Solidarität wird bei den Eschweiler Karnevalisten groß geschrieben

Von: chh
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Begeisterte die Narren bei der Sitzung der KG Fidele Trammebülle: Michaela Rehan, Tanzmariechen der Gastgeber, trat trotz eines Muskelfaserrisses auf. Foto: Christoph Hahn

Eischwiele. Jede Situation schafft sich ihre Helden – oder auch Heldinnen: Michaela Rehan, das Tanzmariechen der KG Fidele Trammebülle Eschweiler etwa. Bei der Jubiläumssitzung zum 6x11-jährigen Bestehen der KG in der Delio-Arena zeigte sie Körperbeherrschung und Können, obwohl sie kurz zuvor einen Muskelfaserriss erlitten hatte.

Kein Wunder, dass nicht nur Präsident Dieter Klöckner, sondern auch die Jecken hingerissen waren. Begleitet von dem Spielmannszug „Stoppelhusaren“ aus St. Jöris, schwang indes nicht nur Mariechen Michaela kess ihre Beine. Auch Marketenderin Vanessa Döring nahm die Herzen der Zuschauer im Sturm, und das mit viel Talent und charmanter Ausstrahlung - was auch für das Tanzpaar Anna Medic/Kenneth Sommer gilt, die nicht zuletzt mit virtuosen Hebe- und Wurffiguren begeisterten.

Groß geschrieben wurde bei der Jubiläumssitzung am Samstag auch die Solidarität unter Karnevalisten. So rückten sie einer nach dem anderen an: Prinz Thomas I. samt närrischem Tross, die Blauen Funken und die Scharwache. Aus Weisweiler rückten die Höppe Kroetsch an – mit Proben ihres beachtlichen und sehenswerten Könnens geizten die Frauen und Männer wirklich nicht. Ein ums andere Mal zeigten sie Figuren, deren Ausführung artistische Qualitäten dokumentierte.

Eine glückliche Hand zeigten die Programmmacher der Trammebülle auch mit der Auswahl der Gäste in der Bütt. „Der singende Wirt“ alias Helmut Schröders aus Heinsberg-Straeten bewies, welche Potenziale in der Tiefe des ländlichen Raumes zu finden sind. Nicht nur, dass Schröders seinem Künstlernamen alle Ehre machte, hörbar gut bei Stimme war und eine Pointe an die andere reihte – mit Knickerbockern und Schlagkappe im Stil des frühen 20. Jahrhunderts zeigte der Heinsberger eine Kostümierung mit Hingucker-Qualitäten. Ob er von seinen Erlebnissen als Fußpilger auf dem Weg nach Kevelaer oder von einer sächselnden Verkäuferin berichtet: Die Lacher waren stets auf seiner Seite.

Schröders blieb nicht der einzige Büttenredner des Abends: „Die Erdnuss“ alias Stefan van den Eertweg aus Nettetal gab sich zu später Stunde ebenfalls die Ehre.

Für Musik-Erlebnisse der besonderen Art sorgten „Los Rockos“ aus Brühl mit einem Mix aus Rock und kölschen Liedern. Obwohl sie ihre Titel über weite Strecken coverten, verkauften sich die fünf Musiker nicht einen Akkord lang zu billig. Wie es der Name ihrer Band erwarten ließ, präsentierten sich die Mitglieder dieser Formation vom Temperament her als Rocker und vom Gemüt her als Kölsche.

Auftritte wie der in Eschweiler gelten ihnen als Herzenssache. Darum klingt bei ihnen jeder Takt echt, auch wenn das Lied gar nicht von ihnen stammt. Die Künstler wissen, wie man einen ganzen Saal rockt. Das haben sie bei Flatten bewiesen – und das nicht bloß einmal.

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