Eschweiler - Sind Eschweilers Kindergärten lange genug geöffnet?

Sind Eschweilers Kindergärten lange genug geöffnet?

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
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Gut aufgehoben und von qualifizierten Kräften betreut: Kindergärten sind weit mehr als „Verwahranstalten“. Foto: imago/Thomas Frey

Eschweiler. Sind die in Eschweiler angebotenen Kindergartenzeiten ausreichend? Oder verhindern zu kurz gefasste Zeiten, dass Eltern wieder berufstätig sein können? Für die Stadtverwaltung ist klar: Grundsätzlich sind die angebotenen Zeiten ausreichend.

Eine Feststellung, die sie von einer Elternbefragung ableitet. Im März hatte die SPD-Fraktion einen entsprechenden Antrag gestellt – heute legt die Stadt das Ergebnis dem Jugendhilfeausschuss vor.

Per Fragebögen hatte die Stadt die Eltern von 1770 Kindern in den Kindertageseinrichtungen sowie 171 Kindern in der Tagespflege um ihre Meinung gebeten. Knapp die Hälfte der Eltern beteiligte sich an der Umfrage: 967 Fragebögen – 49,8 Prozent – kamen zurück. Ergebnis: 137 der 967 Eltern meldeten einen Bedarf an „Randzeitenbetreuung“ an, sprich: hätten ihre Sprösslinge gerne vor 7 Uhr und nach 16 Uhr betreut. Das entspricht einer Quote von 6,27 Prozent im Bereich der Kindertagesstätten und 15,2 Prozent in der Tagespflege.

Ob diese Zahlen allerdings für bare Münze zu nehmen sind, erscheint der Verwaltung zweifelhaft. In manchen Fällen sei denkbar, dass erst die Umfrage Eltern auf die Idee gebracht habe, eine Ausweitung der Öffnungszeiten sei wünschenswert.

Fast alle Leiter von Kindertageseinrichtungen, so schreibt die Verwaltung, berichten, „dass sicherlich bei einigen Eltern aufgrund der Fragebogenaktion der ,Wunsch‘ entstanden sei, verlängerte Öffnungszeiten in Anspruch nehmen zu wollen, in der Praxis die Kinder jedoch von den Eltern selber oder aber von Großeltern oder anderen Angehörigen abgeholt werden könnten und oftmals die angebotenen Öffnungs- und Buchungszeiten nicht vollständig in Anspruch genommen werden. Nur vereinzelt würde eine Tagespflegeperson in Anspruch genommen werden müssen, um das Kind morgens in die Kita zu bringen oder nachmittags abzuholen und dann ergänzend zu betreuen.“

Schon bisher, so betont die Verwaltung, seien in begründeten Bedarfsfällen Öffnungszeiten ausgeweitet worden. In der Kita St. Severin in Weisweiler beispielsweise: Dort wurde zum jetzt laufenden Kindergartenjahr das Betreuungsangebot von 35 auf 45 Stunden ausgeweitet. „Bei einer weiteren Einrichtung“, so die Stadt, „finden derzeit Gespräche statt, die Öffnungszeiten von 15 auf 16 Uhr auszuweiten.“

Eltern, die nachmittags aus beruflichen Gründen Probleme haben, mit den Öffnungszeiten zurechtzukommen, würden sogenannte „Servicezeiten“ angeboten. Sprich: In Ausnahmefällen können Kinder 15 Minuten früher abgegeben und bis zu einer halben Stunde später abgeholt werden.

Wenn das nicht reicht, besteht die Möglichkeit, Kindergartenkinder zusätzlich in der Tagespflege betreuen zu lassen: Tagespflegepersonen nehmen die Kinder schon vor den Kindergartenöffnungszeiten unter ihre Fittiche, bringen sie hin, holen sie nachmittags ab und kümmern sich bei Bedarf im Anschluss auch weiter um sie. Eine Möglichkeit, die derzeit elf Kindergartenkinder nutzen.

Tagespflege ergänzt Angebot

„Es ist festzustellen, dass die Eltern in der Fragebogenaktion zwar den Wunsch nach Randzeitenbetreuung angemeldet haben, die schon vorhandene Flexibilität in der Tagespflege aktuell jedoch noch nicht in vollem Umfang in Anspruch nehmen“, betont die Stadt. Generell aber gelte, „dass das in Eschweiler vorgehaltene Angebot an Betreuungszeiten grundsätzlich für die Eltern auskömmlich ist und die Eltern ihre Arbeit und ihre Arbeitszeiten bisher an den Betreuungszeiten der Kindertageseinrichtungen orientiert organisieren.“

In wenigen Einzelfällen allerdings sei die Abstimmung der Arbeitszeit mit den Betreuungszeiten jedoch schwierig oder sogar der Wunsch nach Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit bisher nicht umzusetzen gewesen, wie einzelne Eltern auf den Fragebögen erklärt hätten.

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