Spannende Schulstunden: Superintendent besucht Berufskolleg

Letzte Aktualisierung:
6436595.jpg
Miteinander und voneinander lernen: Die Schüler des Berufskollegs tauschten sich rege mit ihrem Besucher, Superintendent Pfarrer Jens Sannig aus. Foto: B. Dankert

Eschweiler. Der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Jülich, Pfarrer Jens Sannig, und die Bezirksbeauftragte für den Evangelischen Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen, Pfarrerin Bernhild Dankert, haben einen ganzen Vormittag am Berufskolleg in Eschweiler verbracht. Wie bei solchen Besuchen üblich, gehörte ein Austausch mit Schülern ebenso dazu wie Gespräche mit der Schulleitung sowie Religionslehrern.

Nach der Begrüßung durch den Schulleiter Thomas Gurdon und seinen Stellvertreter Christoph Happe absolvierten die beiden Gäste einen engagierten Stundenplan: drei Doppelstunden.

Beim Gespräch mit 25 Schülern der 13B „Höhere Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung“ war von Müdigkeit (1. Schulstunde!) nichts zu spüren. Engagiert ging es zur Sache. Katholische, evangelische und muslimische Jugendliche verbindet hier ein großes Interesse an der jeweils eigenen Religion, an den anderen Religionen und nicht zuletzt am Religionsunterricht. Diesen schätzen sie im Klassenverband, weil man so in einem lebendigen Austausch voneinander lernt, die eigene Meinung äußern und die anderer hören kann sowie nicht zuletzt auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der jeweiligen Religion beziehungsweise der religiösen Praxis erfährt. Bei vielen, so erfuhren die beiden Besucher, spielt Gott im Leben eine Rolle. Und sie erwarten, dass die Einübung von Toleranz gegenüber Andersglaubenden, wie sie in der Schule geschieht, respektvollen Umgang mit anderen auch später im Beruf erleichtert.

Karl D. aus Heinsberg

Im Zusammenhang mit der Frage, was ein schlechter Mensch sei und ob es zum Beispiel für einen Straftäter, der Kinder missbraucht hat, die Chance für einen Neuanfang geben dürfe, brachte der Superintendent das Beispiel des haftentlassenen Karl D. aus Heinsberg-Randerath ins Gespräch. Hier zeigte sich, dass die Schüler in der Lage sind, engagiert kontrovers zu diskutieren.

Thomas Gurdon und Christoph Happe nahmen sich anschließend zwei Schulstunden Zeit, um den beiden Gästen vom Kirchenkreis das Berufskolleg Eschweiler nahezubringen. Ganz sicher erfreulich zu hören, dass Pfarrerin Dorothee Neubert einen festen und angesehenen Platz im Schulkollegium hat. „Wir haben nicht nur eine Religionslehrerin, wir haben eine Seelsorgerin.“ So wie die Pfarrerin über den Unterricht hinaus für die Schüler sowie Kollegen und die Mitarbeiter der Schule als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht und sie etwa in Konfliktsituationen beraten und schwierigen Lebenssituationen begleiten kann, so sieht die Schulleitung insgesamt die Arbeit am Berufskolleg: Die Arbeit sei mehr als „nur“ Unterricht. In diesem größten Berufskolleg der Städteregion Aachen gebe es neben dem Unterricht ein vielfältiges Angebot an Beratungen, Arbeitsgemeinschaften und Schüleraustausch.

„Auszeit“ und Paketaktion

Zwei außerunterrichtliche Aktionen des Religionsunterrichtes seien besonders zu erwähnen: Zum einen am Jahres- und am Schuljahresende jeweils eine „Auszeit“. Und nicht zuletzt werde die Weihnachtspaketaktion der Eschweiler Tafel unterstützt.

Gewissermaßen auf der Zielgeraden des Schulbesuches hatten Superintendent Sannig und Pfarrerin Dankert ausgiebig Gelegenheit, mit allen Religionslehrern der beiden großen Konfessionen ins Gespräch zu kommen. Die Botschaft der Unterrichtenden: Es gibt einen guten kollegialen Austausch mit regelmäßigen Treffen. Pfarrerin Neubert als einzige evangelische Religionslehrerin steht dabei zehn katholischen Kollegen gegenüber. Alle, die in diesem Fach an der Schule unterrichten, sehen ihren Unterricht auch als Beziehungsarbeit, was ihn zu einer besonderen Herausforderung für die Unterrichtenden mache. Dieses Fach erhebe einen hohen Anspruch, weil es nicht zuletzt auch um existentielle Fragen gehe. Religionslehrer seien auch als Personen gefordert: Sie könnten sich bestimmten Fragen nicht verschließen und müssten gegebenenfalls bereit sein, vom eigenen Glauben zu erzählen.

Als wichtiges Anliegen wurde formuliert, dass Kirche in noch viel höherem Maße sprachfähig werden müsse, gerade auch im Blick auf die Menschen, die mit Kirche nichts mehr anfangen könnten. Und in diesem Zusammenhang wurde Pfarrerin Neubert das Lob ihrer Kollegen zuteil: Sie habe eine Sprache, die Menschen erreicht.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert