Sozialer Wohnbau: Erste Bagger sollen bald anrollen

Von: Patrick Nowicki
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Im Gutenberg-Viertel wird ein Quartiersmanagement eingerichtet: Es soll die Integration der Flüchtlinge erleichtern. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Die Stadt macht ernst beim sozialen Wohnungsbau: So sollen in den nächsten Monaten 60 mit öffentlichen Mitteln geförderte Wohnungen in Eschweiler errichtet werden. Ausdrücklich sollen sie nicht nur Flüchtlingen, sondern auch anderen Menschen mit geringem Einkommen zur Verfügung stehen.

Nicht nur die Stadt will dafür Geld ausgeben, auch private Investoren beteiligen sich an den Bauten. Die genaue Höhe der Investitionen ist noch nicht bekannt. Der Stadtrat muss letztlich zustimmen.

Derzeit plant die Verwaltung, an drei Standorten die Bagger anrollen zu lassen. Neue Mehrfamilienhäuser sollen in Weisweiler an der Dürener Straße, in Dürwiß an der Schillerstraße sowie auf dem Ringofengelände entstehen. „Wir bleiben dabei, dass wir nicht nur an einem Fleck günstigen Wohnraum schaffen wollen“, sagt der Technische Beigeordnete Hermann Gödde.

Der Bedarf an günstigen Wohnungen sei hoch, bestätigt Bürgermeister Rudi Bertram, zumal immer mehr Menschen von einem geringen Einkommen leben müssten. „Dass wir den sozialen Wohnungsbau wieder vorantreiben, hat also nicht vorrangig mit der Flüchtlingssituation zu tun“, sagt er. Von den Aufsichtsbehörden, die angesichts der schwierigen Finanzlage der Kommunen sehr aufmerksam die Investitionsfreude der Stadt Eschweiler beobachten, hat es bereits positive Signale gegeben.

Parallel dazu wollen Stadt und private Investoren an Fördertöpfen teilhaben. „Dass wir in der Lage sind, selbst Geld in die Hand zu nehmen, verdanken wir auch den niedrigen Zinsen auf dem Kapitalmarkt“, berichtet Bertram.

Am Ringofen will ein privater Investor maximal zehn Wohneinheiten schaffen. Ansonsten tritt die Stadt oder die Strukturfördergesellschaft, eine 100-prozentige Tochter der Kommune, als Bauherrin auf. Der Vorteil: Sowohl das Gelände in Weisweiler als auch das Areal in Dürwiß befinden sich in Eigentum der Stadt Eschweiler.

In den vergangenen Jahren hat der Sozialwohnungsbau stark abgenommen. In Eschweiler entstanden zwischen 2010 und 2015 ingsesamt 25 Wohneinheiten, die mit öffentlichen Mitteln gefördert wurden. Nun sollen etwa 60 binnen kurzer Zeit gebaut werden. „Dieses Beispiel zeigt auch, dass der Weg privat vor Staat nicht mehr gilt“, meint Bürgermeister Bertram.

Dieser Grundsatz habe sich inzwischen überholt. „Die öffentliche Hand kann sich nicht aus allem zurückziehen, denn die Folgen erleben wir jetzt“, sagt er. Für ihn besonders unverständlich: Die Stadt Eschweiler hat sich von Immobilien getrennt und unter anderem die Gebäude am Hastenrather Weg und in der Erfstraße abreißen lassen. Die Grundstücke wurden verkauft. Jetzt müsse man neu bauen, meint Bertram.

An der Grachtstraße setzt die Stadtverwaltung auf eine Übergangslösung, die auch schon vom Stadtrat abgesegnet wurde. Dort wird man im Mai damit beginnen, die ersten Baracken abzureißen, um dort einen Wohncontainer zu setzen. „Der erste Trakt ist nicht mehr bewohnt“, berichtet Stadtkämmerer Stefan Kaever. Nach den Sommerferien soll der zweite Container folgen. Etwa 72 Personen können darin untergebracht werden. Die Container werden so aufgestellt, dass die städtische Fläche dahinter über eine Straße erreichbar bleibt.

Wegen der hohen Zahl an Zuweisungen von Asylbewerbern im vergangenen Jahr musste die Stadt von dem Plan, die Gebäude der Flüchtlingsunterkunft an der Grachtstraße 14 bis 24 abzureißen, zunächst Abstand nehmen. So sollten die Gebäude zunächst saniert werden, um eine weitere Unterbringung von Asylbewerbern sicherzustellen. Allerdings stellte sich heraus, dass eine Sanierung zu kostspielig gewesen wäre. Die Wohncontainer sind nun gemietet. Langfristig soll dort ein Mischgebiet entstehen. An diesen Plänen halte man fest, betont Bürgermeister Rudi Bertram.

In den kommenden Wochen werden auch die ersten 40 Wohnungen in der Gutenbergstraße frei. Die ersten Einheiten werden gerade hergerichtet. Auch eine Hausmeisterwohnung wird darunter sein. „Ein direkter Ansprechpartner hat sich an anderen Orten bewährt“, sagt Kämmerer Stefan Kaever. Auch in West wolle man nicht nur Flüchtlingsfamilien unterbringen. Im Idealfall wolle man einen 50:50-Besatz erreichen.

Dies gelinge jedoch nicht immer, teilte Kaever mit. An der Gutenbergstraße wird in diesem Jahr ein sogenanntes Stadtteilmanagement eingerichtet, um vor allem die Integration der Menschen zu erleichtern.

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