Sozialarbeiter entlasten Lehrerkollegium

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Schon seit 18 Jahren als Sozialpädagoge an der Waldschule tätig: Lothar Horndt kann eine Menge erzählen.

Eschweiler. Alle Schulen in Eschweiler haben Schulsozialarbeiter. Jetzt auch die Grundschulen, zumindest für drei Jahre. Bürgermeister Rudi Bertram appellierte an die Kommunalpolitiker, sich schon jetzt für eine dauerhafte Lösung einzusetzen: „Drei Jahre sind schnell um.”

Die neuen Schulsozialarbeiterinnen an den Eschweiler Grundschulen seien „ein Segen für die Schule”, sagte Schulleiter Schnitzler von der Katholischen Grundschule Kinzweiler in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses. Er berichtete von einer guten Einbindung in die organisatorischen Abläufe und von einer Entlastung des Lehrerkollegiums.

Das Geld für die Sozialarbeiterinnen an den Grundschulen kommt vom der Bundesrepublik. Die Städteregion Aachen hat diese Bundesmittel durch das so genannte Bildungs- und Teilhabepaket für Schulsozialarbeit erhalten. In Eschweiler wird das Geld für diese soziale Betreuung ausschließlich an Grundschulen eingesetzt - die anderen städtischen Schulen haben bereits Schulsozialarbeiter.

An allen elf Grundschulen

Elf Grundschulen gibt es in Eschweiler, davon neun in katholischer Trägerschaft, eine in evangelischer Trägerschaft, nur eine Grundschule ist städtisch. An allen elf Grundschulen ist jetzt je eine Schulsozialarbeiterin mit 20 Wochenstunden tätig.

Zum Teil wurden auch Vollzeitkräfte eingestellt, die dann zwei Grundschulen betreuen. Arbeitspläne regeln, wann die Schulsozialarbeiterinnen zum Beispiel offene Sprechstunden anbieten, wann Unterrichtsbegleitung und Projektarbeit stattfindet. Die neuen Sozialarbeiterinnen werden im „Gesamtarbeitskreis der Schulsozialarbeiter” mitarbeiten.

In diesem in Eigenregie entstandenen Arbeitskreis tauschen sich die Eschweiler Schulsozialarbeiter regelmäßig aus und berichten über ihre Erfahrungen, zum Beispiel beim Umgang mit Mobbing.

Die Zuschüsse aus Bundesmitteln werden drei Jahre lang gezahlt - eigentlich von 2011 bis 2013. Da aber die meisten Einstellungen erst Ende 2011 oder Anfang 2012 erfolgten, kann „eine Weiterbeschäftigung mindestens bis zum Ende des Schuljahres 2013/2014 erfolgen”, so die Stadtverwaltung im Schulausschuss.

Einstellungsträger ist nicht die Stadt selber, sondern der VABW (Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung), mit dem die Stadt gerne und gut zusammen arbeitet, wie im Ausschuss versichert wurde.

Schulsozialarbeiter gibt es in Eschweiler seit vielen Jahren. Der erste war vor 18 Jahren Lothar Horndt an der Gesamtschule Waldschule. Dort ist er immer noch tätig, mittlerweile unterstützt von zwei Teilzeit-Mitarbeiterinnen.

Horndt berichtete im Schulausschuss über das breite Spektrum der Schulsozialarbeit, die aus viel mehr als nur Konfliktbewältigung besteht. Es gehe nicht darum, die Kinder dem Schulsystem anzupassen, sondern sie als Persönlichkeit ernst zu nehmen und ihre Lebenswelt zu berücksichtigen. Dabei ist auch die Zusammenarbeit mit den Eltern wichtig. Auch Kritik kam von dem Schulsozialarbeiter: „Manchen Eltern ist das Schicksal ihrer Kinder egal.”

Dass alle weiterführenden städtischen Schulen bereits Schulsozialarbeiter haben, sei ein Verdienst von Bürgermeister Bertram, dankte SPD-Sprecher Dietmar Schult-heis dem Bürgermeister. Bertram hatte vor sieben Jahren das Thema aufgegriffen und die Ausstattung aller weiterführenden Schulen mit Sozialarbeitern gefordert.

Das Ergebnis wird vom Schulamt überaus positiv bewertet: „Die Beschäftigung von Schulsozialarbeitern an allen städtischen Schulen ist ein großer Gewinn für die Schulen. Die Sozialarbeiter unterstützen und entlasten die Schulleitung in erheblichem Umfang und sind eine große Hilfe für die Schüler und ihre Eltern.”

Teil- oder Vollzeit

Die weiterführenden Schulen haben alle mindestens zwei Teilzeitstellen oder eine Vollzeitstelle, mit Ausnahme der Hauptschule in Dürwiß, die zum Jahresende aufgelöst wird. Die dortige Sozialarbeiterin hat eine 24,5-Stunden-Stelle.
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