Eschweiler-Röthgen - Spannendes in alten Mauern: Röthgener Burg-Geburtstag

Spannendes in alten Mauern: Röthgener Burg-Geburtstag

Von: Tobias Röber
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Ralf Herff von den Stolberger Burgrittern, Max Krieger (Schirmherr des Burgfests), Lea, Kirsten und Heinz-Peter Kugel sowie Monika Medic (von links) freuen sich auf das Burgfest am 18. Oktober. Foto: Tobias Röber

Eschweiler-Röthgen. So ganz genau weiß man nicht, wie alt sie ist. Das genaue Entstehungsdatum ist historisch nämlich nicht belegt. Kirsten Kugel, Burgherrin anno 2014, weiß jedoch, „dass Edmund von Röthgen im Jahr 1348 urkundlich als auf der Burg ansässig erwähnt wird. Grund genug zu feiern. Und so heißt es am Samstag, 18 Oktober: 666 Jahre Röthgener Burg.

Es ist eine bewegte Geschichte, die die alten Gemäuer hinter sich haben. Es sind dicke Wände. Sehr dicke. „Damals haben die Menschen schon verstanden, wie man richtig isoliert“, sagt Marie-Theres Kugel. Sie ist die Mutter von Heinz-Peter Kugel, der die Burg mit seiner Familie bewohnt. Marie-Theres Kugel weiß eine Menge über die Geschichte des prachtvollen Bauwerks. Sie hat lange recherchiert und bringt in Zusammenarbeit mit dem Eschweiler Geschichtsverein in Kürze ein Buch raus. Natürlich über die Röthgener Burg.

Reise ins Mittelalter

Einen Hauch von der Geschichte können die Besucher in der kommenden Woche mitnehmen. Die Gäste des Burgfestes können nämlich an Burgführungen teilnehmen, und zwei Ritterschaften entführen die Besucher ins Mittelalter.

Im Grunde gibt es gleich zwei Geburtstage zu feiern. Der alte Teil der Röthgener Burg wird (teuflische) 666 Jahre alt, der „neue“ Teil der Burg feiert 500. Geburtstag. Die Röthgener Burg ist übrigens Namensgeberin für den Stadtteil, in dem sie steht. Das Bauwerk ist ursprünglich eine typische rheinische Wasserburg. Will heißen: Die Hauptburg befindet sich auf einem Hügel, ein Wassergraben trennt Haupt- und Vorburg.

Die ersten Ritter der Röthgener Burg zählten zu den Gefolgsleuten der Jülicher Grafen. Ritter van me Roitgen sollte sich im Jahr 1278 einem Kriegszug des Jülicher Grafen gegen Aachen anschließen. Tat er aber nicht und überlebte. Der Grund: Ein Jagdunfall hinderte ihn an der Teilnahme. Es folgten etliche Besitzerwechsel. Die Jahreszahl 1514 auf einer Wetterfahne lässt vermuten, dass Wilhelm von Horst zu Hurt die Burg grundlegend um- und ausbauen ließ. Die Wetterfahne gibt es immer noch, wenn auch ein wenig schief. „Der Falke setzt sich immer darauf“, erklärt Kirsten Kugel und lacht.

Akten aus dem 17. Jahrhundert bezeugen die Burg als Stammsitz der Ritter von Engelsdorf (genannt Merötgen), die dort schon im 13. Jahrhundert lebten. Unklar ist das Verhältnis der Ritter von Röthgen zu den Rittern von Engelsdorf. Nach derzeitiger Urkundenlage scheinen beide Geschlechter die Röthgener Burganlage im 14. Jahrhundert bewohnt zu haben. Nach den von der Horsts fiel das Gebäude an die Herren von Harff und im Jahr 1691 an die Freiherren von Bourscheidt, eine luxemburgische Adelsfamilie, in deren Besitz sich die Burg 250 Jahre lang befand. Noch heute erinnern Straßennamen an die Adelsgeschlechter.

Um das während des Krieges stark zerstörte Haus Rath, das ebenfalls den von Bourscheidts gehörte, zu retten, verkauften die Erben die Burg im Jahr 1949 an die „Braunkohle-Industrie-Aktien-Gesellschaft-Zukunft“ (BIAG Zukunft). Im Jahr 1954 kaufte Peter Kugel aus Hehlrath, dessen elterlicher Hof größtenteils abgebaggert worden war, die Burg Röthgen samt Ländereien.

1968 begann er, unterstützt vom damaligen Stadtdirektor Bernhard Sperlich, und unter Leitung des Aachener Dombaumeisters und Stadtkonservators Dr. Leo Hugot mit dem Wiederaufbau. Der ist gelungen - wie man sich 666 Jahre nach der ersten Erwähnung am 18. Oktober überzeugen kann.

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