Spezialklebstoff: Gut 6,2 Millionen bleiben im IGP kleben

Von: Rudolf Müller
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Pionier im IGP: Das bisherige Domizil der „Eukalin Spezialklebstoff Fabrik GmbH“ an der Ernst-Abbe-Straße wird in den kommenden Monaten erweitert. Damit steigert das weltweit agierende Unternehmen seine Fertigungskapazität um rund 50 Prozent. Foto: Rudolf Müller
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Wer auf dem Weltmarkt dicke Bretter bohren will, der muss auch blanke Spaten in harten Asphalt stechen können: (von links) Eukalin-Inhaber Dr. Joachim Schulz, Jan Schulz-Wachler, Bürgermeister Rudi Bertram, Geschäftsführer Timm Koepchen, Stadt-Strukturförderungsgesellschaftsvorsitzender Dieter Kamp und Bauunternehmer Stephan Hundhausen.

Eschweiler. Sie hatten ein gutes Näschen, die Wachlers, als sie ihr 1904 in Aachen gegründetes Unternehmen 1992 nach Eschweiler verlagerten. Die erst vier Jahre zuvor in „Eukalin“ umbenannte Firma war die erste, die im brandneuen Industrie- und Gewerbepark (IGP) zwischen Dürwiß und Weisweiler ihr Domizil errichtete.

Die erste, die die Vorzüge des IGP mit seiner vorzüglichen Anbindung an gleich zwei Autobahnen zu schätzen wusste.

„Arbeiten im Park“ – dieses Konzept, das inzwischen Dutzende weiterer Firmen überzeugt hat, genießt der Global Player in Sachen Spezialklebstoffe auch heute noch. „Wir fühlen uns hier sehr wohl“, bestätigt Inhaber Dr. Joachim Schulz. Und ergänzt mit Blick auf Bürgermeister Rudi Bertram: „Wir freuen uns, auch weiterhin unsere Gewerbesteuern hier zu zahlen.“

Dass Rudi Bertram am Mittwochnachmittag gemeinsam mit Dieter Kamp, dem Leiter der Strukturförderungsgesellschaft Eschweiler, bei Eukalin an der Ernst-Abbe-Straße erschien, hatte einen guten Grund: Mehr als 6,2 Millionen Euro investiert das Unternehmen derzeit in den zukunftssicheren Ausbau des Standorts.

„Durch die erfolgreiche Ausweitung unseres internationalen Geschäfts stoßen wir sowohl im Produktions- als auch im Logistikbereich an unsere Kapazitätsgrenzen“, erklärt Eukalin-Geschäftsführer Timm Koepchen. Insbesondere die gute Nachfrage in den USA hat dazu beigetragen. Hier – in Arlington nahe Memphis/Tennessee – hat Eukalin vor sieben Jahren ein eigenes Tochterunternehmen für den Vertrieb seiner Spezial-Klebstoffe gegründet.

Auf dem firmeneigenen, rund 50000 Quadratmeter großen Gelände an der Enst-Abbe-Straße griffen Eukalin- und Stadtobere am Mittwoch zum Spaten, um symbolisch den Auftakt zu den Bauarbeiten zu leisten, die in den kommenden zwölf Monaten auf rund 2000 Quadratmetern Fläche eine Halle zur Erweiterung der Fertigungs- und Logistikkapazitäten zu errichten. Dies bedeutet eine Erweiterung der Produktionskapazitäten um rund 50 Prozent. Eine der bestehenden Logistikhallen wird zudem erweitert und auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Teil der Modernisierung ist auch eine neue Rohstoff-Siloanlage, in die Eukalin circa eine Million Euro investiert. „Durch die Erweiterung der Logistikhallen entstehen unter anderem neue Laderampen. Dadurch lassen sich alle Aufträge künftig schneller und effizienter bearbeiten“, betont Timm Koepchen.

Die Erweiterung hat auch eine Erhöhung der Mitarbeiterzahl zur Folge: Fünf neue Arbeitsplätze sind bereits seit Anfang des Jahres entstanden. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 60 Menschen.

Von Eschweiler aus exportiert es seine Produkte in mittlerweile 127 Länder der Erde. Die Eukalin Spezial-Klebstoff Fabrik GmbH, in dritter Generation durch Dr. Joachim Schulz inhabergeführt, bietet ihren Kunden aus der Briefumschlagsindustrie, Druck- und Druckweiterverarbeitung, der Verpackungsindustrie sowie Kunden mit Sonderanwendungen heute individuell zugeschnittene Produkte an.

Auch nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus hat Eukalin im IGP noch Flächenreserven. Und die sind im Industrie- und Gewerbepark enorm gefragt. „Fast jeder hier möchte noch Flächen hinzukaufen“, weiß Bürgermeister Rudi Bertram. „Wir haben nach wie vor etliche Anfragen, von großen wie kleinen Firmen.“ Allerdings sind gut 95 Prozent der Fläche vermarktet und nur noch zwei Rest-Areale mit insgesamt etwa zwei Hektar Fläche verfügbar. Arrondierungen, so Rudi Bertram, sollen bald neue Möglichkeiten schaffen.

So am Grachtweg: ein 31 Hektar großes interkommunales Gewerbegebiet, das Eschweiler gemeinsam mit Inden entwickelt. Und für ein zwölf Hektar großes Gebiet (IGP 2) nahe der RWE-Ausbildungswerkstatt ist bereits der Aufstellungsbeschluss gefasst. Dagegen ist im nahen Gewerbegebiet In der Krause inzwischen alles „dicht“.

Der IGP, der 1992 in die Vermarktung ging, sollte als Modell-Projekt, gefördert mit Mitteln des Landes, neue Wege der Industrie- und Gewerbeansiedlung zeigen. Seine größten Vorzüge neben der Lage im Grünen: 0,5 km bis zum Autobahnanschluss an die A4 und 10 km bis zum Anschluss an die A44. 31 Betriebe wurden hier bislang angesiedelt; ein weiteres Unternehmen will kurzfristig mit der Errichtung einer Betriebsstätte beginnen. Angesiedelt wurde ein gesunder Branchenmix aus Logistik, Medizintechnik, Maschinenbau, Chemie, Lebensmittel sowie Software/IT. Die Anzahl der Arbeitsplätze wird auf 1350 geschätzt.

„Durch eine naturnah gestaltete Umgebung mit einem großzügigen Anteil an Grünflächen erhalten die Menschen hier eine Arbeitsstätte mit Atmosphäre und die Unternehmen eine repräsentative Umgebung. Die Gesamtfläche von 130 ha besteht zu ca. 40 Prozent als Freiflächen: natürlicher Waldbestand, Wasser- und Wiesenflächen“, heißt es in einer Werbebroschüre der Stadt.

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