Sportförderung: Kicker streichen das meiste Geld ein

Von: Patrick Nowicki und Tobias Röber
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Schwergewicht Fußball: Bei der Sportförderung in Eschweiler bekommen die zwölf Fußballvereine das größte Stück des Kuchens. Grafik: Horst Thomas Foto: Horst Thomas

Eschweiler. Im Fernsehen regiert König Fußball, auch in Eschweiler? Zumindest haben viele Indestädter den Eindruck, dass Fußballvereine eher einen Zuschuss aus der klammen Stadtkasse erhalten als andere Vereine. Aber stimmt das?

Was die Sportstätten betrifft, so können sich die Fußballer nicht beklagen. Sämtliche zwölf Fußballvereine besitzen eigene Sportstätten. Neue Sportheime erhielten der SV Nothberg, Preußen Hastenrath und der SV St. Jöris. Mit dem Bau der Großsportanlage im Jahr 1999 in Dürwiß erhielten die Germania und der SCB Laurenzberg eine neue Anlage. Neue Kunstrasenplätze erhielten Falke Bergrath und die Sportfreunde Hehlrath.

In diesem Jahr soll in Hastenrath ein weiterer Kunstrasenplatz für 45.0000 Euro gebaut werden. Bergrath streicht einen Zuschuss für ein weiteres Kunstrasen-Kleinspielfeld ein: 40.000 Euro sind im Etat 2014 verankert. Da kommt ein beträchtliches Sümmchen zusammen, wenn man auch noch die jeweilige Platzpflege hinzurechnet.

Die Zuschüsse der Stadt zur Förderung des Sports sind gekoppelt an der Mitgliedsstärke der jeweiligen Vereine. Im vergangenen Jahr schüttete die Stadt 56.976,50 Euro aus. Den größten Anteil, nämlich 17.020 Euro, strichen die Fußballvereine ein, gefolgt von den wassersporttreibenden Vereinen (7935), den Turnvereinen (7790), den Leichtathletikvereinen (6275) und den Kampfsportvereinen (5203). Die restlichen 12.753,50 Euro heimsten andere Vereine ein. Auch für 2014 ist vorgesehen, etwa 60.000 Euro an Jugendzuschüssen zu zahlen.

Große Investitionen wurden im vergangenen Jahr nicht im Sport getätigt. Das soll sich bekanntlich in diesem Jahr ändern, wenn der Kunstrasenplatz Hastenrath entstehen soll. Da die klamme Stadt die 450000 Euro eigentlich nicht aufbringen kann, verrechnet sie die Investition in den Kunstrasen mit dem Grundstücksverkauf auf dem heutigen Sportplatz des SV Nothberg. Die Fusion der beiden Vereine im Süden macht diesen Weg möglich. Das Nothberger Sportheim, erst vor zwei Jahren seiner Bestimmung übergeben, wird neu genutzt.

Die Investitionskostenzuschüsse an die Sportvereine fielen mit 3548,67 Euro im vergangenen Jahr bescheiden aus. 1533,88 Euro gingen an den Wassersport, 1054,48 Euro an die Leichtathletik und nur 137,94 Euro an den Fußball.

Vom Land erhält die Stadt Eschweiler in jedem Jahr eine Sportpauschale in Höhe von etwa 150.000 Euro. Die Verteilung des Geldes wird vom Rat bestimmt. Ein Drittel dieser Summe ging im vergangenen an keinen Sportverein, sondern in die Skateranlage. Weitere 20.737 Euro zahlte die Stadt für einen Allradschlepper zur Platzpflege. Den Rest der Sportpauschale steckt die Stadt jedoch in den neuen Kunstrasenplatz in Hastenrath, also 80.000 Euro. Dies ist möglich, weil man die Sportpauschale auch ansparen kann.

Jetzt sind Sie an der Reihe: Ist es gerecht, dass Fußballvereine so hohe Zuschüsse erhalten? Sind 450.000 Euro für einen Kunstrasenplatz eine sinnvolle Ausgabe? Sollten solche Summen auch in der nächsten Wahlperiode, also bis zum Jahr 2020 in die Eschweiler Fußballstätten fließen.

Diskutieren Sie mit: im Internet unter www.leser-meinung.de/eschweiler2020. Oder schreiben Sie uns eine E-Mail: lokales-eschweiler@zeitungsverlag-aachen.de. Gerne können Sie auch ein anderes Thema nennen, das wir im Vorfeld der Kommunalwahlen diskutieren sollen oder mit dem wir die Parteien konfrontieren.

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