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Seit 38 Jahren beruflich mit der leckeren Süßigkeit beschäftigt

Von: Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
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Schokolade ist aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken: Seit 38 Jahren hat sich Ute Dondorf auch beruflich der leckeren Süßigkeit verschrieben. Foto: Lindt/QVC

Eschweiler. „Ich bin die leidenschaftlichste Schokoladenverkäuferin der Welt“, antwortet Ute Dondorf mit einem breiten Lächeln, wenn man sie nach ihrem Beruf fragt. Für sie ist ihre Arbeit beim Unternehmen Lindt & Sprüngli zu einer Berufung geworden.

Im Interview mit unserer Zeitung erzählt die 58-Jährige, die als Gesicht der Marke auch regelmäßig im Fernsehen zu sehen ist, warum sie auch nach 38 Jahren weder beruflich, noch privat nicht genug von Schokolade bekommen kann und berichtet, aus welchem Grund sie mittlerweile sogar eigene Autogrammkarten braucht.

Frau Dondorf, das Osterfest steht vor der Tür und auch in diesem Jahr darf der berühmte goldene Hase in keinem Nest fehlen. Gehört dieser auch bei Ihnen zum Osterfest dazu?

Dondorf: Ohne Goldhase ist für mich ein Osterfest gar nicht mehr denkbar. In diesem Jahr sitzen neben dem Goldhasen bunte Hennen und sogar ein kleines Küken aus Schokolade.

Welche Bedeutung hat Ostern für Sie?

Dondorf: Ostern ist für mich Frühlingserwachen, es kann nicht bunt genug sein. Eine wichtige Tradition an Ostern ist unser harmonisches und fröhliches Osterfrühstück gemeinsam mit der Familie und Freunden.

Wie verbringen Sie die Ostertage?

Dondorf: In diesem Jahr zu Hause. Wir genießen das schöne Osterwetter in Haus und Garten mit unseren Gästen und ich freue mich schon jetzt auf das gemeinsame Eierfärben und die Ostereiersuche.

Sie beschäftigen sich jeden Tag mit dem Thema Schokolade. Wird dann auch privat das ein oder andere Mal genascht oder verzichten Sie in Ihrer Freizeit eher auf Süßigkeiten?

Dondorf: Ich habe immer wahnsinnig gerne Schokolade gegessen und das tue ich auch heute noch. Es sind jeden Tag bestimmt 100 Gramm, die ich zu mir nehme. Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum ich in der Firma angefangen habe (lacht).

Sie sind mittlerweile seit 38 Jahren in diesem Unternehmen tätig. Wie sah Ihr Start in das Berufsleben aus?

Dondorf: Ich habe 1976 ein BWL-Studium an der Fachhochschule in Aachen absolviert. Damals waren wir nur drei Frauen im ganzen Semester, denn zu dieser Zeit gab es kaum Frauen, die dieses Fach studiert haben. Nach meinem Examen, habe ich dann drei Bewerbungen geschrieben und habe auch drei Zusagen bekommen. Ich habe mich jedoch sofort für Lindt entschieden und am 11. Oktober desselben Jahres bin ich dann dort ins Berufsleben gestartet.

Haben Sie von Anfang an im Vertrieb gearbeitet?

Dondorf: Nein. Ich habe angefangen als Marketing-Assistentin und 25 Jahre im klassischen Marketing gearbeitet.

Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Dondorf: Ich war in dieser Zeit in den unterschiedlichsten Funktionen für das Unternehmen tätig und durfte viele neue Marken und Produktkonzepte mit entwickeln und gestalten. Mehr und mehr bekam ich dann die Aufgabe, Vermarktungen und Vertriebskonzepte zu entwickeln und neue Geschäftsfelder zu suchen. Damit war dann auch der Grundstein für den Vertrieb gelegt.

Welche Aufgaben erfüllen Sie in diesem Bereich?

Dondorf: Ich bin verantwortlich für die Bereiche Trademarketing, Specialized Trade und Retail. Dazu zählen unter anderem der Internetshop und natürlich auch das Teleshopping. Markeninszenierungen und Promotion auf allen Handelsflächen liegen ebenfalls in unserer Verantwortung. Ich habe mehr als 40 Mitarbeiter, die sich mit mir gemeinsam leidenschaftlich darum kümmern.

Dann arbeiten Sie sicherlich nicht nur in Aachen.

Dondorf: Nein. Ich bin wirklich sehr viel unterwegs: Berlin, München, Hamburg, Zürich. Denn Topflächen werden mit den Topentscheidern direkt abgestimmt, wie zum Beispiel das KaDeWe in Berlin. Zurzeit befindet sich eine großartige Osterinszenierung im Kaufhof Kö in Düsseldorf. Dort hängen 6800 Glocken an 1480 Fäden die einen Goldhasen von sechs Metern Höhe verkörpern. Diese Installation hat zum Beispiel vor Jahren ein Eschweiler Industriedesigner entwickelt: Ernst Cremer. Vor kurzem habe ich in Düsseldorf auf der Königsallee auch eine Schokoladenboutique eröffnet.

Trotz Ihrer zahlreichen Geschäftsreisen haben Sie und Ihre Familie immer in Eschweiler gewohnt.

Dondorf: Das ist richtig. Ich bin in Weisweiler geboren und habe mit meiner Familie immer in Eschweiler gelebt. Das tue ich auch heute noch. Ich war und bin eine leidenschaftliche Eschweilerin.

Was verbinden Sie mit Eschweiler?

Dondorf: Der Standort ist einfach super. Ich bin wahnsinnig schnell am Kölner Flughafen und genauso schnell in Düsseldorf beim Sender. Außerdem finde ich es toll, dass wir so nah an Belgien und den Niederlanden sind. Das habe ich auch immer mit meinen Kindern gelebt. Man kann einfach mal eben nach Brüssel oder Paris fahren, das ist toll. Auch die Stadt gefällt mir gut. Dort hat man in den vergangenen Jahren wirklich viel Schönes geschaffen.

Aufgrund Ihres Berufes sind Sie auch regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Wie kam es dazu?

Dondorf: Das stimmt. Ich hatte die Aufgabe, neue Geschäftsfelder zu finden und Teleshopping bot sich da einfach an. Vor zehn Jahren begann dann unsere Zusammenarbeit mit einem Fernsehsender. Das Konzept des Senders sah damals schon vor, dass jede Marke nur ein Gesicht für die Zuschauer haben darf. Spontan wurde ich gefragt, ob ich das nicht selbst machen möchte. Schokolade wurde damals noch nicht über das Fernsehen verkauft. Nach einem klassischen Casting haben wir dann die Vermarktung gestartet. Seitdem steigen die Sendezeiten Jahr für Jahr.

Wie kann man sich Ihre Arbeit beim Fernsehen vorstellen?

Dondorf: Ich habe im Schnitt 35 volle Live-Stunden im Jahr. In diesen Stunden präsentiere ich unsere vielfältigen Spezialitäten, erkläre und empfehle diese. Da es sich stets um Live-Sendungen handelt, können auch die Zuschauer anrufen und mir dann Fragen stellen, die ich gerne beantworte.

Werden Sie auch auf der Straße von Zuschauern erkannt?

Dondorf: Mittlerweile werde ich oft auf der Straße erkannt und ich bekomme sogar Fanpost. Unsere Zuschauer sind wirklich sehr süß. Sie schreiben mir dann, dass sie die Sendungen nur gucken, weil sie mich so gerne lachen hören (lacht). Diesen Satz lese ich mindestens einmal im Monat. Oder sie fangen ihre Briefe mit „liebe Schokoladenfee“ an. Ist das nicht toll? Mittlerweile hab ich sogar eigene Autogrammkarten. Das ist einfach verrückt.

Sind Sie vor Ihren Sendungen noch nervös?

Dondorf: Wenn man von den Zuschauern so liebe Komplimente bekommt, dann ist man nicht mehr nervös. Aber am Anfang war das ganz anders. Da war ich wirklich aufgeregt. Ich musste mich einfach an die neue Situation gewöhnen. Heute ist das nicht mehr so, da macht mir diese Arbeit einfach nur noch sehr viel Spaß.

Wann kann man Sie das nächste Mal im Fernsehen sehen?

Dondorf: Am 1. Mai um 10 Uhr. Danach gehe ich erst einmal in die Sommerpause und ab September bin ich dann wieder regelmäßig zu sehen. Die Sendungen sind alle 14 Tage, rund zwei bis drei Stunden am Tag. Es gibt auch viele exklusive Angebote und drei Mal im Jahr gibt es dann ein Tagesangebot. Dann fange ich mit den Sendungen allerdings bereits nachts an. Es gibt viele Menschen, die nachts vor dem Fernseher auf das nächste Tagesangebot warten. Die Zuschauer sind davon regelrecht fasziniert, das höre ich immer wieder. An diesen Tagen ist man dann zwischen acht und neun Stunden on Air.

Aber das Teleshopping macht nur einen kleinen Anteil Ihres Berufs aus.

Dondorf: Ja, das stimmt. Es sind zehn Prozent über das ganze Jahr verteilt. Es gibt noch viele andere spannende Aufgaben, zum Beispiel bin ich auch für die Kooperation mit dem Schokoladenmuseum in Köln verantwortlich. Einen Besuch kann ich allen Lesern nur empfehlen, denn die Schokolade, die dort fließt, ist echte Lindt-Schokolade. Was ich besonders gerne mache, ist aber Schokolade zu verkaufen. Ich sage immer, ich bin die leidenschaftlichste Schokoladenverkäuferin der Welt (lacht).

Können Sie sich ein Leben ohne diesen Beruf vorstellen?

Dondorf: Nein! Das Thema Alter hat sich in der Markenartikelindustrie in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Mittlerweile gibt es eine gute Mischung zwischen langjährigen Mitarbeitern und frischen Neulingen. Das begrüße ich sehr. Die Jüngeren profitieren von den Erfahrungen der Älteren. Auf der anderen Seite tut frischer Wind den Älteren gut. Wenn meine Kollegen mich fragen, wie lange ich meinen Beruf noch ausüben möchte, dann sage ich ihnen immer: „Kinder, ich bleibe bestimmt noch zehn Jahre bei euch.“ (lacht)

Was mögen Sie an Ihrem Beruf besonders gerne?

Dondorf: Ich liebe es, mit so vielen verschiedenen Menschen zu tun zu haben und daher über ein großes Netzwerk zu verfügen. Die Marke Lindt hat noch dazu eine große Strahlkraft, dass meine Gesprächspartner immer funkelnde Augen haben wenn ich von Schokolade spreche, das macht dann einfach immer gute Laune.

Was gefällt Ihnen besonders an der Arbeit im Vertrieb?

Dondorf: Ich bin seit 38 Jahren in diesem Unternehmen tätig und habe in der ganzen Zeit auch immer Vollzeit gearbeitet. Aber die Tätigkeit im Vertrieb ist einfach nur großartig, weil sie so vielseitig und spannend ist – ob es das klassische Trade Marketing oder das Eröffnen von eigenen Geschäften ist. Ich bin davon überzeugt, dass die Schokoladenboutiquen noch großen Anklang in der Zukunft finden werden, da der heutige Verbraucher den Erlebniseinkauf liebt, welchen wir dort besonders bieten können.

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