Seit 50 Jahren wird in der Indestadt Basketball gespielt

Von: tob
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Diese Spieler gingen 1972 für den ETV bei einem internationalen Turnier an der Sporthalle an der Jahnstraße an den Start: Karl Lüttecke, Raimund Kamps, Bernd Dickmeis, Georg Larscheid, Fritz Stühlen, Jobst Brunk und Walter Gütz (von links).
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Im August 1988 entstand dieses Bild. Zwei Jahre später fusionierten die ETV-Basketballer mit dem BV 88.
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Auch in den 80er Jahren wurde in Eschweiler Basketball gespielt.
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Nach der Fusionierung ging es in den 90ern erfolgreich weiter.

Eschweiler. Es gibt viele Anekdoten, an die sich die (ehemaligen) Basketballspieler des ETV, beziehungsweise des BV 88 erinnern. wie etwa das Ritual vor und nach Trainingseinheiten sowie spielen. Fest installierte Basketballkörbe, am besten mit elektronischer Vorrichtung zur exakten Positionierung? Fehlanzeige!

Also mussten die schweren Basketballständer jedes Mal hervorgeholt, im Boden versenkt und mit Seilen gespannt werden. „Mit vier Mann mussten wir die tragen“, erinnert sich Jobst Brunk. Vor 50 Jahren wurde der Basketballverein gegründet.

Und das kam so: Willi Minderjahn, zum einen Sportlehrer am Städtischen Gymnasium, zum anderen als Aktiver und Funktionär beim Eschweiler Turnverein engagiert, erkannte das Talent einiger seiner Schüler im Umgang mit Ball, Korb und Brett. Er ermunterte Spielertrainer Jochen Wiemann zum Aufbau einer Herrenmannschaft, die am Spielbetrieb des Kreises Aachen teilnehmen sollte. Tat sie auch. 1964 bildete sich die Basketballabteilung im Eschweiler Turnverein.

Internationale Turniere

Trainiert wurde zunächst in der Sporthalle des Gymnasiums beziehungsweise in der Anfang der 60er Jahre neu errichteten Schwimm- und Turnhalle an der Jahnstraße, in der auch die Meisterschaftsspiele in der Kreisliga ausgetragen wurden. Der ersten Generation gehörten Jobst Brunk, Hans Dieter Evenschor, Raimund Kamps, Hans Egon Schepp, Manfred Spiehs und Fritz Stühlen an, denen sehr bald unter anderem Michael Billig, Bernd Dickmeis, Walter Gütz, Attila Kovac, Helmut Kretzschmar, Martin Kuß, Karl Lüttecke, Georg Larscheid, Hermann Meuskens, Bernd Schladitz und Hermann-Josef Schmitz folgten.

In den ersten Jahren ging es für den Verein darum, sich in der Kreisklasse und innerhalb des Kreises Aachen zu etablieren. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Eschweiler Turnverein im Jahr 1967, richteten die Basketballer ein internationales Turnier aus, dem weitere folgten. 1975 wurde dann gefeiert. Die Mannschaft stieg in die Landesliga auf. Feiern und Versammlungen fanden damals stets im Hotel St. Peter in der Schnellengasse, nach den Trainingsabenden ging es stets in die Gaststätte Zur Altdeutschen in der Kochsgasse.

Aus der in dieser Zeit aktiven Hobby-Damen-Basketballerinnen-Gruppe und den Spielern der Herrenmannschaft hat sich übrigens auch die eine oder andere Ehe, beziehungsweise Lebensgemeinschaft entwickelt.

Die ersten 25 Jahre der ETV-Basketballabteilung waren mal erfolgreich, mal weniger. Etliche Mädchen und Jungen interessierten sich für Basketball, und mit unter anderem Michael Pieters, Helmut Müller, Ralf Rumeij, Thomas Fest, Wolfram Seidel und Stephan Labs standen etliche Trainer zur Verfügung. Georg Sparla als Spielertrainer, zu besten Alemannia-Aachen-Zeiten auch deutscher Nationalspieler, sorgte mit für die erfolgreichste Phase des ETV, in der neben drei Herrenmannschaften auch eine A-Jugend, eine Damen- und eine Minis-Mannschaft am Spielbetrieb teilnahm. Jobst Brunk erinnert sich auch noch daran, dass ein US-Amerikaner einst für den ETV spielte. Lynn Rehn hatte er in Jülich kennengelernt. Der Physiker arbeitete dort für zwei Jahre und spielte in Eschweiler Basketball in der Landesliga.

Ohne Einwechselspieler

Eine weitere Anekdote: Als der ETV in den 70er Jahren in der Bezirksliga spielte, gab es beispielsweise eine Auswärtsfahrt nach Bonn, bei der die Indestädter mit gerade einmal fünf Mann antraten. Ohne Einwechselspieler gelang jedoch ein Sieg. Jobst Brunk ist Mittwoch 68 Jahre alt geworden, und immer noch ist er als Schiedsrichter aktiv. Früher hat er in der Regionalliga gepfiffen, heute leitet er Spiele bis zur Landesliga.

Anfang der 90er Jahre gab es vereinsintern Überlegungen für eine Trennung der Basketballer vom ETV-Gesamtverein. Zunächst wurde eine Fortsetzung im Verbund mit der ESG angestrebt, jedoch nicht realisiert. Es kam schließlich zur Fusion mit dem 1988 von Arno Schneider, Sportlehrer am Städtischen Gymnasium, gegründeten BV 88. Mehr und mehr Mitglieder traten dem fusionierten Verein bei, so dass es in den Folgejahren um die 150 Aktive gab. Die erfolgreichen Teilnahmen von Basketballmannschaften der Eschweiler Schulen an Vergleichswettbewerben auf Kreis- und Landesebene ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen.

Vier Jahre Oberliga

Die sportlich wohl erfolgreichste Zeit gab es Anfang der 2000er Jahre, als der BV 88 vier Jahre lang in der Oberliga spielte. Jo Wullenkord als langjähriger Spielertrainer, Bernhard Dickmeis (seit 33 Jahren und damit am längsten noch aktives Mitglied und aktuell 1. Vorsitzender), Michael Pieters, Ralf Rumeij, Ralf Merrem, Andreas Breuer, Jürgen Momma, Thorsten Viehs, Joachim Hannen und Tobias Larscheid sind einige der Namen, die diese Zeit prägten.

Die Oberligazeiten sind Geschichte und derzeit gibt es auch nur noch eine Herrenmannschaft, die in der Kreisliga spielt. Zwar wurde das Team Meister, verzichtete jedoch auf den Aufstieg. Die jetzige 1. Mannschaft hat sich vor wenigen Jahren als eine Art Alte-Herren-Mannschaft gegründet. Damals spielte der BV 88 mit der 1. Mannschaft in der Landesliga, größtenteils mit Spielern, die nicht aus Eschweiler kamen. Für den Verein wurde das auf Dauer zu teuer, und der Schnitt wurde gemacht.

Zukunft offen

Trotz eines Aushängeschilds wie Dirk Nowitzki zieht es auch im Basketball immer weniger Kinder und Jugendliche in einen Verein. Wie es mit dem BV 88 weitergeht, bleibt abzuwarten. Erinnerungen an die erfolgreichen Zeiten gibt es viele, und die werden an diesem Samstag sicherlich fleißig ausgetauscht, wenn das Jubiläum gefeiert wird.

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