Sechs Jahrzehnte im Dienst der Eschweiler Bürger

Von: vr
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Eine starke Truppe: Die ehrenamtlichen Mitglieder des THW-Ortsverbands Eschweiler können stolz auf das 60-jährige Bestehen ihrer Gruppe zurückblicken. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. „Sie haben sich wirklich viel Mühe hier in Eschweiler gegeben, selbst Ihre Anschrift Florianweg dokumentiert dies!“ Dr. Hans-Ingo Schliwienski, Landesbeauftragter des Technischen Hilfswerkes, wusste seine Gastgeber zu loben, schließlich steht nicht nur die Adresse mit dem Schutzpatron der Feuerwehr, sondern auch die räumliche Nähe zur benachbarten Feuerwehrwache sinnbildlich für die enge und gute Zusammenarbeit der THW-Ortsgruppe in der Indestadt.

Zum 60. Geburtstag gratulierte der Redner für den THW-Landesverband Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit zahlreichen anderen Gästen anderer Hilfsorganisatoren im Rahmen des Sommerfestes der Eschweiler Ortsgruppe am Samstag.

Wichtige Säule im Rettungswesen

1950 ursprünglich als Zivilschutzorganisation vom Innenminister der damals frisch geborenen Bundesrepublik Deutschland, Gustav Heinemann, und Otto Lummitzsch gegründet, stellt das Technische Hilfswerk heute mit seinen rund 80.000 Helfern und Helferinnen, 99 Prozent davon ehrenamtlich, eine der größten ehrenamtlichen Organisationen Deutschlands dar und avancierte schnell zur wichtigen Säule im Einsatz bei Notfallsituationen neben Feuerwehr und Sanitätsdiensten. Seit sechs Jahrzehnten engagieren sich auch Eschweiler Bürger und stellen einen der insgesamt 668 Ortsverbände.

„Ich weiß noch, die älteste Garage in Weisweiler, das war für uns immer der THW“, SPD-Stadtverbandsvorsitzender Stefan Kämmerling erinnerte während der Feierstunde an die Zeiten, in denen der THW in Eschweiler nicht unbedingt unter optimalen Bedingungen arbeiten konnte, aber dennoch stets mit viel Einsatz zu diversen Noteinsätzen ausrückte, darunter auch der Großbrand bei der Firma Wentzel & Weidmann 1985. Diese Zeiten sind spätestens mit der neuen Unterkunft am Florianweg vorbei. Und dennoch zeugte die Kulisse für die 60-Jahr-Feier, eine Garage mit provisorischer Stahlgerüstbühne und einfachen Holzstühlen, vom ganz besonderen, bescheidenen Charme des THW – halt technisch funktionell und ohne pompösen Prunk.

„Ich bin sehr für das bürgerliche Engagement, für das Ehrenamt, aber es darf nicht dazu führen, dass es bald nur noch das Ehrenamt gibt“, fand Bürgermeister Rudi Bertram bei allem Dank und Lob auch mahnende Worte.

Vor allem die stetig steigende Arbeitsbelastung, längere Arbeitszeiten und enger werdende Terminpläne seien eine große Gefahr für die fast ausschließlich ehrenamtlich geführte Hilfsorganisation, weiß auch der THW-Ortsbeauftragte Arnold Willecke und hofft auf Unterstützung von Arbeitgebern und Politik. Und auch die Erweiterung des Eintrittsalters von zehn auf sechs Jahre, wie bei der Freiwilligen Feuerwehr, zeugt davon, dass das THW seinen Mitgliedernachwuchs ernst nimmt und Kinder noch früher an das Ehrenamt heranführen möchte, denn „Soziale Netzwerke gibt es auch ohne Smartphones und jenseits des PC, das geht auch von Mensch zu Mensch“, wie Dr. Ingo Schliwienski schmunzelnd anmerkte.

Neben den vielen Gruß- und Dankesworten war es vor allem die Geste des stellvertretenden Kreisbrandmeisters Jürgen Förster, die zur weiteren Motivation der Eschweiler THW-Mitglieder einen großen Teil beigetragen haben dürfte: Zum 60. Geburtstag überreichte er seinem THW-Kollegen Arnold Willecke eine Ehrentafel mit den Wappen aller Feuerwehrgruppen des Kreises als Zeichen der guten Zusammenarbeit.

Zur Musik der „Klütteblöser“ und der Fanfarentrompeter der Nothberger Burgwache durfte anschließend auf viele weitere Jahre THW in Eschweiler angestoßen werden. Ob daraus einmal über 900 Jahre werden, die Theo Wirtz vom Malteser Hilfsdienst mit Verweis auf die Geschichte des Ritterordens seiner Organisation einforderte, bleibt allerdings abzuwarten.

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