Schwimmer wünschen sich Unterstützung

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
9017898.jpg
Ins Team Deutschland ist es für Synchronschwimmerinnen ein langer Weg. Um den Nachwuchs noch besser trainieren zu können, möchten die Wasserfreunde Delphin Eschweiler ein Leistungszentrum im Hallenbad an der Jahnstraße einrichten. Foto: imago/Eibner
9019052.jpg
Schön ist anders: Udo Martinett zeigt den Raum im Keller, der von den Synchronschwimmerinnen für Gymnastikübungen genutzt wird. Der Raum ist jedoch von außen einsehbar. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Es hat mitunter ein wenig etwas von „Und täglich grüßt das Murmeltier.“ Für diejenigen, die den Film nicht kennen: Schauspieler Bill Murray erlebt wieder und wieder denselben Tag. Seit einigen Jahren steht jedes Jahr in der Zeitschrift des Schwimmvereins Wasserfreunde Delphin Eschweiler, dass die Mitglieder Gewähr bei Fuß stehen sollen, wenn die Arbeiten am geplanten Leistungszentrum anstehen.

Die Mitglieder seien auch bereit, nur gehe es bei dem Zentrum nicht voran, sagen die Delphine Udo Martinett und Simon Münstermann. Nun unternehmen sie einen neuen Vorstoß.

Als die Wasserfreunde Weisweiler und der SC Delphin sich zur Fusion entschlossen hätten, habe man ihnen zugesagt, sich auch für weitere Unterstützung einzusetzen. „Seit der Fusion ist nix passiert“, sagt Martinett.

Der Kritikpunkt der Schwimmer: Obwohl der Verein viele Mitglieder habe und auch viele Jugendliche betreue, fehle es an Unterstützung. Anders als bei den Fußballern. So haben sich die Vereine Preußen Hastenrath und SV Nothberg zur Fusion entschlossen und kicken gleich nach dem Zusammenschluss auf einem nagelneuen Kunstrasenplatz.

Wie ist die Situation derzeit? Die Wassersportler haben ihre festen Wasserzeiten, aber natürlich trainieren Schwimmer, Wasserballer und Synchronschwimmer nicht nur im nassen Element. Krafttraining und Gymnastik etwa gehören ebenfalls dazu. Die Wasserfreunde Delphin haben zwei Räume, in denen sie „auf dem Trockenen“ trainieren.

Es habe schon Vorschläge gegeben, die Wassersportler könnten doch andere Hallen, etwa die in der ehemaligen Dürwisser Hauptschule, nutzen. Das funktioniere nicht, sagt Udo Martinett und nennt die Synchronschwimmerinnen als Beispiel. Die trainieren nämlich häufig abwechselnd im Wasser und an Land – innerhalb einer Trainingseinheit. Dabei die Halle wechseln ist also schlecht möglich.

Der eine Trainingsraum im Hallenbad ist ein Durchgangszimmer, in dem ein paar Trainingsgeräte stehen. Fenster? Fehlanzeige! Zwar gibt es dort auch noch kleinere Räume, um etwa eine Musikanlage unterzubringen, allerdings dürfen die Zimmer nicht abgeschlossen werden. Der kleine Raum direkt in Beckennähe hat große Fenster zur Straße hin. Wenn die Synchronschwimmerinnen dort ihre Übungen machen, gibt es immer wieder ungebetene Zuschauer.

„Fehlende Perspektiven“

Mit Katharina Groh hat der Verein kürzlich nach langer Zeit wieder eine Synchronschwimmerin hervorgebracht, die es in die Nationalmannschaft geschafft hat. Im Einzel schwimmt sie noch für die Indestädter, im Mannschaftswettbewerb schwimmt sie inzwischen für Bochum. „Fehlende Perspektiven“, nennt Udo Martinett als Grund. Es ist gar nicht lange her, da war Eschweiler Landesstützpunkt für Synchronschwimmen. Es gab einige Gründe, warum das nicht mehr der Fall ist. Einer war, dass es keine geeigneten Gymnastikmöglichkeiten gibt.

Was genau ist geplant? Die Schwimmer planen besagtes Trainings-/Leistungszentrum unterhalb der Turnhalle an der Jahnstraße. Mit im Boot sind die DLRG-Ortsgruppen Eschweiler und Weisweiler sowie der Tauchclub. Diese benötigen nicht viel Platz. Mit den rund 500 Mitgliedern (davon mehr als 320 aktive) der Wasserfreunde Delphin Eschweiler und den übrigen Vereinen profitiert dann jedoch eine stattliche Anzahl an Vereinsmitgliedern vom geplanten Trainingszentrum, das auch als Geschäftsstelle dienen soll. Die Vorstandsmitglieder haben derzeit sämtliche Akten zu Hause. Ein kleines Büro soll also integriert werden. Die Geschäftsstelle hätte weitere Vorteile.

Ein Beispiel: Die Schwimmer nehmen jedes Jahr am Rosenmontagszug teil. Dafür muss gebastelt werden. Die Schwimmer müssen das derzeit auf dem Fußboden in der Halle erledigen. Sachen mal für einen Tag liegen lassen? Nicht möglich!

Die Kosten für das geplante Leistungszentrum beziffert der Verein auf rund 200.000 Euro. Wie bei anderen Vereinen auch, könne man jedoch auch einige Aufgaben in Eigenleistung erledigen.

Der Verein legt Wert darauf, dass es sich bei dem Projekt ausdrücklich nicht um ein Vereinsheim handele.

Positiv ins Jahr 2015

Etwas hat sich inzwischen getan: Die Leitungen für Strom und Wasser werden vom neugebauten Containerkindergarten neben der Turnhalle genutzt. Dennoch hoffen die Wasserfreunde Delphin Eschweiler auf die Unterstützung der Stadt und blicken positiv auf das kommende Jahr. Wieder einmal.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert