Sonne lockt auch die Blumendiebe in die Beete

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Uber leergeräuberte Pflanzkübel ärgern sich Vorarbeiter Ralf Liese (rechts) und WBE-Geschäftsführer Hermann-Josef Selder. Wie hier an der Indestraße wurden an vielen Stellen der Stadt in den vergangenen Tagen Stiefmütterchen gestohlen. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Beim „Stadtfest in Blüten und Farben” leuchtete es bunt aus allen Rabatten, Blumenkästen und Pflanzkübeln in der Stadt. Aus allen? Aber nein! In manchen Blumenbehältern waren kaum noch Blumen zu sehen. Diebe hatten am Wochenende wie auch schon in den Tagen vor dem Stadtfest Blumen ausgegraben und mitgenommen.

Vorzugsweise Stiefmütterchen. Ralf Liese, Vorarbeiter für den Bereich Grünflächen bei den Wirtschaftsbetrieben Eschweiler (WBE), und der WBE-Geschäftsführer Hermann-Josef Selder schauten sich am Montag die Schäden an.

Manchmal war es purer Vandalismus. Etwa, wenn von den Osterglocken, die jetzt blühen und goldgelb auf den Mittelstreifen der Indestraße, in vielen öffentlichen Anlagen und auch aus den Blumenkästen an den Geländern der Indebrücken leuchten, die Köpfe abgerissen und weniger Meter weiter achtlos wieder weggeworfen wurden.

Weitaus häufiger war aber das gezielte Stehlen von Blumen, „vielleicht für die Pflanzschalen zu Hause im Vorgarten”, mutmaßt Ralf Liese.

Er und seine Kollegen kennen das Phänomen. Besonders zu den Pflanzzeiten im Herbst und im Frühjahr werden die neu gesetzten Blumen direkt aus dem Kübeln wieder entwendet. „Deshalb machen wir unsere Herbstbepflanzung im November auch bewusst nach Allerheiligen. Sonst wandern die Pflanzen direkt weiter auf die Friedhöfe”, sagt er.

Die Frühjahrsbepflanzung steht noch bevor. Im Mai ist die Abteilung „Grüner Daumen” der Wirtschaftsbetriebe wieder unterwegs, um den Sommerflor in die öffentlichen Grünanlagen und die Pflanzkästen zu bringen. Aber dann wird man auch ein aufmerksames Auge auf Leute haben, die sich dort heimlich bedienen wollen.

Bei der Herbstbepflanzung werden übrigens die Stiefmütterchen gesetzt, die jetzt erneut blühen - und deshalb gestohlen werden, kaum dass sich die Blüten öffnen. Ralf Liese nimmt eine nur halb aus dem Boden gerissene Pflanze in die Hand, setzt sie neu ein: „Die sind jetzt prima durchwurzelt, richtig schöne robuste Pflanzen.” Leider scheinen das auch die Blumendiebe zu wissen.

Wahrscheinlich häuften sich diese Diebstähle in den vergangenen Tagen wegen des endlich schönen Frühlingswetters. Da finden es viele Leute an der Zeit, für mehr „Blüten und Farben” auch in ihrem eigenen Zuhause zu sorgen. Und statt zum Floristen oder zum Pflanzenmarkt fahren sie dann zu öffentlichen Grünanlagen. Und klauen dort, was die Rabatte hergeben.

Die Blumen, die aus den städtischen Anlagen und Pflanzkübeln gestohlen werden, so bestätigt Hermann-Josef Selder, werden von der Stadt Eschweiler angeschafft. „Das sind also Steuergelder, die hier verschwinden.”

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