Eschweiler - Sieben Schüler des Städtischen Gymnasiums als Lesementoren aktiv

Sieben Schüler des Städtischen Gymnasiums als Lesementoren aktiv

Von: mah
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Sie lernten ein halbes Jahr lang ihre Stärken kennen, die Jugendlichen, die nun erfolgreich das Lesementoring als Kompetenznachweis Kultur abschlossen. Foto: Manuel Hauck

Eschweiler. „Ich wusste gar nicht, dass ich was kann!“ – so lautet eine Devise des Kompetenznachweises Kultur, das von der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung, kurz „BKJ“, soziale und kreative Kompetenzen fördert. Stärken wurden also sichtbar gemacht, denn sieben Jugendliche des Städtischen Gymnasiums haben sich rund ein halbes Jahr lang ehrenamtlich engagiert und beim Lesementoring den Kindern der Katholischen Grundschule Don Bosco die verschriftlichte Sprache näher gebracht.

Bei der Abschlussveranstaltung verlieh die Stadtbücherei als Kooperationspartner den Jugendlichen nun die Zertifikate.

Kompetenzen werden mit kultureller Kinder- und Jugendarbeit erworben. So ist zumindest das Ziel des KNK, der Kompetenznachweis Kultur, der von der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung initiiert und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. Der KNK ist ein Beleg dafür, dass Jugendliche eigenverantwortliche Aufgaben übernommen haben und sich sogenannte „Soft Skills“ angeeignet haben. Das betonte auch Michaele Schmülling-Kosel, Leiterin der Stadtbücherei in Eschweiler am Ende des halbjährigen Projekts, das in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei, dem Städtischen Gymnasium unter der Betreuung von Lehrer Harald Gasser und der Katholischen Grundschule Don Bosco zum siebten Mal angeboten wurde.

Der Kompetenznachweis

Der anerkannte Kompetenznachweis, so Schmülling-Kosel, fördere die Selbstbestimmung und das eigenverantwortliche Arbeiten durch informelle Lernprozesse und dialogische Verfahren. Gekennzeichnet sei das Projekt zudem durch Freiwilligkeit und Selbstreflexion, denn die Jugendlichen denken mit Tagebucheinträgen über das Projekt und ihre Fähigkeiten nach und lernen so, sich kritisch mit der eigenen Person auseinanderzusetzen – ein wichtiger Schritt bei der Persönlichkeitsbildung.

In Eschweiler hat sich das Lesementoring als Mittel des KNK bewährt. Im Oktober 2017 starteten die Jugendlichen der neunten Jahrgangsstufen nach ihren Klassenfahrten in das Projekt. Zunächst absolvierten sie zwei Schulungstage zu je sechs Stunden bei Stadtbücherei-Leitung Schmülling-Kosel. Anschließend folgten 13 Wochen, in denen die sieben Teilnehmer jeweils drei Stunden Lesementoring anboten. Eine Stunde Vorbereitung in der Gruppe, eine Stunde Lesementoring mit den Schülern der Grundschule Don Bosco und eine Stunde Nachbereitung. Zusätzlich dazu organisierten sie die Lesestunden zu Hause und lernten schnell, dass die Grundschüler ihnen auf der Nase herumtanzten, wenn sie sich nicht ausreichend vorbereitet hatten.

Sieben Lesementoren übernahmen drei Gruppen. „Die Lesebuddies“ waren wohl die Schwierigsten, gab auch Schmülling-Kosel zu. Abwechslungsreich ging es trotzdem zu, denn neben dem Lesen schrieb die Gruppe unter anderem eigene Geschichten und ein Theaterstück und bastelte Lesezeichen.„Die Lesekrokodile“ hieß hingegen eine Gruppe, die sich im Vorhinein kaum kannte, aber das Eis war mit Steckbriefen schnell gebrochen. Sowohl Mädchen als auch Jungen waren in dieser Gruppe, so dass die Mentoren Bücher auswählten, die beiden Interessenseiten entsprachen.

Freundschaften entstanden und die Lesekrokodile hatten ein Ritual, ein Lied mit einem passenden Text zum Projekt des Lesementorings, der je nach Situation auch schon einmal angepasst wurde. Darüber hinaus beschützte Lucy, die Füchsin, die Gruppe als Maskottchen. Das Stück Aschenputtel wurde aufgeführt und auf Video aufgezeichnet, man befasste sich mit der Nikolaus-Geschichte, bastelte, und las natürlich auch Bücher.

Die Detektivnacht

„Die Leselöwen“ war die dritte und letzte Gruppe, hier herrschte ein ausgewogenes Verhältnis von weiblichen und männlichen Grundschülern. Die Mentoren setzten auf Lesen, Lesen, Lesen, aber zur Auflockerung wurde auch gemalt, geredet, und es wurden Spiele gespielt. Vor allem Boccia kam als sportliche Zwischenbetätigung gut an.

Der Abschluss für die Gymnasiasten und die Grundschüler war schließlich die Lesenacht, die in diesem Jahr in Form der Detektivnacht im Städtischen Gymnasium veranstaltet wurde. Auf der Suche nach dem Mörder hatten die Mentoren einen spielerischen Krimi organisiert, den die Grundschüler zu lösen hatten.

Doch bevor die Lesebuddies, -Krokodile und -Löwen präsentiert hatten, wie das Mentoring in jeder Gruppe aussah, überreichte Michaele Schmülling-Kosel ihnen die Zertifikate mitsamt Gruppenfoto, Rose und dem Tagebuch. Mit Hilfe der Einträge in Letzterem und der wöchentlichen Vor- und Nachbereitung hatte die Stadtbücherei die Zertifikate angefertigt und für jeden Teilnehmer einen passenden Text über die sichtbar gewordenen Stärken verfasst. Nach der Zertifikatsverleihung und der Vorstellung der Gruppen folgte das Fazit der Jugendlichen: Es war lehrreich, mit verschiedenen Situationen umzugehen, Selbstständigkeit und Kommunikation waren gefordert und der Respekt, den man den Grundschülern entgegenbrachte, den bekam man auch zurück. Das Lesementoring war, so sind sich die Jugendlichen einig, eine Erinnerung, die sie weiterbringt.

Die Lesementoren sind: Lena Giese, Annika Hackel, Haytam Yousfi, Medina Musi, Peter Paul Schoof, Sarah Puyatier, Mathilde Trappe.

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