Segeltörn auf dem Blausteinsee: Bei Kommando Kopf einziehen

Von: Andreas Röchter
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Echte Seebären vor dem „in See stechen“: Bei herrlichem Sommerwetter starteten die Leser die Segelregatta. Foto: Andreas Röchter
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Eine Seefahrt, die ist lustig... und informativ: Skipper Volker Schulze-Schwanebrügger (2. v. l.) hatte viel Interessantes zu berichten. Foto: Andreas Röchter
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Unterstützt von zwei jungen Begleitern griff der Vereinsvorsitzende Wolfgang Peeters den Seglern motorisiert ein klein wenig unter die Arme. Foto: Andreas Röchter
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Einsatz: Das Anlegen am Steg erfordert durchaus körperliche Arbeit. Foto: Andreas Röchter
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Segeln bei bestem Wetter und auch vor herrlicher Kulisse: Die Leser genossen die Aussicht von den Segelbooten aus auf die Umgebung am Blausteinsee. Foto: Andreas Röchter
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Informationen aus erster Hand: Skipper Volker Schulze-Schwanebrügger (2. v. l.) wies einige der Leser in die Geheimnisse des Segelns ein. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Auch das gibt es: beinahe zu schönes Wetter! Während zahlreiche Sonnenhungrige den wunderbaren Sommertag am Mittwoch am, im und um den Blausteinsee genossen, blickten die Verantwortlichen des Segelklubs Eschweiler See (SKES) ein klein wenig skeptisch in Richtung des wolkenlosen Himmels.

Denn von einem Naturphänomen ist der Segler doch mehr oder weniger abhängig: vom Wind. Und von diesem war, nach durchaus vorhandener Thermik am Vormittag, einige Stunden später wenig bis sehr wenig zu spüren. Doch selbst von einer mittelschweren bis ausgewachsenen Flaute lassen sich die indestädtischen Seemänner und -frauen keinesfalls beeindrucken.

So stachen um kurz nach 15 Uhr die Skipper Stephanie Radermacher, Kico Schmidt, Wolfgang Peeters, Helmut Hoffmann und Volker Schulze-Schwanebrügger mit den erwartungsvollen und -frohen Lesern unserer Zeitung im Rahmen der Aktion „7 x Sommer in Eschweiler“ in See.

Schwimmwesten verpflichtend

Wenige Augenblicke zuvor hatte mit Wolfgang Peeters der Vorsitzende des SKES die angehenden Seebären begrüßt, mitgeteilt, dass das Anlegen von Schwimmwesten selbstverständlich verpflichtend sei und auf weitere überlebenswichtige Verhaltensregeln hingewiesen. „Vernehmen sie aus dem Mund ihres Skippers das Kommando ‚Warschau‘ oder ‚Achtung‘, dann bedeutet dies für sie umgehend ‚Kopf runter‘.

Das Segel gegen den Kopf zu bekommen, ist nämlich immer unangenehm. Fragen stellen sie bitte hinterher. Wobei ich eine Frage bereits im Vorfeld beantworten kann: Das Kommando ‚Warschau‘ leitet sich vom niederländischen ‚waarschuwing‘ ab, was soviel wie Warnung bedeutet, und vermutlich weniger in Berlin oder Bayern, sondern eher in unserer Region verwendet wird!“ Anschließend führte der Weg die Leser über den Vereinssteg, der in absehbarer Zeit vergrößert werden könnte, zu den Booten.

Volker Schulze-Schwanebrügger erwartete seine „Passagiere“, um sie mit der aus Holz erbauten BM-Jolle „Mogli“ auf den See zu bringen und dort in einige der Geheimnisse des Segelns einzuweihen. „Holzboote sind viel schöner, aber auch langsamer und nicht zuletzt pflegeintensiver als ihre Kollegen aus Kunststoff. Die Mogli verfügt im Unterbau über einen mächtigen Kiel und gilt, genau wie die Titanic, als unsinkbar. Wobei deren Schicksal ja hinlänglich bekannt ist“, erklärte der Skipper „mutmachend“.

Kein elitärer Sport

Und welcher Weg führte ihn eigentlich zum Segeln? „Zunächst werden die Kinder Mitglieder. Dann stellt sich heraus, dass die Familienkarte nur unwesentlich teurer ist als die Einzelmitgliedschaft und schon ist der Papa ein Segler!“, blickte Volker Schulze-Schwanebrügger schmunzelnd zurück. Übrigens sei der Segelsport, zumindest in Eschweiler, keinesfalls elitär. „Im Falle des SKES gehören alle zur Verfügung stehenden Boote dem Verein.“ Doch auch diese seien bei Windstille nur mit Mühe in Bewegung zu bringen.

„Ohne Wind reagiert das Boot kaum auf die Signale des Ruders“, verdeutlichte Volker Schulze-Schwanebrügger, der jeden Lufthauch zu einer Wende ausnutzte. Generell seien die Windverhältnisse am Blausteinsee aber häufig gut. In erster Linie allerdings in den eher früheren Stunden des Tages und seltener in Richtung Abend. Die Faszination des Segelns mache für ihn die Tatsache aus, dass sich der Skipper immer wieder auf neue Situationen einstellen müsse. „Segeln erfordert hohe Konzentration. Die Zeit auf See ist für mich eigentlich die einzige, in der ich vollkommen abschalten kann“, so der Bootsführer.

Nachwuchssorgen plagten den SKES keine. Interesse am Segeln sei, unabhängig vom Alter, durchaus vorhanden, betont auch Wolfgang Peeters. „Personen, die auf die Idee kommen, das Segeln zu erlernen, bieten wir zunächst ein Schnuppersegeln beziehungsweise ein Schnupperjahr an, in dem sie herausfinden können, ob dieser Sport tatsächlich etwas für sie ist“, so der Vorsitzende.

In dieser Zeit erhalten die „Schnuppermitglieder“ die Gelegenheit, an allen Führerscheinausbildungen, die der SKES anbietet, teilzunehmen. „Anders als die Segelschulen verfolgen wir nicht das Ziel, möglichst schnell auszubilden, sondern geben jedem Neusegler die Zeit, die er eben braucht.“

Den Lesern unserer Zeitung bereiteten die Verantwortlichen des Segelklubs Eschweiler See definitiv einen schönen Nachmittag, der nach erfolgreicher Seefahrt noch mit dem einen oder anderen Stück Kuchen garniert wurde. „Für uns immer wieder eine Gelegenheit, unseren Verein zu präsentieren. Wobei die Zahl der Anmeldungen zeigt, dass Segeln vielen Menschen offensichtlich Spaß macht“, freuten sich Wolfgang Peeters und seine Mitstreiter, darunter der Ehrenvorsitzende Kico Schmidt.

Fröhliche Gesichter

Die fröhlichen Gesichter der Segeltörn-Teilnehmer sprachen ebenfalls Bände. Wer Interesse hat, mehr über das Segeln und den Verein, unter anderem dessen Ausbildungsangebot, zu erfahren, kann sich im Internet unter www.segelklub-eschweiler.de ausgiebig informieren.

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