Schulleitung Don-Bosco nimmt Spritze die Spitze

Von: Rudolf Müller
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Don-Bosco-Rektorin weist Elternvorwürfe zurück. Die Stadt sei schon seit fünf Jahren immer wieder auf Sicherheitsprobleme hingewiesen worden. Foto: Rudolf Müller
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Schulleiterin Ursula Norbisrath (Mitte) mit den Pflegschaftsvorsitzenden Claudia Kaever (links) und Regina Kuper vor dem weit überdachten, kaum einsehbaren Schuleingang: Ein einladender Ort für illegale „Partys“.

Eschweiler. Die Nachricht schlug nicht nur an der Don-Bosco-Grundschule hohe Wellen: Ein siebenjähriger Schüler habe eine Mitschülerin mit der Nadel einer Spritze in den Kopf gestochen, die er zuvor auf dem Schulgelände gefunden habe.

So hatten es uns die Mütter des betroffenen Mädchens und des Jungen gleichlautend mitgeteilt. Und: Es sei nicht das erste Mal, dass an der Schule Spritzen gefunden worden seien.

Am Mittwoch gab Schulleiterin Ursula Norbisrath „Entwarnung“: Wie weitere Gespräche und Nachforschungen ergeben hätten, habe die gefundene Spritze gar keine Nadel gehabt, der Junge habe lediglich mit dem Plastikteil herumgespielt. Und dass sie, die Schulleiterin, gesagt habe, dies sei nun schon der vierte Fund einer Spritze auf dem Schulareal, sei frei erfunden: Sie wisse nur von insgesamt zwei Vorfällen in den vergangenen Jahren, wobei in einem Fall eine Mutter zu Hause eine Spritze im Schulranzen eines Jungen gefunden habe, deren Herkunft nicht zu klären gewesen sei.

Umfassend reagiert

Ursula Norbisrath weist auch Vorwürfe, die Sache auf die leichte Schulter genommen zu haben, weit von sich, und bekommt dabei Unterstützung von den Schulpflegschaftsvorsitzenden Claudia Kaever und Regina Kuper. Sofort nach dem Vorfall habe sie die Mutter des Mädchens angerufen und ihr nahegelegt, mit dem Kind zum Arzt zu gehen. Zuvor habe sie selbst – vergebens – nach Verletzungen gesucht. Später habe sie die Mutter erneut angerufen, um sich nach dem Befinden der Siebenjährigen zu erkunden.

In der Zwischenzeit habe die Schulsozialarbeitern den Jungen befragt und nach möglichen Verletzungen untersucht. Mit dem Vater des Jungen habe sie ein längeres persönliches Gespräch geführt, bei dem die einvernehmliche Verhängung einer „Erziehungsmaßnahme“ in Form von Schulhofaufräumen eher nebensächlich gewesen sei. Im Anschluss habe sie eine warnende Durchsagen an alle Klassen gerichtet und die Lehrer angewiesen, die Gefahren solcher Fundgegenstände im Unterricht zu besprechen, was auch geschehen sei. Zudem habe sie den Vorfall per E-Mail dem Schulamt mitgeteilt.

„Den Eltern soll klar sein, dass ich mich sofort um solche Dinge kümmere“, betont die Schulleiterin, die das auch in einem Mittwoch und Donnerstag verteilten Schreiben an die Erziehungsberechtigten aller ihrer Schüler klarstellt. Es sei das erste Mal gewesen, dass eine Spritze auf dem Schulhof gefunden worden sei. Dabei handele es sich um eine unbenutzte Thrombose-Spritze ohne Nadel, die der Hausmeister („Harald Schier ist da sehr gewissenhaft und aufmerksam“) umgehend entsorgt habe. „Natürlich haben die Lehrerinnen und ich als Schulleiterin eine Sorgfaltspflicht gegenüber Ihrem Kind und allen Kindern unserer Schule und nehmen diese sehr gewissenhaft war“, betont Norbisrath.

Hohe Zäune gefordert

Die Zusammenarbeit mit Petra Seeger und Michael Effenberg vom Schulamt bezeichnet Ursula Norbisrath als „richtig gut“. Erst am Dienstag seien Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Eschweiler auf dem Schulgelände gewesen, um lose Pflastersteine und andere Gefahrenquellen zu registrieren, damit alle Schäden in den Osterferien repariert werden können. Dennoch: Auf so manchem Ohr scheint die Stadt auch taub zu sein. „Schon 2009 habe ich in einem ersten Brief an die Stadt auf die Sicherheitsprobleme hier an der Schule aufmerksam gemacht und eine höhere Umzäunung vorgeschlagen“, berichtet die Schulleiterin.

Weitere solcher Schreiben folgten. Passiert ist nichts. Die niedrigen, leicht überkletterbaren Zäune müssten durch hohe ersetzt werden; die Tore müssten abends verschließbar (aber von der Feuerwehr im Notfall zu öffnen) sein. Wer dann dennoch aufs Gelände vordringt, kann belangt werden: mindestens wegen Hausfriedensbruch. Die Idee, rund um, das Schulgebäude Kameras zu installieren, scheiterte bislang an rechtlichen Bedenken.

„Wir werden in Zukunft dafür Sorge tragen, dass derart gefährlicher Müll nicht mehr in Kinderhände gelangt“, versprechen Norbisrath, Kaever und Kuper in ihrem Rundschreiben. „Hier wird jedoch auch der Schulträger für Abhilfe bei der Sicherung der Schulhofanlage sorgen. Die Kontrollen durch Polizei und/oder Ordnungsamt werden verstärkt werden.“

Ursula Norbisrath setzt auch auf Verständnis und Kooperation der Eltern: „Wir haben hier sehr tolle Eltern, deutsche wie ausländische, die sich sehr einbringen!“

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