Seifenkisten-Flitzer erinnert an toten Freund

Von: mut
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Marcel und Volker Neveling kur
Marcel Neveling kurz vor der ersten Fahrt der blauen Seifenkiste: Erfolgreich und glücklich kam Marcel auf dem hauseigenen Außengelände wieder zum Stehen. Foto: Anna Reinmuth

Eschweiler. Die Tagesgruppe „Die Wilden 13” der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe des Hauses St. Josef mussten über ein Jahr auf diesen Tag warten. Sechs Jungs der Tagesgruppe „Die Wilden 13” im Alter zwischen 13 und 14 Jahren haben in der hauseigenen Werkstatt einen blauen Flitzer gebaut.

Einmal wöchentlich für nur eine Stunde stand den Jungs die Werkstatt zur Verfügung, wodurch die lange Bauzeit gerechtfertigt ist. Eine Stunde in der sich die Jungs voll ausleben konnten - Ideen entwickeln, planen und umsetzen. Das Grundgerüst der Seifenkiste mit dem gleichnamigen Namen der Tagesgruppe - Wilde 13 - stellt ein 40 Jahre altes Kettcar dar, erklärt Volker Neveling, Erzieher im Haus St. Josef und Projektleiter der Seifenkiste AG.

Die Interessen der Jugendlichen herausfinden, Talente entdecken und stärken und gezielte Unterstützung leisten, ist für Jugendliche in diesem Alter besonders wichtig. Bei dieser AG stand nicht nur das Endprodukt im Mittelpunkt. Vielmehr unterstütze die gemeinsame Arbeit an dieser Seifenkiste die Kompromissbereitschaft, die Auseinandersetzungen auf verbaler Ebene, die Teamfähigkeit, das Einstecken von Niederlagen und somit die Frustrationsbewältigung und das Denken in Zusammenhängen. „Ein pädagogischer Weg, handwerklich etwas Tolles zu erschaffen”, sagt Neveling. Dieses Projekt zeigt sich zukunftorientiert und stellt mögliche berufliche Interessen der Jungen in den Mittelpunkt. Marcel, Mitglied der Tagesgruppe und leidenschaftlicher Handwerker, ist sich jedenfalls ziemlich sicher, später im handwerklichen Bereich arbeiten zu wollen.

Das selbstgebaute Unikat wurde in Erinnerung an einen guten Freund der Jungen, der an Leukämie verstarb, gebaut. Auf dem Außengelände des Hauses brachte Marcel die Seifenkiste bei ihrer ersten Fahrt unversehrt zum Stehen und bestätigte hiermit die gelungene Arbeit der Jungs.

„Das Haus St. Josef macht ganz tolle Sachen und ist nicht mit einem Kinderheim im alltagssprachlichen Verständnis zu vergleichen”, sagt Neveling. Um auch in der Zukunft weitere handwerkliche Projekte veranstalten zu können, würden sich die hauseigene Werkstatt und die Beteiligten über Spenden in Form von Werkzeugen freuen.
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