Eschweiler-Weisweiler - Seniorenzentrum: Millionen-Bau im Herzen Weisweilers

Seniorenzentrum: Millionen-Bau im Herzen Weisweilers

Von: Patrick Nowicki
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Blick auf die Pläne: Großes Interesse herrschte am Donnerstag bei der Infoveranstaltung im Schützenheim der Weisweiler St.-Sebastianus-Bruderschaft. Foto: Patrick Nowicki
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So soll das neue Zentrum in Weisweiler aussehen: Links befindet sich die Küche, rechts ist der Trakt mit Supermarkt, Praxen, Apotheke und Café zu sehen. Darüber befinden sich die Seniorenwohnungen mit Dachterrasse.

Eschweiler-Weisweiler. Eine Investitionssumme in Höhe von 20 Millionen Euro, 80 Pflegebetten, über 100 Arbeitsplätze: Imposante Zahlen nannte die Residenz-Gruppe Bremen bei der Präsentation des „neuen Zentrums Weisweiler“. Dort, wo sich heute die Schützenhalle und das -heim der St.-Sebastianus-Bruderschaft befinden, sollen im nächsten Jahr die Bauarbeiten beginnen.

Binnen 18 Monate soll ein fünfstöckiger Bau entstehen, in dem sich neben Altenwohnungen und -zimmern auch ein Supermarkt, ein Café und mehrere Praxen befinden werden. „Damit werden viele Wünsche, die bei den Workshops zu Weisweiler im Wandel geäußert wurden, umgesetzt“, sagte der Technische Beigeordnete der Stadt, Hermann Gödde. Der Stadtrat muss allerdings dem Projekt noch seinen Segen geben.

9600 Quadratmeter Fläche

Dass dort überhaupt gebaut werden kann, verdanken Stadt und Investoren-Gruppe der Weisweiler Schützenbruderschaft, die schließlich ein über 5300 Quadratmeter großes Areal an der Lindenallee, also mitten im Ort, zur Verfügung stellt. Unmittelbar daneben war nach dem Abriss der alten Feuerwache eine Brache entstanden. Dieses Grundstück gehörte der Stadt Eschweiler. Auf den nun zusammengefassten über 9600 Quadratmetern wird der neue Schießstand und Veranstaltungssaal der Schützen in dem vierstöckigen Bau integriert. Darüber hinaus erhält der Verein zwei Wohnungen, die vermietet werden. Ausgehandelt hat dies ein Gremium, dem neben dem 1. Brudermeister Ulli Müller auch sein Vorgänger und Ehrenbrudermeister Hans Ferfer, der 2. Brudermeister Hans Klubert sowie Franz-Wilhelm Balden angehörten.

Mit emotionalen Worten wandte sich Müller an die zahlreichen Interessierten im Schützenheim: „Wenn man durch unser Dorf geht, stellt man fest, in Weisweiler wird nichts bewegt.“ Habe es früher ein Freibad und Hallenbad sowie viele Einzelhändler gegeben, so sei jetzt vieles nicht mehr da. Darum habe das Bestreben der Schützenbruderschaft darin bestanden, den Ort wieder attraktiv zu machen. „Weisweiler ist liebens- und lebenswert. Wir, die Schützenbruderschaft Weisweiler, tragen nun ein großes Stück dazu bei“, sagte er.

Die Investorengruppe aus Bremen möchte im 1. Quartal des nächsten Jahres loslegen. „Wir waren im vergangenen Sommer zehn Minuten hier auf diesem Gelände und haben uns entschlossen, das wollen wir machen“, berichtete Uwe Schierloh, Geschäftsführer der Residenz-Baugesellschaft. Für den Betrieb der Seniorenwohnungen und Pflegeeinrichtung holte sich die Bremer Gruppe die Itertalklinik ins Boot, die unter anderem in Walheim, Stolberg und Roetgen Senioreneinrichtungen betreibt. Die Beteiligten hoffen nun, dass schnell Baurecht geschaffen wird. Entsprechende Beratungen und Beschlüsse sollen im ersten Rat nach den Ferien gefasst werden.

Dass das Projekt am Votum der Politiker scheitert, ist nicht zu erwarten: Die CDU-Fraktion nahm mit zahlreichen Vertretern an der Infoveranstaltung teil, am Abend erläuterte Gödde die Pläne beim SPD-Ortsverein Weisweiler. Das Interesse der Weisweiler Bürger ist groß. Auch die beteiligten Unternehmen sind vom Erfolg überzeugt: „Schon jetzt liegen zahlreiche Anfragen vor“, sagte Schierloh. Zwei Arztpraxen, eine Apotheke sowie eine Physiotherapie- und eine Logopädie-Praxis sollen untergebracht werden. Für sie ist die Nähe zu einer Senioreneinrichtung lukrativ. Dr. Christoph Kösters von der Iteralklinik geht von einer Strahlkraft bis Lucherberg und Inden aus: „Dort gibt es Bedarf an Wohnformen für ältere Menschen.“

Bei den Workshops für Weisweiler war auch ein Nahversorger gefordert worden: Deswegen zieht ein Discounter mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern ein. 78 Parkplätze stehen nach Fertigstellung zur Verfügung.

Ein positiver Nebeneffekt für die Stadt: Der Technische Beigeordnete Gödde spricht von weit über 100 Arbeitsplätzen, die im neuen Weisweiler Zentrum entstehen sollen. Mit dem Bau des Zentrums in Weisweiler soll dort die Entwicklung nicht stoppen: „Das private Invest ist nun da, jetzt muss das öffentliche Invest folgen“, sagte er. So soll Weisweiler barrierefrei werden. Entsprechende Anträge will die Verwaltung stellen, um Fördermittel zu erhalten.

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