Seine Brötchen möchte er mit Musik verdienen

Von: Marie-Luise Otten
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Bei seinem Auftritt beim Talentwettbewerb „Jugend musiziert“ wurde Ruben Fehr (rechts) von Diana Jianu am Klavier begleitet. Foto: M.L. Otten

Stolberg/Eschweiler. Seine Vorbilder sind David Garrett und Itzhak Perlman. Ruben Fehr weiß, was er will. Auch er möchte einmal seine „Brötchen“ als Berufsmusiker verdienen. Mit dem Geigen-Unterricht begann er schon im Alter von dreieinhalb Jahren bei Martina Blömer an der Musikschule Merz.

Später kamen Klavier und Trompete dazu. Dann wechselte er irgendwann zu Benjamin Ramirez, Geigenlehrer an der Musikhochschule Köln.

Pre-College Köln

Das Ziel des mittlerweile Elfjährigen aus Eschweiler-Kinzweiler ist, die Aufnahme in das Pre-College Cologne, ein Ausbildungszentrum für musikalisch hochbegabte Kinder und Jugendliche unter Leitung von Prof. Ute Hasenauer. Nach bestandener Eignungsprüfung erhalten die Jugendlichen ab zehn Jahren individuell zugeschnittenen Instrumentalunterricht sowie ein ganzheitlich orientiertes, aufbauendes Nebenfachangebot und dies hauptsächlich am Wochenende, um Schulausfall zu vermeiden.

Dass er am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilnahm, war der Wunsch von seinem jetzigen Geigenlehrer Benjamin Ramirez. In der Altersklasse II spielte er zwei Stücke aus zwei verschiedenen Epochen. Aus der Barockzeit war es das Larghetto aus der „Sonate D-Dur op.1 Nr. 13“ von Georg Friedrich Händel, aus der Romantik der „Danse Macabre op. 40“ von Camille Saint-Saens. Letzteres war für die Altersklasse schon ein recht schwieriges Stück.

„Die Nacht erstreckt sich finster über dem Friedhof. Auf das Signal der mitternächtlichen Glocken erwachen die Toten in ihren Gräbern“, erklärt der junge Mann, „und der Tod fordert mit seiner Geige zum Tanz auf; die Skelette erheben sich und vollführen einen unheimlichen Reigen, bis dass das Krähen des Hahns dem Spuk ein Ende macht“. Begleitet wurde er von der Pianistin Diana Jianu der Musikschule Merz. Mit ihr arbeitet Fehr seit Januar zusammen.

Andere Hobbys zurückgestellt

Auf seine Hobbys angesprochen, erzählt der Schüler, dass er Schwimmen und Leichtathletik gemacht habe, aber es wegen der Musik erst einmal zurückgestellt habe. Auch das Trompetenspiel habe er im vergangenen Jahr wegen des „Jugend musiziert“-Wettbewerbs aufgegeben.

Dieser Nachwuchswettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten wird vom Deutschen Musikrat getragen und vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und von der Sparkassen-Finanzgruppe finanziert.

Beim Regionalwettbewerb in Aachen gingen mit Ruben Fehr weitere fünf Kandidaten an den Start, in Detmold waren es sogar 36 Teilnehmer. Sowohl beim Regional- als auch beim Landeswettbewerb erhielt er einen 1. Preis und hat für diese Altersgruppe die höchste Wettbewerbsstufe erreicht.

Auf die Frage, wer ihn immer nach Stolberg oder Köln bringe, antwortet Ruben und nimmt dabei seine Oma herzlich in die Arme, dass sie es sei, die ihm das alles bisher ermöglicht, jetzt aber seine Mutter die Kölnfahrten übernommen habe.

Im Orchester der Musikschule möchte er auf jeden Fall erst einmal weiterhin spielen.

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