Sozialdienst sucht weitere helfende Hände

Von: Patrick Nowicki
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Helfende Hände, wenn man nicht mehr alle Dinge des Lebens selbst regeln kann: Der Sozialdienst katholischer Frauen in Eschweiler ist auf der Suche nach weiteren Ehrenamtlern, die eine gesetzliche Betreuung übernehmen. Foto: imago/Westend61
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Stehen vor großen Herausforderungen: die Verantwortlichen des SkF Liesel Effenberg, Ursula Sieradzki und Carmen Rosendahl-Küpper (v.l.). Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Ganz schön viel los war in den vergangenen Monaten in der Geschäftsstelle des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in der Peilsgasse. „Wir müssten unser Angebot vor allem in der Allgemeinen Sozialen Beratung (ASB) deutlich aufstocken, können wir aber nicht“, sagt Carmen Rosendahl-Küpper, Geschäftsführerin des SkF. Der Grund liegt auf der Hand, es mangelt an Geld.

27.100 Euro überweist die Stadt Eschweiler zwar auch im kommenden Jahr für die Beratung der Schwächsten und Ärmsten in der Gesellschaft, damit lässt sich allerdings keine Vollzeitstelle finanzieren.

Noch liegen keine konkreten Zahlen des laufenden Jahres vor, aber die 445 Fälle in 2015 werden deutlich übertroffen. Diese Steigerung steht auch in Verbindung mit der Zuwanderung von Flüchtlingen, die sich mit ihren Problemen an den SkF wenden. Zunehmend bitten allerdings auch ältere Menschen um Hilfe, deren Renten nicht für das tägliche Leben ausreichen. „Vor allem Frauen sind im Alter von Armut bedroht, dies ist aber ein bekanntes Problem“, schildert die SkF-Vorsitzende Ursula Sieradzki.

Sie wurde vor wenigen Wochen in ihrem Amt bestätigt. 87 Menschen unterstützen und ergänzen ehrenamtlich die Arbeit der acht hauptamtlichen Mitarbeiterinnen. Diese sicherlich nicht kleine Zahl genügt jedoch nicht, um allen Anfragen bedürftiger Menschen gerecht zu werden. „Während in unserer Kleiderstube erfreulicher Weise viele Helferinnen mit anpacken, fehlen uns Ehrenamtler, die eine gesetzliche Betreuung übernehmen“, berichtet Sieradzki.

Was müssen vom Amtsgericht bestellte Betreuer leisten? Sie treten dann ein, wenn die zu betreuende Person ihr Leben nicht mehr alleine regeln kann. Dies betrifft viele ältere Menschen, für die man Aufgaben übernimmt, die das Amtsgericht vorher festgelegt hat. Mitmachen und –helfen kann jeder, der volljährig ist. „Der zeitliche Aufwand ist überschaubar und wird auch vom persönlichen Engagement der betreuenden Personen bestimmt“, sagt Rosendahl-Küpper.

Der SkF und seine Partner im Netzwerk der Betreuungsvereine in der Städteregion bieten dazu regelmäßig Fortbildungen an, die man freiwillig besuchen kann. Darüber hinaus findet einmal im Monat ein Erfahrungsaustausch zwischen den ehrenamtlichen Betreuern statt. Nach wie vor gestaltet sich die Suche nach bezahlbarem Wohnraum in Eschweiler schwierig. Dass die Stadt Eschweiler nun in den sozialen Wohnungsbau investiert, bewertet man beim SkF als positives Signal.

In der jüngsten Vergangenheit kam es auch zu einem anderen Phänomen: Flüchtlingsfamilien wandten sich an die Beratungsstelle, weil sie das Geld für ihre viel zu große Wohnung nicht mehr aufbringen konnten. Darüber hinaus waren die Räume nach Schilderung des SkF oft in einem desolaten Zustand und die Miete überteuert. Der Hintergrund ist oft ein kurioser: Die Wohnung wurde nicht über eine Behörde oder eine Institution vermittelt, sondern von Bekannten und Verwandten. „In ihrer Not unterschreiben die Flüchtlinge oft etwas, ohne genau zu wissen, was sie gerade unterschreiben“, schildert Rosendahl-Küpper.

Die Hilfe für Menschen, die vor Krieg und Terror nach Deutschland geflohen sind, läuft in Eschweiler auf Hochtouren. Aber noch greift in den Augen des SkF nicht jedes Rad ineinander. „Die Aufgaben müssen klarer festgelegt werden, damit nicht jeder viel anbietet“, setzt Rosendahl-Küpper auf Netzwerkarbeit. Sie schlägt einen runden Tisch für die Integrationsarbeit vor, an dem sich die betroffenen Organisationen besprechen und weitere Schritte gemeinsam planen. Eigene Ideen wie die Einrichtung eines Flüchtlingscafés gebe es zwar, würden aber aktuell an Personal und Geld scheitern.

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