Eschweiler - Spirituelles Gemeinschaftserlebnis beim Music Festival

Spirituelles Gemeinschaftserlebnis beim Music Festival

Von: psi
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Ein Ökumenischer Gottesdienst begleitet von Jazzmusik: eine ganz besondere Atmosphäre am Sonntagmorgen in der Pfarrkirche St. Peter-und-Paul am Marktplatz. Foto: Santosi

Eschweiler. Es waren natürlich nicht die sprichwörtlich biblischen Trompeten von Jericho, die den Ökumenischen Gottesdienst im Rahmen des EMF am Sonntag morgen eröffneten. Vielmehr begleiteten die Mannen von Fats Lummas „Renew Brass Band“ mit ihren Instrumenten den Einzug in die Pfarrkirche St. Peter-und-Paul als mittlerweile sehr willkommene Tradition im Rahmen des Eschweiler Music Festivals.

Der Gottesdienst wurde gestaltet als ökumenische Teamarbeit von Diakon Bernhard Habermeyer, Dieter Sommer von der Evangelischen Kirchengemeinde, Peter Guthörl von der Freien Evangelischen Gemeinde, Walter Wieser von der Agape-Gemeinde, Brigitte Esser vom Ökumenekreis St. Peter-und-Paul sowie Erich Schröder, Vorstand des Pfarrgemeinderates.

An der Vielzahl der Mitwirkenden und der musikalischen Alternativgestaltung lässt sich erkennen, das der Ökumenische Gottesdienst sich um glaubensübergreifende Gemeinsamkeiten bemüht. Gemeinsamkeiten wie etwa die Taufe, die ein verbindendes Element nahezu aller christlichen Kirchen und Gemeinschaften darstellt.

Der junge Afghane Dawud Zamani zum Beispiel wurde erst am Samstag durch die Taufe in Eschweiler in die christlich-katholische Gemeinschaft aufgenommen. Ein Zeichen für die durchaus lebendige und aktive Integrationsarbeit, die die Kirche in Eschweiler leistet. In der Lesung hörten die Besucher der Messe aber auch Selbstkritisches, was etwa die schwindende Anzahl der Gemeindemitglieder oder die notwendige Zusammenlegung von Kirchengemeinden angeht. Im Vordergrund der Messe stand jedoch eindeutig das gemeinsame spirituelle Erlebnis, diesmal mit einem gewollt anderen liturgischen Ansatz.

Die erfrischend swingende Jazzmusik der Renew Brass Band stammt bekanntlich aus dem afro-amerikanischen Kulturraum und zauberte immer wieder für Momente eine geradezu entspannte Atmosphäre in die Pfarrkirche, wie man sie ansonsten nur aus Berichten und Dokumentationen etwa über Baptistengemeinden in den USA kennt. Hier ergibt sich eine interessante Verbindung zum Konzert der Blues Brothers Band auf dem Marktplatz vor wenigen Tagen und dem gleichnamigen Film aus dem Jahre 1980. Auch darin spielt die „Erweckung“ der Protagonisten in einer Kirche voller Musik und tanzender Menschen eine wesentliche Rolle.

Blechblasinstrumente haben es nicht immer einfach in einer großen Kirche mit ihrem in aller Regel ausladenden Hallraum. Das wussten die Musiker aber ganz gut durch eine angepasste Dynamik auszugleichen. Bandleader Klaus „Fats“ Lumma kultiviert enge Beziehungen zur US-amerikanischen Stadt New Orleans, wo er auch mit dem dortigen Pastor Father LeDoux eine enge Freundschaft pflegt. Lumma unterwies die Gläubigen am Sonntag früh amüsant in einige Aspekte der Denkweise des afroamerikanischen Glaubens und demonstrierte auch gleich ein paar dezente, nachahmenswerte Körperübungen dazu.

Der Ökumenische Gottesdienst ist und bleibt hoffentlich auch wegen seiner spirituellen und musikalischen Besonderheit ein schöner Baustein des EMF-Gesamtkonzeptes.

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