Eschweiler - Sportabzeichen: 122-Kilo-Hühne zeigt seinen Spezialgriff

Sportabzeichen: 122-Kilo-Hühne zeigt seinen Spezialgriff

Von: Andreas Röchter
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Nicht zur Nachahmung empfohlen: Andreas Tölzer zeigt den nach ihm benannten „Umdreher“ in der Aula der Realschule Patternhof. Foto: Andreas Röchter
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Wann erlebt man einen Vizeweltmeister schon einmal so hautnah? Andreas Tölzer schrieb fleißig Autogramme. Foto: Andreas Röchter
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Die Absolventen des Sportabzeichens in diesem Jahr: die Teilnehmer der Vereine... Foto: Irmgard Röhseler
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... der Grundschulen... Foto: Irmgard Röhseler
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... und der weiterführenden Schulen bei der Feier in der Realschule. Foto: Irmgard Röhseler

Eschweiler. Eine einmal mehr beeindruckende Zahl: 970 indestädtische Athleten aller Altersklassen legten im zurückliegenden Jahr das Deutsche Sportabzeichen ab. Am Samstag erhielten sie nun in der Aula der Realschule Patternhof ihren verdienten Lohn.

Denn im Zuge der Feierstunde, bei der erneut die Raiffeisen-Bank Eschweiler als Gastgeber fungierte, und die auf Grund der großen Zahl der zu ehrenden Sportler in drei Teilen stattfand, nahmen sie nicht nur ihre Urkunden in Empfang, sondern kamen auch in den Genuss, einen ehemaligen Sportler von Weltformat näher kennenzulernen: Judoka Andreas Tölzer, der unter anderem bei den Olympischen Spielen von London im Jahr 2012 die Bronzemedaille in der Gewichtsklasse über 100 Kilogramm gewann.

Er stand den Fragen von Co-Moderator Charly Biernat Rede und Antwort, beeindruckte mit seiner durch und durch bodenständigen Art und ließ es sich nicht nehmen, in den Judogi (Judoanzug) zu schlüpfen, um den staunenden Zuschauern seinen nach ihm benannten Spezial-Haltegriff, den „Tölzer-Umdreher“, vorzuführen. Ebenso großartig kam die Demonstration der jungen Judoka des Jülicher Judoclubs bei den Gästen an. Die Nachwuchskämpfer zeigten dabei sowohl ihre Fall- als auch Griff- und Wurfkünste.

„Glückwunsch, ihr habt großartiges geleistet“, gratulierte Moderator Christoph Herzog am Samstagmorgen zunächst mehr als 100 Grundschülern, die als erste ihre Urkunden aus den Händen von Bürgermeister Rudi Bertram sowie Johannes Gastreich, Vorstandssprecher der Raiffeisen-Bank Eschweiler, in Empfang nahmen, bevor im weiteren Verlauf des Tages auch die Schüler der weiterführenden Schulen sowie die Vereinssportler in diesen Genuss kamen. „Sport ist wichtig. Und es ist grandios, dass es hier in Eschweiler erneut gelungen ist, an die magische Zahl von 1000 Sportabzeichen heranzukommen“, so der Vorsitzende des indestädtischen Stadtsportverbands.

In seinem kurzen Grußwort hob Bürgermeister Rudi Bertram hervor, dass es zahlreiche Menschen in Eschweiler gebe, die immer wieder Herz für den Sport zeigten: „Mein Dank gilt allen, die den Sport ehrenamtlich unterstützen und es damit auch ermöglichen, dass so viele Menschen das Sportabzeichen ablegen können.“ Darüber hinaus appellierte er vor allem an die jungen Sportler, am Ball zu bleiben. „Ich hoffe, wir sehen uns im kommenden Jahr hier wieder“, so der Verwaltungschef.

Ein Wunsch, dem sich Johannes Gastreich anschloss. „Sport hält gesund. Er stimmt Körper, Geist und Seele positiv“, betonte der Vorstandsvorsitzende, bevor er an sein erstes Treffen mit Andreas Tölzer zurückdachte. „Wir sind uns erstmals bei der Veranstaltung Sterne des Sports in Düsseldorf begegnet. Kurzentschlossen habe ich ihn gefragt, ob er sich vorstellen könne, zur Verleihung des Deutschen Sportabzeichens nach Eschweiler zu kommen. Andreas Tölzer hat spontan zugesagt“, zeigte sich Johannes Gastreich begeistert. „Über meinen Vorstandskollegen Bernd Schendzielorz, der selbst seit seinem zwölften Lebensjahr als Judoka aktiv ist, sind wir dann an den Jülicher Judoclub herangetreten, der heute hier mit einigen jungen Kämpfern und Kämpferinnen vor Ort ist“, fieberte der Gastgeber den Judo-Demonstrationen entgegen.

Dann schlug die Stunde von „Mister Olympia“ Charly Biernat, der Andreas Tölzer auf die Bühne zum Gespräch bat. Wie ist der spätere Olympionike denn eigentlich zum Judo gekommen? „Ich habe zwei ältere Brüder, da wird schon mal gerne gerauft. Unsere Eltern wollten dies jedoch in geordnete Bahnen lenken und die Verletzungsgefahr minimieren. Judo lautete die Lösung. Meine Brüder haben recht schnell wieder aufgehört, ich bin dabeigeblieben.“

Kann man wohl sagen! Bis zu seinem Karriereende im Jahr 2013 absolvierte Andreas Tölzer ein Trainingspensum von bis zu 40 Stunden pro Woche! „Meine Trainer waren für mich immer sehr wichtig. Vor allem, um mich mental zu stabilisieren“, so der 15-malige Deutsche Meister, der nicht umsonst den Spitznamen „Bulle von Gladbach“ trug. „Mein ideales Kampfgewicht betrug bei einer Größe von 1,93 Meter 145 Kilogramm. Davon sind derzeit noch 122 Kilogramm übrig. Ein solches Wettkampfgewicht war aber auch notwendig, um meinen Gegnern Paroli und mehr bieten zu können. Mein schwerster Gegner, ein Spanier, wog nämlich 220 Kilogramm“, nannte der stellvertretende Leiter der Sportfördergruppe Köln der Bundeswehr Zahlen, die die Zuhörer im wahrsten Sinne des Wortes schwer beeindruckten.

Bevor ein siebenminütiger Film einige der Höhepunkte der Karriere von Andreas Tölzer visualisierte, gab auch Leander Fürst, Vorsitzender und aktiver Judoka des Jülicher Judoclubs, Einblicke in die aus Japan stammende Selbstverteidigungskunst. „Judo vermittelt Werte, nicht zuletzt den Respekt vor dem Gegner. Entscheidend ist, dass die Trainer dem Judonachwuchs als Vorbilder dienen. In erster Linie sollen Trainer den Spaß am Sport vermitteln, denn nicht jeder kann zum Hochleistungssportler werden.“

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