Sendung zieht Hygiene-Vorwürfe gegen Hospital zurück

Von: Patrick Nowicki
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Keime gibt es überall. Dass jedoch das Eschweiler Krankenhaus nicht ausreichend auf Hygiene achtet, wie in einem Bericht behauptet, stimmt nicht. Foto: Axel Hamprecht/IMMIH/dpa

Eschweiler. Wir sind von Keimen umgeben. Immer und überall. Im Krankenhaus sind sie allerdings ein sehr sensibles Thema, weil körperlich geschwächte Menschen eher an Infektionen sterben können als völlig gesunde. Groß war die Aufregung, als in einem Beitrag in der ARD-Sendung „Plusminus“ und vom Rechercheteam „Correctiv“ mitgeteilt wurde, dass manche Krankenhäuser die Hygienevorschriften nicht erfüllen.

Als Beleg wurde eine interaktive Karte ins Netz gestellt, die zeigte: Auch das St.-Antonius-Hospital in Eschweiler soll betroffen sein. Jetzt haben der Sender und „Correctiv“ zurückgerudert: Die Karte wurde aus dem Netz genommen, der Beitrag werde nicht weiter verbreitet.

Damit bestätigen sie die Vorwürfe des geschäftsführenden Vorstands am Eschweiler Krankenhaus, Elmar Wagenbach, der sich der Meinung der Deutschen Krankenhausgesellschaft anschloss, die Karte fuße auf falsche und veraltete Zahlen. Auch unsere Zeitung berichtete kritisch über die Erhebung. Nach dem Dementi von „Plusminus“ kann sich Wagenbach ein gewisses Maß an Genugtuung nicht verkneifen: „Offensichtlich arbeiten die Krankenhäuser gründlicher als die an dem Bericht beteiligten Journalisten.“

An der nach der Veröffentlichung verbreiteten Aufregung habe er sich nicht beteiligt. Seine Begründung: „Hygiene ist jeden Tag ein Thema bei uns.“ Die Arbeitsabläufe blieben die selben wie vor dem Bericht und es werde wie immer kontrolliert. Man habe auch keine Sondersitzung der Hygienekommission einberufen, teilt Wagenbach mit.

Auf der Homepage von „Plusminus“ ist der Bericht mit einer Anmerkung der Redaktion versehen. Darin heißt es: „Nach der Berichterstattung haben wir mehrere Hinweise auf Widersprüchlichkeiten mit Blick auf die Zahlen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) erhalten. Unter anderem habe es offenbar technische Schwierigkeiten bei der Datenübermittlung an den G-BA gegeben. Außerdem kam es aufgrund von Landesverordnungen in einigen Bundesländern zu Missverständnissen in der Auswertung der Daten, mithin in Einzelfällen auch zu Fehlern in unserer Karte.“

Dies bedeutet, dass die Karte als Übersicht für Patienten nicht taugte. Dies bestätigt auch der Sender: „Wir bedauern sehr, dass es in Einzelfällen zu missverständlichen Angaben kam und wir derzeit keine Möglichkeit sehen, umfassende Transparenz für die Patienten herzustellen.“ Die Journalisten kündigen an, das Thema weiter zu verfolgen, um „Transparenz“ für die Patienten herzustellen.

Dies sieht man am Eschweiler Krankenhaus gelassen. „Es gibt natürlich immer etwas zu verbessern, aber wir sind auf einem guten Weg“, sagt Elmar Wagenbach dazu. Hygiene bleibe eine tägliche Aufgabe.

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