„Sonnendach“ des Hospitals öffnet Pforten

Von: Patrick Nowicki
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Die offizielle Einsegnung: Dr. Paul Pütz (vorne links) begrüßte die zahlreiche Gäste. Foto: Nowicki
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Nach der offiziellen Einsegnung nahmen die zahlreichen Gäste einen Rundgang durch die neue onkologische Ambulanz vor. Foto: Nowicki
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Krankenhausseelsorger Thomas Kolligs sowie die Pfarrer Christoph Graaff und Ulrike Sommer (v.l.) sprachen den Segen. Foto: Nowicki

Eschweiler. Jahre der Vorbereitung, der Diskussionen und Planung endeten am Donnerstag mit einem formellen Akt, der durchaus emotional war: Die onkologische Ambulanz und das Zytostatika-Labor im St.-Antonius-Hospital wurden am späten Nachmittag offiziell eingesegnet.

Chefarzt Dr. Peter Staib sprach in seiner Dankesrede auch von einer „zukunftsweisenden Entscheidung“, die auch viel Mut erfordert habe. Letzteres vor allem deshalb, weil der gesamte Umbau des Krankenhauses mit dem vierten Aufzug, der neuen Etage, dem Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach und schließlich dem neuen Brandschutzkonzept in der Summe etwa 10,5 Millionen Euro verschlungen hat.

Lob an die Mitarbeiter

Emotional wurde es nicht nur bei der Einsegnung, die Pfarrer Christoph Graaff, Pfarrerin Ulrike Sommer und Krankenhausseelsorger Thomas Kolligs vornahmen: Als Staib auf seine Mitarbeiter zu sprechen kam, versagte ihm die Stimme. „Ihr habt Großartiges geleistet“, lobte er. Am vergangenen Wochenende noch wurden die Umzugskartons gepackt und auf die 8. Etage gebracht, am Montag standen die ersten Patienten am Empfang. Dies allein war jedoch nicht der Hintergrund des Lobes: Bei der Gestaltung der onkologischen Ambulanz arbeitete das Team intensiv mit.

So betonte der Geschäftsführende Vorstand, Elmar Wagenbach: „Die Beschreibung der Abläufe war das Maß für den Architekten.“ Der Wartezone, wo auch die Blutabnahme erfolgt, folgt die Anmeldung, ehe es zu den Arztzimmern geht. Dem schließen sich die Räume mit den insgesamt 26 Therapieplätzen an.

Dies ist der Weg, den in der Regel ein Krebspatient dort auch durchläuft. Zusätzlich wird auf der 1600 Quadratmeter großen Etage auch das Zytostatika-Labor untergebracht. Es versorgt neben dem Eschweiler Hospital weitere acht Krankenhäuser in der Region mit Mitteln für die individuelle Chemotherapie.

Wagenbach verschwieg vor zahlreichen Gästen nicht, dass der Weg bis zur gestrigen Einweihung ein steiniger war. Erste Überlegungen habe es im Jahr 2006 gegeben, als der Hubschrauberlandeplatz zur Disposition stand. Zwei Jahre Vorbereitung in den Gremien, fast zwei weitere Jahre Fachplanung fügten sich an.

Hinzu kamen unvorhergesehene Ereignisse wie den Wassereinbruch nach einem Starkregen vor zwei Jahren: „Die Patienten lagen im Bett und haben Eimer gehalten“, berichtete er. Es sei also keine „lapidare“ Baumaßnahme gewesen, weil das gesamte Haus betroffen gewesen sei. Dass letztlich die Bausumme 20 Prozent über dem Plan lag, war auch den vielen unvorhergesehenen Ereignissen geschuldet.

Die letztliche Investitionsentscheidung verantwortete das Kuratorium, dessen Vorsitzender Dr. Paul Pütz die Gelegenheit nutzte, allen Beteiligten ausdrücklich zu danken. Nach der Sanierung des Bettenhauses, dem Anbau der sogenannten „Scheibe“ am Behandlungstrakt sei dieser Bauabschnitt der dritte finanzielle Kraftakt gewesen. Er bezeichnete die neue onkologische Ambulanz als „Sonnendeck“ des Hauses.

In den Mittelpunkt der Einsegnung rückte der menschliche Umgang mit den Patienten. „Was nützen uns noch mehr Quadratmeter, noch mehr medizinische Mittel, noch bessere Ausstattung, wenn die Liebe nicht wäre?“, lehnte Pfarrer Christoph Graaff seine kurzen Worte an den Korinther-Brief an, der zuvor von Thomas Kolligs gelesen worden war. Nach der Einsegnung bestand die Möglichkeit zum Rundgang in die neuen Räume, in denen am Montag bereits die Arbeit aufgenommen worden war.

Die onkologische Ambulanz mit ihren fünf Mitarbeitern im Empfang und den drei Krankenschwestern und drei onkologischen Arzthelferinnen – manche davon in Teilzeit – betreut im Jahr über 4000 Fälle und über 1500 Patienten aus der gesamten Region. Sie gehört der Klinik für Hämatologie und Onkologie am St.-Antonius-Hospital an, die neun Ärzte umfasst. Bisher war die onkologische Ambulanz im Souterrains des Krankenhauses untergebracht.

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