Eschweiler - Sie wird 100 - und würde gerne nochmal Walzer tanzen

Sie wird 100 - und würde gerne nochmal Walzer tanzen

Von: ran
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Blickt morgen auf einhundert Lebensjahre zurück: die Dürwisserin Hubertine Lantzen. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Als sie am 7. November 1909 das Licht der Welt erblickte, regierte Kaiser Wilhelm II. das Deutsche Reich, das Automobil steckte noch in den Kinderschuhen und das Frauenwahlrecht hatte sich noch längst nicht durchgesetzt. Seitdem hat sich die Welt verändert, vor allem schneller ist sie geworden.

Doch die Indestädterin Hubertine Lantzen hat sich auf ihrem langen Lebensweg davon nur bedingt beeinflussen lassen. Am Samstag vollendet die gebürtige Laurenzbergerin ihr 100. Lebensjahr.

„Ich hätte niemals erwartet, 100 Jahre alt zu werden”, zeigt sich die Dame von ihrem ganz besonderen Geburtstag überrascht. Dabei scheint ein hohes Alter durchaus in ihren Genen zu liegen. Ihr Vater wurde 94 Jahre alt, ihre Schwester Maria sogar 96 Jahre.

Ein direktes Rezept, eine dreistellige Zahl als Lebensalter zu erreichen, hat Hubertine Lantzen nicht. Aber ein Motto: „Wer rastet, der rostet”, so die Jubilarin. „Man muss sich bewegen, nicht sitzenbleiben”, lautet ihr Ratschlag, den sie selbst auch heute noch zu berücksichtigen versucht.

So stand bis vor wenigen Jahren noch regelmäßig Arbeit in ihrem Garten ihres Wohnhauses an der Hans -Böckler-Straße in Dürwiß, das sie seit 1957 bewohnt, auf dem Programm. Und gemeinsam mit ihrer Tochter Lieselotte Berft und deren Mann ging es bis Ende der 90er Jahre noch regelmäßig zweimal pro Jahr in Richtung Oden- oder Schwarzwald sowie an die Nordsee in Urlaub.

Doch auch heute werden noch regelmäßig Tagestouren an den Rhein oder den Rursee unternommen. „Oft sind diese mit einer Schifffahrt verbunden”, nennt Liselotte Berft eine Vorliebe ihrer Mutter.

Einen ganz besonderen Wunsch hat die Jubilarin, die seit mehr als 60 Jahren der Sterbenotgemeinschaft Eschweiler-Dürwiß angehört und ihr ältestes Mitglied ist, zu ihrem Geburtstag. „Sie würde gerne noch einmal einen Walzer tanzen”, berichtet die Tochter. Etwas, das sie mit ihrem 1974 nach 40 Jahren Ehe verstorbenen Mann Wilhelm früher häufig tat. „Mein Mann war Mitglied im MGV Sängerbund, bei der Freiwilligen Feuerwehr und im Trommlerkorps. Da standen nicht selten Feierlichkeiten an, auf die ich meinen Mann gerne begleitet habe”, denkt die gelernte Näherin zurück.

Auch Schicksalsschläge musste die vierfache Groß-, vierfache Urgroß- und zweifache Ururgroßmutter hinnehmen. Neben ihrem Ehemann sind auch zwei ihrer vier Kinder inzwischen verstorben. Den Lebenswillen hat sich Hubertine Lantzen davon aber nicht nehmen lassen. „Man muss wollen, sonst geht es nicht”, erklärt die Beinahe-100-Jährige lapidar.

„Die Beine machen nicht mehr so ganz mit, doch ansonsten ist eigentlich alles in Ordnung”, fühlt sie sich durchaus fit. Der besondere Ehrentag wird deshalb auch mit der Familie, Freunden und Nachbarn im Vereinsheim der KG Eefelkank gebührend gefeiert. „Rund 40 Personen haben sich angesagt. Und es wird die eine oder andere Überraschung geben”, verspricht Liselotte Berft. Einem gelungenen Start in das zweite Lebensjahrhundert steht also nichts mehr im Wege.
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