Seit 14 Jahren greifen Senioren zu Pinsel und Farbe

Von: kaba
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Das sind sie, die „Freitagsma
Das sind sie, die „Freitagsmaler”. Mit Phantasie und Leidenschaft entdecken die Bewohner des Ago-Seniorenheims jeden Freitag aufs Neue ihr Talent und lassen wunderbare Kunstwerke entstehen.

Eschweiler. Es ist ein besonderer, aufregender Tag für die Bewohner des Ago-Seniorenzentrums gewesen. Denn die Mitglieder der Malgruppe präsentierten im Rahmen des Herbstfestes ihre Kunstwerke.

Gemeinsam mit der freischaffenden Künstlerin Gerlinde Zantis, die die Malgruppe im Seniorenheim leitet, wählten sie einige Bilder aus, die ausgestellt werden sollten.

Am vergangenen Sonntag war es dann soweit. Die Malgruppe lud zur Vernissage in den Gemeinschaftsraum und die Besucher kamen, um die Kunstwerke zu bestaunen. Dass diese Bilder ausgestellt werden, ist für viele der kreativen Senioren nicht selbstverständlich, denn sie mussten erst einmal erkennen, welches Talent in ihnen ruhte.

„Die meisten kommen und schauen, was wir in der Gruppe so machen. Wenn man sie aber fragt, ob sie mitmachen, kommt meistens der Satz: „Das kann ich nicht”, berichtet Gerlinde Zantis. Doch nach und nach konnte sie bis jetzt jeden davon überzeugen, es einfach einmal auszuprobieren. „Und die meisten, die einmal kamen, kommen bis heute”, freut sich die Künstlerin.

So auch Eufemia Majer, deren Tochter Gisela Rorbek schon vor ihr der Malgruppe beitrat. Die Kunstwerke können sich in jedem Fall sehen lassen und bringen manches Mal auch die Künstler selbst zum Staunen. So wie Eva Maria Waldorf, die immer wieder erstaunt ist, was sie schaffen kann. „Das glaubt mir ja keiner”, soll sie dann sagen und stolz auf ihr Bild blicken.

Die Ideen nehmen die Künstler und Künstlerinnen aus Zeitschriften oder aus Kalendern. Wenn ein geeignetes Bild gefunden und eine Vorstellung vorhanden ist, geht es ans Malen. Mit Farbstiften oder Pastellkreiden entstehen Landschaften, Tiere oder Blumen. Einige der Bewohner haben ganz spezielle Vorlieben.

So zum Beispiel Alfred Ederer, der lange Zeit in München lebte und sich sehr gerne Berglandschaften widmet. Oder aber Severin Gerd, der vor allem Raubkatzen oder Adler malt. Eben „starke Tiere”, wie Frau Zantis bei der Eröffnungsrede berichtet. Auch Maria Boßer malt sehr persönliche Bilder. Aufgrund ihrer Leidenschaft für Pferde zeichnet sie die Tiere immer wieder in dem Wunsch, einmal ein Pferd zeichnen zu können, „so wie unser Hektor war”, verrät sie.

Andere Bewohner begeistern sich weniger für bestimmte Motive als für eine Technik oder die Farben. Eva zur Linden ist eine Künstlerin, die in der freien Farbwahl völlig aufgeht, so Zantis. Und Kathi Lahn erfreut sich an immer wieder neuen Motiven und Herausforderungen.

Nicht zuletzt gibt es auch Vorlieben bei der Werkzeugwahl. So bleibt Monika Schaffrath sehr häufig beim Farbstift, auch wenn sie bei Hintergründen ab und an zur Pastellkreide greift. Doch ganz egal, wozu sich die Bewohner in ihrer Malgruppe entscheiden, für sie heißt es jeden Freitag „mit Freude ins kreative Abenteuer”.

Auch wenn Gerlinde Zantis einmal verreist ist, kann der Kurs stattfinden. Dann erhält sie nämlich Unterstützung aus den Reihen der Künstler, denn Gisela Rorbek und Inge Hoven vertreten sie sehr gerne. Wenn die kreative Phase beendet ist, gibt es im Seniorenzentrum seit Beginn der Malgruppe vor 14 Jahren immer eine kleine Ausstellung für Freunde und Verwandte. In diesem Jahr bot sich das Herbstfest zur Präsentation der Kunstwerke.

Aber nicht nur die Malgruppe zeigte ihre Ergebnisse. Auch die Koch- und Bastelgruppe präsentierten an einem Stand, was sie geleistet hatten. Dort konnte man, passend zur Jahreszeit, gestrickte Schals oder selbstgekochte Marmelade kaufen. Auch die Bilder der Malgruppe verkauften ihre Werke. Einige jedenfalls, denn das eine oder andere behalten die Ago-Bewohner dann doch lieber für sich selbst.

Abgerundet wurde der Nachmittag der Ausstellung durch die musikalische Begleitung von Walter Spiller. So freuen sich die Bewohner des Ago-Seniorenzentrums sicherlich schon auf die nächste Ausstellung und bis dahin lassen sie erneut ihrer Phantasie freien Lauf.
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