riesige Aluminium-Teller ist beheizt und so im Winter vor gefährlicher Vereisung sicher.

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