Eschweiler - Schwitzen in Eschweiler Blockhütten

Schwitzen in Eschweiler Blockhütten

Von: Laura Laermann
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Macht es sich in einer seiner Saunen gemütlich: Peter Baum leitet das Familienunternehmen „Baum‘s Blocksauna“ in der dritten Generation. Die Eschweiler Firma stattet Wohlfühltempel in ganz Deutschland aus. Foto: Laura Laermann
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Auf den richtigen Guss kommt es an: Holzeimer wie dieser gehören in jede Sauna.

Eschweiler. Was haben die Aachener Carolus Thermen, die Saunaoase am Bodensee und die Therme in Tirol gemeinsam? Sie sind mit Saunen ausgestattet made in Eschweiler. Genauer geschrieben, aus der Nothberger Straße. Dort befindet sich die Firma „Baum‘s Block­sauna“, die nun in dritter Generation von Peter Baum geführt wird.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Bauvarianten. Baum setzt auf Massivholzsaunen: „Das Holz speichert Feuchtigkeit und sorgt so auf natürliche Weise für ein trockenes Klima.“ Zwar gebe es mit Einbausaunen auch eine günstigere Möglichkeit, die aber in seinen Augen wegen der dampfdichten Alufolie kein gutes Klima entwickele.

Engere Jahresringe

Der Eschweiler Saunabauer nutzt als Außenholz für die Wände und Decke der Saunen meist finnische Polarfichte. Diese wächst in härteren Klimabedingungen langsamer und hat dadurch engere Jahresringe als eine Fichte hierzulande. Dies mache dieses Holz besonders speicherfähig, sagt Baum.

Und so wird in der Regel gebaut: Die Hölzer der Außenwände, auch Blockbohlen genannt, haben eine Dicke von 45 bis 55 Zentimeter und werden horizontal übereinandergelegt. Eine Spannstange, die eine Feder enthält, verbindet die Bohlen miteinander. Die Feder ist nötig, da Holz die besondere Eigenschaft hat, sich bei Feuchtigkeit auszudehnen und sich bei Trockenheit zusammenzuziehen.

Die Beweglichkeit des Holzes muss auch bei anderen Elementen der Sauna beachtet werden. Beispielsweise muss ein feststehender Türrahmen so eingearbeitet werden, dass die Holzbohlen an diesem vorbeirutschen können. „Wir haben alternativ ein System entwickelt, bei dem die Blockbohlen aufrecht stehen und durch Holzfedern flexibel verfugt werden“, berichtet er. Auf diese Weise könne man auch Glasfassaden frei einbauen – ein Trend, der für das Saunaklima eher kontraproduktiv ist, aber für ein Gefühl von Weite im Raum sorgen soll.

Für die Innenverkleidung wird in der Regel Espe oder Abachi genutzt. Dieses Holz ist besonders leicht und weniger dicht, so dass es nicht heiß wird und ein angenehmes Sitzgefühl bietet. Alternativ wird aus optischen Gründen auch Hemlock verwendet, da es astfrei ist. Dieses Holz ist allerdings teurer und enthält andere Inhaltsstoffe. Beispielsweise ist es frei von Harz, welches für den typischen Saunageruch sorgt.

Haussaunen sind weiterhin populär, doch es zeichnen sich neue Trends ab: „Eine Kellersauna ist nicht mehr beliebt. Die meisten Leute entscheiden sich für Saunen, die in den Wohnbereich integriert werden“, erklärt Peter Baum, der seit mehr als 20 Jahren Saunen errichtet. „Dies ist auch sinnvoller, weil die Sauna so präsenter im Alltag ist und häufiger genutzt wird.“

Eine Heimsauna kann ohne Bedenken regelmäßig genutzt werden, da sie ein Leben lang standhält. Anders ist das bei gewerblichen Saunen, die permanent in Betrieb sind. Diese werden nur 15 bis 20 Jahre betrieben, weil das Holz im Laufe der Jahre aufgrund der Hitze trocken und spröde wird. Ein Temperaturunterschied von fünf Grad kann bei dieser intensiven Nutzung schon fünf Jahre der Lebensdauer ausmachen.

Je nach Saunatyp sorgen verschiedene Temperaturen für ein eigenes Raumklima. Eine finnische Sauna wird auf 80 bis 100 Grad Celsius erhitzt und entwickelt eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit von 10 bis 15 Prozent. Bei Warmluftbädern werden bis zu 65 Grad Celsius erreicht, die Luftfeuchtigkeit ist mit 25 bis 50 Prozent deutlich höher.

Eine Sauna wird durch einen Elektroofen beheizt, der in unterschiedlichen Größen eingebaut wird. Nach etwa 45 bis 60 Minuten ist eine Sauna heiß genug für ein Bad. Für den richtigen Hitze-Kick sorgen Saunasteine aus Peridotit-Gestein. Sobald man Wasser über die Steine gießt, verdampft es schlagartig, und es entsteht eine Hitzewelle. Aufgüsse aus verschiedenen Ölen erzeugen wohlriechende Düfte.

Hitze und Abkühlung

Was macht Saunieren so gesund? Der Wechsel zwischen Hitze in der Sauna und Abkühlung unter der Dusche trainiert das Immunsystem. Zudem kurbelt das intensive Schwitzen die Durchblutung sowie den Stoffwechsel an und ist somit eine gute Möglichkeit um zu entschlacken. Peter Baum sauniert selbst einmal pro Woche. „Der Deutsche liebt es, nach Regeln zu baden“, weiß er.

Doch diese sollte man beim Saunabad individuell festlegen: „Jeder sollte auf seinen Körper hören und seine Temperatur nach Wohlgefühl wählen.“ Dies ist also Geschmackssache, genau wie die Gestaltung einer Sauna, die viele Variationsmöglichkeiten bietet.

„Moderneres, gradlinigeres Design erfreut sich immer größerer Beliebtheit“, berichtet er. So lassen sich beispielsweise verschiedene LED-Lichtsysteme in eine Sauna und ein spezielles Wand-Design aus Bambusrohren, Basalt oder Salzsteinen integrieren. Eine weitere Besonderheit sind Infrarot-Sitzplätze, die den Rücken durch Strahler erwärmen.

Ein Patent liegt Peter Baum besonders am Herzen. Nach einem tödlichen Saunaunfall im Familienkreis entwickelte er die Idee eines Notfallsystems: „Wenn jemand in Ohnmacht fällt oder einschläft, droht eine Überhitzung des Körpers. Das Sicherheitssystem soll dies rechtzeitig erkennen und Hilfe ermöglichen.“

Selbstständiges Alarmsystem

Und so funktioniert‘s: Neben der Eingangstür befindet sich ein Notknopf mit Start-Stopp-Funktion, die beim Betreten aktiviert wird. Wenn die eingestellte Zeit abgelaufen ist, beginnt das System zunächst zu blinken. Wenn niemand reagiert und den Knopf drückt, wird der Saunaofen automatisch abgeschaltet und ein Alarm ausgelöst. Gleichzeitig wird das Signal außerhalb der Sauna weitergeleitet. Reagiert auch dann niemand, kann ein telefonischer Notruf ausgelöst werden.

Wer über den Bau einer Sauna nachdenkt, sollte mit fünf bis sechs Wochen für Planung, Produktion und Aufbau rechnen. Die Kosten variieren je nach Ausstattung. Mindestens eine vierstellige Summe ist jedoch fällig.

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