Eschweiler - Sozialbericht: Jetzt sind die Eschweiler Bürger gefragt

Sozialbericht: Jetzt sind die Eschweiler Bürger gefragt

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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Eschweiler hat einiges zu bieten: Neben dem Stadtwald und dem Blausteinsee als große Naherholungsgebiete auch mehr als 70 Spielplätze und eine sehr gute Anbindung an die Autobahnen. Natürlich gibt es auch einige Wünsche, die offen bleiben. Diesen geht die Stadt nun nach. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Wie zufrieden sind Sie, liebe Leser, eigentlich mit Ihrem Stadtteil? Mit den Grünanlagen? Mit der Barrierefreiheit? Mit den Angeboten für Jugendliche? Mit der Anbindung an Bus und Bahn? Das und noch mehr möchte die Stadt jetzt von ihren Einwohnern wissen. Die Antworten werden in die Erstellung eines Sozialberichts einfließen.

Die Befragung ist Teil des Projekts „Gemeinsam Zukunft gestalten – Teilhabe sichern“, an dem die Stadt Eschweiler derzeit mit Förderung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen arbeitet. Dieses Projekt ist Teil der Landesinitiative „NRW hält zusammen … für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung“. Der Hintergrund ist die zunehmende Armut der Bevölkerung – auch in Eschweiler.

15 Sozialräume

Der Sozialbericht soll bis Ende des Jahres fertig sein und sehr kleinteilig ausfallen. Aus diesem Grund wurde Eschweiler von den Projektverantwortlichen um Johannes Burggraef, Geschäftsführer und Gründer der Projektplan – Wirtschafts- und Regionalberatung aus Aachen, sowie Dr. Wolfgang Joussen vom Büro B-Plan in 15 Sozialräume eingeteilt. Die 15 Sozialräume der Indestadt, die im Verlaufe des Projekts unabhängig voneinander untersucht werden, sind:

- St. Jöris, Hehlrath, Kinzweiler;
- Dürwiß, Neu-Lohn, Fronhoven;
- Weisweiler, Hücheln;
- Röhe;
- nordöstliche Innenstadt;
- nördliche Innenstadt;
- Eschweiler-Ost;
- Eschweiler-West;
- südliche Innenstadt;
- Röthgen;
- Bergrath;
- Nothberg;
- Pumpe, Stich, Aue;
- Waldsiedlung;
- Bohl, Volkenrath, Hastenrath, Scherpenseel.

Der Beigeordnete Stefan Kaever ist von Seiten der Stadt federführend am Projekt beteiligt. Zur Steuerungsgruppe gehören unter anderem Jugendamtsleiter Jürgen Termath, dessen Mitarbeiter Melanie Cremers und Olaf Tümmeler, der Sozialamtsleiter und Integrationsbeauftragte Jürgen Rombach sowie Eberhard Büttgen von der Abteilung für Planung und Entwicklung.

„Ein derart großes Projekt ist keine Aufgabe für ein einziges Amt oder einen bestimmten Ausschuss. Vernetzung und Verzahnung, um sich gegenseitig auszutauschen, sind unerlässlich. Eine Menge Arbeit liegt vor uns, und dies über Jahre“, erklärte Bürgermeister Rudi Bertram bei der Auftaktveranstaltung zu „Gemeinsam Zukunft gestalten – Teilhabe sichern“.

In den kommenden Tagen beginnt nun der Versand der Fragebögen, mit denen die Stadt Eschweiler mehr als 2800 Bürger bittet, sich an der Befragung zur Erarbeitung des Sozialberichtes intensiv zu beteiligen. Die Fragen der Stadt an die Bewohner beziehen sich auf die Bereiche „Wohnen und Wohnumfeld“, „Nahversorgung“, „Freizeit und soziale Kontakte“ sowie zur Attraktivität des Wohnens im jeweiligen Stadtteil generell. Die Auswertung der Fragebögen, die kostenlos an die Stadt zurückgeschickt werden können, erfolge selbstverständlich anonym und unter Beachtung der Grundsätze des Datenschutzes. Auch wer nicht zufällig ausgewählt wurde, kann an der Befragung teilnehmen (siehe Infobox).

Keine Stigmatisierung

Die Ergebnisse der Befragung werden zudem von weiteren Daten gestützt: Mit Hilfe von Interviews mit Experten sowie mit Bürgerforen, die bis zum Jahresende organisiert werden, finden zusätzliche Informationen und Anregungen Eingang in den Sozialbericht, der so auch konkrete Vorschläge zur weiteren bedarfsgerechten Verbesserung der Lebenssituation in den verschiedenen Stadtteilen entwickelt.

Dr. Wolfgang Joussen betont, dass es selbstverständlich nicht Zweck des Projekts sei, bestimmte Sozialräume und deren Bewohner zu stigmatisieren. Auch deswegen wolle man die Bürger und die Politik so eng es geht in dieses Projekt einbeziehen. Sobald die Zahlen vorliegen, wolle man konkrete Maßnahmen anstoßen.


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