Eschweiler - St-Antonius-Hospital: Achtsam und mutig ins neue Jahr

St-Antonius-Hospital: Achtsam und mutig ins neue Jahr

Von: ran
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Ansprache: Elmar Wagenbach, der Geschäftsführende Vorstand des St.-Antonius Hospitals, unterstrich während des Neujahrsempfangs, dass im medizinischen Bereich immer der Mensch im Vordergrund zu stehen habe.
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Zahlreiche Gäste waren der Einladung zum Neujahrsempfang im St.-Antonius-Hospital gefolgt und füllten das Elisabethheim. Foto: Andreas Röchter
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Gastredner und „Ermutiger“ Johannes Warth zog die Zuhörer nicht nur mit Worten sondern auch Kunststücken in seinen Bann.
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Start mit Klasse: Liebfrauenschülerin Laura Thülen eröffnete den Neujahrsempfang mit der Interpretation von Fritz Kreislers „Sicilienne“.

Eschweiler. Das lateinische Wort „hospitalis“ bedeutet „gastfreundlich“. Ein Begriff, der während des Neujahrsempfangs im St.-Antonius-Hospital am Mittwochnachmittag ein ums andere Mal näher beleuchtet wurde.

Der Kuratoriumsvorsitzende Pfarrer Michael Datené schlug während seiner Ansprache eine Brücke vom Jahr 816, in dem die Aachener Synode beschloss, dass jedes Kloster über die Einrichtung eines sogenannten „hospitale“ verfügen solle, bis in die Gegenwart. Denn auch im 165. Jahr seines Bestehens sei das St.-Antonius-Hospital Eschweiler von den Grundpfeilern gekennzeichnet, die ein Hospital im ursprünglichen Sinne auszeichneten: Gesundheitsfürsorge, Wohltätigkeitssinn und Frömmigkeit.

„Unser St.-Antonius-Hospital ist ein Ort, an dem sich alle Mitarbeiter, von den Pflegekräften bis zu den Ärzten, vom Servicepersonal bis zum Kuratorium, für den Patienten einsetzen. Uns geht es um mehr als um die Behandlung körperlicher Probleme, uns geht es immer um den ganzen Menschen“, so der Pastor. „Wir und alle für den Patienten“, laute die Losung.

Das Bemühen, den Menschen in seiner Ganzheit, mit seiner Würde, mit seinem Leib und seiner Seele und mit allem, was er ist und was ihn ausmache, zu heilen, sei das Ziel. Um dieses zu erreichen, sei es unumgänglich, die Sprache des Patienten zu sprechen und diesem ein offenes Ohr, ein verstehendes Herz sowie helfende Hände zu schenken.

„Schließlich vertraut uns der Patient sich selbst und sein Heil an“, betonte Michael Datené, der im St.-Antonius-Hospital mehr als ein Krankenhaus, nämlich „ein Haus für das Leben“ sieht.

Zuvor hatte mit Elmar Wagenbach der Geschäftsführende Vorstand die zahlreichen Gäste im Elisabethheim begrüßt, eine Bilanz des Jahres 2017 gezogen, doch auch den Blick nach vorne gerichtet. In der jüngeren Vergangenheit seien zahlreiche Projekte erfolgreich abgeschlossen worden, die dazu beigetragen hätten, das St.-Antonius-Hospital als leistungsstarkes Gesundheitszentrum der Stadt und der Euregio zu positionieren, das von höchster Kompetenz und Qualität getragen werde.

Als Beispiele nannte der Diplom-Betriebswirt die Einführung einer software-gestützten Triage im Bereich der internistischen Notaufnahme, die die Behandlungsprozesse erheblich verbessere, die Installierung eines zertifizierten Reinigungssystems, mit dem das St.-Antonius-Hospital „dem allgemeinen Bedarf nach Transparenz in der Hygiene und im Reinigungsdienst“ nachkomme, sowie den Bau von Wahlleistungsstationen, die so gut von den Patienten angenommen würden, dass noch in diesem Jahr der Bau einer weiteren Station folgen werde.

Im Beisein der Bundestagsabgeordneten Rudolf Henke (CDU) und Claudia Moll (SPD) sowie des Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling (SPD) schrieb Elmar Wagenbach dann der Politik so manches ins Stammbuch: „Die gesetzgeberische Flut an Vorschriften und Strukturvorgaben bringt die Krankenhäuser an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Ständige neue Vorgaben und administrative Monster lassen den Mitarbeitern immer weniger Zeit, ihrer originären Aufgabe, nämlich der Versorgung der Patienten, nachzukommen. Im Hinblick auf das Megathema der Zukunft, den Fachkräftemangel, ist es unseres Erachtens unverantwortlich, weiterhin das Gesundheitssystem zu verkomplizieren und damit die wertvollste Ressource, die Mitarbeiter, zu verschwenden.“

Krankenhäuser seien keine marktwirtschaftlichen Betriebe, betonte der Geschäftsführende Vorstand unter dem Applaus seiner Zuhörer. Vielmehr erfüllten sie einen wesentlichen Teil der Daseinsfürsorge. „Nehmen sie unsere Sorgen mit und lassen sie diese in ihre politischen Gremien einfließen“, so die Bitte in Richtung der Abgeordneten.

Gastredner und „Ermutiger“ Johannes Warth, der nach 2013 zum zweiten Mal zu Gast im St.-Antonius-Hospital war, nahm anschließend noch einmal den Begriff „hospitalis“ auf, der auch die Hinwendung beinhalte. „Und dafür ist Achtsamkeit unabdingbar“, begründete der Referent den Titel seines Vortrags „Achtsamkeiten“, bei dem „acht Samen, die gesät werden sollten, um ernten zu können“, darunter das Gemeinsame, Ehrfurchtsame und nicht zuletzt Freudsame, im Mittelpunkt standen.

Musikalisch gestaltet wurde der Neujahrsempfang, dem ein von den Pfarrern Christoph Graaff und Michael Datené zelebrierter Gottesdienst vorausging, von zwei Schülern der Bischöflichen Liebfrauenschule. Violinistin Laura Thülen interpretierte Fritz Kreislers „Sicilienne“, Lukas Servaty ließ „Leon´s Waltz“ und „Always Changing“ von Martin Pfeifer am Klavier erklingen.

Mit persönlichen Dankes- und Schlussworten von Privatdozent Dr. Alexander D. Bach, Ärztlicher Direktor des St.-Antonius-Hospitals, der betonte, den von Johannes Warth propagierten Mut im gerade begonnenen Jahr an den Tag legen zu wollen, ging der offizielle Teil des Neujahrsempfangs zu enden. Gespräche in kleiner Runde folgten.

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