Sicher zu Hause? Die Rauchwarnmelder helfen

Von: Sonja Essers
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Rauchwarnmelder sind schnell installiert und können im Falle eines Brandes Leben retten. Foto: stock/Jochen Tack

Eschweiler. Es reicht nur ein winziger Augenblick der Unachtsamkeit aus und schon steht der Adventskranz in Flammen. Gerade im Haushalt lauern an jeder Ecke Gefahren. Das weiß auch Manfred Krause von der Eschweiler Feuerwehr.

Er und seine Kollegen werden nicht müde, zu warnen und auf die kleinen Lebensretter namens Rauchwarnmelder – so der richtige Begriff für die Geräte, die in den eigenen vier Wänden verwendet werden – aufmerksam zu machen. So wie jetzt bei der Veranstaltung „Zuhause sicher“, des CDU-Ortsverbandes Dürwiß. Krause stellte beeindruckende Zahlen vor: 600 Menschen sterben in Deutschland jährlich an den Folgen eines Brandes. In 85 Prozent aller Fälle ist Brandrauch der Verursacher.

Zu aktuellen Eschweiler Zahlen gab die indestädtische Feuerwehr am Montag keine Auskunft.

Möglichkeiten, sich vor dem tödlichen Brandrauch zu schützen gebe es genügend, meint Krause. Besonders effektiv seien Rauchwarnmelder. „Sie retten Leben“, weiß Krause aus eigener Erfahrung.

Dass es jedoch sowohl beim Kauf, als auch bei der Installation eine Menge zu beachten gibt, weiß Andreas Kuhn. Seine Firma ist auf Brandschutz spezialisiert. „Wer sich maximal schützen will, sollte nicht nur in Schlafräumen und Fluren Rauchwarnmelder installieren, sondern auch im Wohnzimmer“, rät der Experte seinen Kunden. Schließlich sei dieser Raum gerade in der Vorweihnachtszeit besonders oft von Bränden betroffen.

Seit April 2013 sind Rauchwarnmelder in Neubauten Pflicht. Bestandsbauten müssen in Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Dezember 2016 mit den Lebensrettern, die eine Lautstärke von 85 Dezibel erreichen, ausgerüstet werden. Momentan sind 31 Prozent der Haushalte in Deutschland damit ausgestattet, Tendenz steigend. „Die Akzeptanz steigt weiterhin an“, sagt Krause. Gut schneiden die Deutschen im internationalen Vergleich jedoch nicht ab. In Schweden und Großbritannien sind über 70 Prozent, in den USA gar über 90 Prozent der Haushalte mit Rauchmeldern ausgestattet.

Fehler werden trotzdem häufig gemacht. Rauchwarnmelder sollten nämlich nicht in jedem Raum eines Hauses angebracht werden, berichtet Kuhn. Küche und Bad seien beispielsweise nicht geeignet. Schließlich könnten Koch- und Wasserdämpfe mit Brandrauch verwechselt werden. Die Ursache sei ein Fehlalarm.

Mythen in den Köpfen spielen übrigens auch eine Rolle. So gibt es viele, die denken: „Die Hitze wird mich schon früh genug wecken.“ Stimmt nicht. Der giftige Rauch, der etwa Salzsäure und Blausäuredämpfe enthält, ist schneller. Wer drei tiefe Atemzüge von Kohlenmonoxid nimmt, ist bewusstlos.

Doch wo muss ein Rauchwarnmelder angebracht werden? Das Gesetz sieht vor, dass neben den Schlafräumen auch Flure ausgestattet werden müssen. Angebracht werden sollten die Geräte mittig an der Decke des Raumes.

Obwohl sich dies selbstverständlich anhört, sieht die Realität oft anders aus. Das weiß auch Kuhn. „Es gibt viele Leute, die den Rauchwarnmelder nicht allzu sichtbar haben wollen. Die fragen dann, ob sie ihn nicht auch auf den Schrank legen können.“ Kuhns Antwort darauf? Ein klares „Nein!“

Wenn es um abenteuerliche Installationen in den eigenen vier Wänden geht, kann auch Manfred Krause mitreden. „Sie glauben gar nicht, was wir schon für Steckdosen-Konstruktionen gesehen haben“, sagt er. Neben defekten elektronischen Geräten, gehören Steckdosen, Stecker und Kabel zur Gefahrenquelle Nummer eins. Der Feuerwehrmann warnt deshalb: „Fehler müssen nicht unmittelbar zur Gefahr werden, das kann auch eine Weile dauern.“

Kerzen am Christbaum? Nein!

Die größte Gefahr lauert allerdings in der Küche. Brennbare Gegenstände und Behälter mit brennbaren Flüssigkeiten sollte man deshalb nicht auf dem Herd abstellen. Auch die Herdabschaltung sollte stets kontrolliert werden. Schließlich sei das Feuer, das genügend Zeit hätte, um sich unbemerkt zu entwickeln, am gefährlichsten.

Doch was ist zu tun, wenn das Feuer ausgebrochen ist? Auch darauf hat Krause eine Antwort parat: „Wenn die Fritteuse brennt, klappen Sie den Deckel zu und ziehen den Stecker raus. Durch den Luftabschluss erlischt das Feuer.“ Auf einen brennenden Topf sollte man den Deckel legen und diesen dann von der Herdplatte runter ziehen.

Gefahren lauern jedoch nicht nur in der Küche. Besondere Aufmerksamkeit sollte man gerade in der Vorweihnachtszeit auf Adventskränze und Gestecke richten. Diese sollten auf einem nicht brennbaren Untersetzer stehen.

Eine klare Meinung hat Krause auch zu Kerzen an Weihnachtsbäumen: „Normale Kerzen haben daran gar nichts verloren.“

Krause weiß, dass trotz optimaler Vorbeugung ein Brand nie zu hundert Prozent verhindert werden kann: „Ganz ausschließen kann man einen Brand nicht. Das sollten Sie immer im Hinterkopf behalten.“ Seine Tipps für den Notfall: Ruhe bewahren und den Notruf alarmieren. Im zweiten Schritt sollte man Erstmaßnahmen ergreifen. Falls Zeit vorhanden sei, sollte man Fenster und Türen schließen, um die Brandausbreitung einzugrenzen und dann die Wohnung verlassen. Sobald die Feuerwehr eingetroffen ist, sollte man ihren Weisungen Folge leisten. „Halten Sie sich bitte daran, was die Feuerwehrleute Ihnen sagen. Wir können unsere Auge und Hände nicht überall haben“, meint Krause.

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