Spannungsvolles Wechselspiel auf der Leinwand

Von: Christoph Hahn
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Offenbaren etwas und verschleiern etwas zugleich: Astrid Bohne präsentiert ihre Bilder derzeit in Alexanders Göttmanns Kunstwerkstatt im Eschweiler Hauptbahnhof. Foto: Christoph Hahn

Eschweiler. Dann und wann poltert unten ein Zug vorbei – kein Wunder, denn Alexander Göttmanns Kunstwerkstatt befindet sich im Obergeschoss des Eschweiler Hauptbahnhofs. Auf Astrid Bohnes Bildern aber ist alles anders: Nichts an ihnen schreit; nichts an ihnen ist laut. Sie sind groß, aber auch wundersam still – und bis zum 25. Oktober unter dem Titel „Ich sehe dich“ in der Werkstatt zu Gast.

Köpfe oder Körper erkennt der Betrachter auf den Bildern von Astrid Bohne, die – ebenfalls in der Inde-Stadt – als Bildende Künstlerin und Architektin arbeitet. Aber je mehr er etwas zu erkennen glaubt, desto mehr sieht er auch, dass sich so etwas wie ein Schleier oder ein Vorhang über die Fläche schiebt und die Klarheit der Figur überlagert. Astrid Bohnes Bilder zeigen etwas her und verweigern es doch wenige Augenblicke später. Das spannungsvolle Wechselspiel zwischen Herzeigen und Verdecken haben die Malerin und ihr Gastgeber auch in einem Gemeinschaftswerk durchexerziert: Er hat sie gemalt, sie für die verschleiernden Elemente gesorgt – in der Stille und schweigend, wie sich Astrid Bohne erinnert.

Dass sich etwas etwas offenbart und dann wieder verunklart, gehört zur künstlerischen Strategie. Ihre Werke seien „Momentaufnahmen“. „Im Nu“ sei etwas erkannt, bevor der Eindruck wieder vage werde.

Was erst einmal sinnlich wirkt, hat aber durchaus handwerkliche Dimensionen, denn bevor sie der Fläche oder Teilen von ihr einen Schleier überzieht, rührt Astrid Bohne eine Paste aus Gesteinsmehlen und Wasser an, die sie dann auf die bemalte Oberfläche aufträgt.

Diese Bilder sind übrigens nicht die einzigen Exponate. Oben, an der Treppe, die aus dem Erdgeschoss in die Kunstwerkstatt hinaufführt, hat Astrid Bohne 99 Mini-Porträts zu einem Ensemble gruppiert. Der Besucher ist aufgerufen, sich einen Handspiegel vorzuhalten und sein Spiegelbild zum 100. Porträt zu machen.

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