Sommerleseclub: Für Leseratten und die, die es noch werden wollen

Von: mah
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Danja Moritz und Michaele Schmülling-Kosel (v.l.) sind gewappnet: für den Sommerleseclub, der in seiner elften Auflage wieder bis zu 400 Schülerinnen und Schülern die Freude am Lesen vermitteln soll. Foto: Manuel Hauck

Eschweiler. Sommer und Sonne, darauf hoffen die zahlreichen indestädtischen Schüler wohl, wenn Mitte Juli der Schulgong für sechs Wochen lang nicht mehr klingelt. In den Schulferien startet auch in diesem Jahr wieder und nunmehr in der 11. Auflage der Sommerleseclub der Stadtbücherei Eschweiler, bei dem Kinder und Jugendliche den Spaß am Lesen beibehalten oder gewinnen sollen und dafür belohnt werden.

Neue Geschichten und neue Welten warten ab dem 10. Juli in der Stadtbücherei auf Schülern, aber nicht nur der indestädtischen Schulen. Wenn für acht Wochen lang der Sommerleseclub abenteuerliche, märchenhafte, utopische, romantische und kriminelle Romane bereithält, können sich Kinder und Jugendliche auch außerhalb Eschweilers kommend bei dem größten städtischen Leseförder-Projekt unter anderem auch aktuelle literarische Neuerscheinungen in der Bücherei ausleihen.

An einem gesonderten Standort in den Räumen der Bibliothek und besonders markiert stehen dann wieder verschiedene Werke, die die junge Generation zum Lesen animieren sollen.

Aus Amerika importiert

Der Sommerleseclub, importiert als „Summer Reading Club“ aus Amerika, wird als Bereicherung für den Schulunterricht verstanden, so auch von Michaele Schmüling-Kosel, Leiterin der städtischen Bücherei. Nah dran am literarischen Geschehen, stehen neue Werke exklusiv den Teilnehmern des Sommerleseclubs zur Verfügung, ehe sie den allgemeinen Leihbestand ergänzen.

Das Ziel des Leseclubs ist der Spaß an der Sprache und der Literatur und jeder Teilnehmer, der nach sechs Wochen Sommerferien mindestens drei Bücher gelesen hat, erhält ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme am Programm. Schüler von Förderschulen und aus internationalen Klassen brauchen für die Urkunde lediglich ein Buch zu lesen. Anerkannt ist das Zertifikat des Sommerleseclubs bei den Schulen, die es teilweise zur Rate ziehen, wenn ein Jugendlicher zwischen zwei Noten steht.

15 Lesepaten

Ohne die übliche Verlängerung der vierwöchigen Leihfrist, können die Kinder und Jugendlichen die ausgeliehenen Werke, die für den Leseanfänger bis zum Leseprofi verschiedene Schwierigkeitsgrade zu bieten haben, genießen und darüber in Gesprächen mit 15 für das Projekt zur Verfügung stehenden Lesepaten berichten. Dies dient nicht nur dazu, dass kontrolliert wird, ob die Bücher auch tatsächlich gelesen wurden, es soll auch die Kommunikationsfähigkeit der Schülern im direkten Interview fördern.

Danja Moritz, die die Organisation des Leseclubs federführend betreut, erklärt, dass die Vorbereitungen schon lange vor den Sommerferien anfangen. Auch wenn es über das ganze Jahr verteilt einiges an Planung erfordert, so stoße der Sommerleseclub mit seinen jährlich bis zu 400 Teilnehmern auf positive Resonanz. Bis zu 30 Bücher habe ein Teilnehmer beispielsweise schon gelesen und die Eltern müssen teilweise vertröstet werden, wenn sie teilnehmen wollen, um in die neuesten Jugendbücher, die gelegentlich auch für Erwachsene geeignet sind, einzutauchen.

Nur Schüler von der ersten bis zur zwölften Klasse dürfen mitmachen. Schmülling-Kosel hofft, die Zahlen des vergangenen Jahres, 342 Teilnehmer mit 1729 gelesenen Büchern zu toppen und erklärt, dass auch Jugendliche aus den Nachbarstädten den Weg nach Eschweiler finden.

Als erste in der Städteregion bot die Stadtbücherei den Sommerleseclub vor zehn Jahren erstmalig Mal an und konnte mit diesem Alleinstellungsmerkmal in der Umgebung punkten. Mittlerweile haben solche oder vergleichbare Projekte auch in den anderen Städten ihren Platz gefunden. Unüblich, so Schmülling-Kosel erfreut, sei die langjährige Förderung vom Land, hauptsächlich wird die Aktion vom Kultursekretariat NRW in Gütersloh unterstützt.

400 Euro und die gesamten Werbematerialien – Plakate, Flyer, Leselogbücher, Armbänder, Türanhänger und Fruchtgummi – erhält die Stadtbücherei so auf sie individuell gestaltet. Besonders stolz sind Schmülling-Kosel und Moritz, dass dank eines entsprechenden Kalenders meistens einer der 15 Lesepaten zur Verfügung steht, so dass die Schüler nicht zu festen Terminen in die Bücherei kommen müssen, um über die gelesenen Romane zu erzählen. Auch sei positiv zu bewerten, dass in der Vergangenheit rund 70 Prozent der angemeldeten Schüler am Ende ein Lesezertifikat erhielten.

Moritz, die die verpflichtende Statistik für das Kultursekretariat erarbeitet, erklärt, dass mehr Mädchen als Jungen teilnehmen, aber der Anteil zwischen Grundschulen und weiterführenden Schulen ausgeglichen sei. Besonders freue man sich aber über die teils bis zu 30 Neuanmeldungen, da die Teilnehmer beim Sommerleseclub die Bücherei erst kennenlernen.

Freude an der Literatur

„Das gute Standing“ des Förderprogramms, vor allem bei Eltern, die gezielt danach fragen, soll bestehen bleiben, sind sich Moritz und Schmülling-Kosel einig. Eines steht aber beim Sommerleseclub immer im Vordergrund: der Spaß und die Freude an Literatur.

Der Startschuss des Sommerleseclubs fällt am 10. Juli um 14.30 Uhr, bereits eine Woche vor Beginn der Sommerferien, um auch Vorausreisende zu erreichen. Die letzte Abgabe gilt bis zum 5. September, eine Woche nach Ende der Sommerferien.

Anmeldungen können direkt in der Stadtbücherei Eschweiler (Johannes-Rau-Platz 1) oder online unter www.sommerleseclub.de ausgefüllt werden. Am 15. September findet schließlich für alle erfolgreichen Teilnehmer die Abschlussparty mit Kinobesuch im Primus-Palast statt.

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