Schuppenflechte: Eine Qual, unter der zwei Prozent leiden

Von: ran
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Unangenehm und manchmal eine Qual: Schuppenflechte. Zwei Prozent der Menschen in Deutschland leiden darunter. Eschweiler Experten klärten nun in einer Infoveranstaltung auf. Foto: Stock/McPHOTO
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Der Eschweiler Dermatologe Dr. Henning Lichtenstein referierte im Talbahnhof zum Thema „Schuppenflechte“. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Etwa 1,6 Millionen Menschen, also rund zwei Prozent der Bürger, leiden in Deutschland unter der Schuppenflechte (Psoriasis). Eine Krankheit, die die Lebensqualität mitunter massiv beeinträchtigt. Doch obwohl die Schuppenflechte nach wie vor nicht heilbar ist, gibt es Therapieformen, die das Leben mit ihr erträglich(er) machen.

Während einer Informationsveranstaltung im Talbahnhof, zu der der Dermatologe Dr. Henning Lichtenstein sowie die Verantwortlichen der Faust-Apotheke in Kooperation mit dem Biopharma-Unternehmen AbbVie eingeladen hatten, gab es für die Gäste nun wertvolle Ratschläge zum „Leben mit Schuppenflechte“.

Unter der Moderation von Ute Diehl klärten Dr. Henning Lichtenstein und der Apotheker Joost Ney während des „Psoriasis-Gesprächs“ über zahlreiche Aspekte der Erkrankung auf. „Wir möchten ihnen helfen, die Psoriasis zu verstehen“, eröffnete Dr. Henning Lichtenstein seinen Vortrag. Klar müsse sein, dass die Erkrankung jedes Patienten individuell zu betrachten sei. „Jede Schuppenflechte verläuft anders! Manchmal sind nur die Fingernägel oder die Kopfhaut betroffen, manchmal jedoch die gesamte Körperfläche“, erläuterte der Mediziner.

Psoriasis werde heutzutage nicht mehr als reine Haut-, sondern als Systemkrankheit aufgefasst, bei der eine Entzündung im Inneren des Körpers vorliege, die allerdings nur bei Extremfällen im Blutbild erkennbar sei. „Und da die Krankheit von innen kommt, hat es medizinisch einen großen Wandel gegeben. Der Dermatologe ist nicht mehr nur der Salbenverordner“, so Dr. Henning Lichtenstein. Der entzündliche Prozess im Körperinneren führe zu einer gesteigerten Reizung der Haut, die sich bei Schuppenflechten-Patienten nicht innerhalb von vier Wochen, sondern rasant schneller erneuere, wobei die neue Haut schuppig abfalle.

„Schuppenflechte ist aber behandelbar. Da es sich jedoch um eine chronische Erkrankung handelt, ist eine Dauertherapie unumgänglich“, ließ der Dermatologe wissen. Inzwischen gebe es vier bis fünf Optionen effektiver Behandlungsmethoden, die oft aus einer Kombination aus Bestrahlungen, Medikamenten und Salben bestünden. Problematisch sei jedoch häufig die Diagnose. „Nicht selten vermutet der Hausarzt eine Pilzerkrankung. Eine solche ist medikamentös sehr gut behandelbar. Tritt bei einer Pilzdiagnose also nach zwei bis drei Wochen keine Besserung ein, sollte der Patient an der Diagnose zweifeln“, so der Ratschlag von Dr. Henning Lichtenstein in Richtung seiner Zuhörer.

Die Tatsache, dass die Schuppenflechte inzwischen im Zusammenhang mit rheumatischer Arthritis, Diabetes und Bluthochdruck gesehen werde und auch als möglicher Auslöser für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelte, stelle eine Herausforderung für Dermatologen dar. „Obwohl sich die Situation gebessert hat, wird immer noch mindestens die Hälfte der Schuppenflechte-Patienten in Deutschland nicht adäquat therapiert“, betonte der Facharzt.

Apotheker Joost Ney äußerte sich zunächst zur Hautpflege. „Eine kurze Dusche ist dem langen, ausgedehnten Baden vorzuziehen“, machte der zweite Referent des Abends deutlich. Wobei das Wasser warm, aber nicht heiß sein sollte. Ebenso empfahl er einen sparsamen Umgang mit Reinigungsmitteln sowie das ausgiebige Eincremen der Haut. „In Sachen Ernährung muss eingestanden werden, dass es keine Schuppenflechten-Diät gibt. Eine ausgewogene und vor allem abwechslungsreiche Ernährung ist empfehlenswert. Übergewicht ist zu vermeiden“, so Joost Ney, der seinen Zuhörern autogenes Training sowie Yoga zum Stressabbau ans Herz legte.

„Wichtig ist, das Selbstwertgefühl nicht aus den Augen zu verlieren.“ Sport verbessere zum Beispiel die Körperwahrnehmung. „Die aktive Auseinandersetzung mit der Krankheit sowie die Kontaktaufnahme zu anderen Betroffenen sollte im Idealfall zum Zurückerlangen einer möglichst hohen Lebensqualität führen“, erklärte der Apotheker zum Ende seiner Ausführungen, denen sich eine offene und angeregte Fragerunde anschloss.

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