Eschweiler - Schulleiter der KGS Bohl nimmt Abschied von seinen Schützlingen

Schulleiter der KGS Bohl nimmt Abschied von seinen Schützlingen

Von: Andreas Röchter
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Eine Schultüte, die ein Herz mit 180 Wünschen der Schüler für ihn enthielt, erhielt Ewald Leclaire bei seinem Abschied. Foto: Andreas Röchter
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Melodisch: Die Flöten AG eröffnete die Verabschiedungsfeier mit dem Lied „Tomatensalat“, das an der KGS Bohl eine besondere Bedeutung hat.

Eschweiler. Er war das Gesicht der Katholischen Grundschule Bohl. Ein Vierteljahrhundert lang stand er als Schulleiter wie ein Kapitän auf der Brücke und lotste „sein“ Schiff durch so manchen schweren Sturm. Am 31. Juli endet nun die insgesamt 38-jährige Dienstzeit von Ewald Leclaire, die an der Hauptschule Stadtmitte ihren Anfang fand.

Im Rahmen einer heiteren, mitreißenden und bewegenden Feierstunde nahm die gesamte Schulgemeinschaft der KGS Bohl am gestrigen Donnerstag Abschied von „ihrem“ Schulleiter.

Barbara Kremer, die ab dem kommenden Schuljahr die Nachfolge von Ewald Leclaire als kommissarische Schulleiterin antreten wird, begrüßte zunächst die zahlreichen Gäste der vor allem musikalisch geprägten Verabschiedungsfeier in der Sporthalle der KGS Bohl. Nach dem „Flötenspiel“ der Flöten AG, die mit dem Lied „Tomatensalat“ die Feier eröffnete, war es an Schulrat Gerd Funk, auf den beruflichen Werdegang Ewald Leclaires zurückzublicken: „Nach ihrer Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule stand im Jahr 1974 der Dienstbeginn an der Hauptschule Stadtmitte auf dem Programm. Dort wurde ihr Talent schnell erkannt, denn schon 1983 wurden sie für außerschulische Aufgaben, etwa als Fachleiter oder Lehrerausbilder, vorgeschlagen“, so Gerd Funk.

Ende 1987 sei dann die erfolgreiche Bewerbung für das Amt des Schulleiters an der KGS Bohl erfolgt, das Ewald Leclaire schließlich 1988 angetreten habe. „In einer sich stark verändernden Schullandschaft einer solchen Aufgabe 25 Jahre lang gerecht zu werden, ist alles andere als leicht“, lobte der Schulrat. „Im Einsatz für seine Schule wusste Ewald Leclaire stets, was er wollte und wofür er sich einsetzte. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit standen immer die Schüler, deren Ansprechpartner sie waren, genau wie für die Lehrer und Eltern.“

Engagierter Pädagoge

Schulamtsleiterin Petra Seeger unterstrich, „Ewald Leclaire als einen zielstrebigen und engagierten Pädagogen“ erlebt zu haben, der aber den Realismus niemals aus den Augen verloren habe. „Es ist nicht zuletzt sein Verdienst, dass die Katholische Grundschule Bohl in Sachen Anmeldungen immer weit über den Prognosen liegt und über eine stabile Zweizügigkeit verfügt“, machte Petra Seeger deutlich.

Bürgermeister Rudi Bertram hob die lange gemeinsame Wegstrecke hervor. „Trotz aller Schwierigkeiten, es gab Zeiten, in denen der Schulstandort Bohl in Frage gestellt wurde, herrschte zwischen uns immer ein fairer, menschlicher Umgang, bei dem immer die Kinder im Mittelpunkt standen“, so der Verwaltungschef.

Als Leiter der Eschweiler Schulkonferenz und Freund von Ewald Leclaire trat Gerd Schnitzler ans Mikrofon: „Als ich 1979 als neuer Lehrer an der Hauptschule Stadtmitte die Türe öffnete, saß Ewald Leclaire mit dunklem Vollbart bereits da“, brachte er seine Zuhörer zum Schmunzeln. „Nach neun intensiven Jahren sind wir dann beide gleichzeitig als Schulleiter an Grundschulen gegangen. Du nach Bohl, ich nach Kinzweiler. Und nach 34 Jahren lässt du mich nun hängen“, merkte Gerd Schnitzler augenzwinkernd an, bevor er den Dank und ein „ganz dickes“ Lob aller Verantwortlichen der 21 Eschweiler Schulen überbrachte. Den Blick nach vorne gerichtet, sei es schade, dass immer weniger Menschen bereit seien, Schulleiter an einer Grundschule zu werden. „Dies wird Gründe haben. Und ob die von der Landesregierung veranschlagte doppelte Nullrunde eine geeignete Gegenmaßnahme darstellt, sei dahingestellt“, merkte Gerd Schnitzler kritisch an.

Dann wandte sich Ewald Leclaire selbst an seine Gäste und Schüler. „Ich war und bin ein Glückspilz, weil ich 25 Jahre lang etwas tun durfte, was ich sehr gerne getan habe“, betonte er. Ein besonderer Glücksfall sei, neben seiner Frau natürlich, sein ehemaliger Schulleiter an der Hauptschule Stadtmitte, Simon Stump, gewesen, der der Feier beiwohnte. „Alles, was ich hier versucht habe, umzusetzen, habe ich von dir gelernt“, machte er seinem ehemaligen Chef ein großes Kompliment. „Hier in Bohl habe ich mich immer getragen gefühlt. Ich wünsche dem Lehrerkollegium in Zukunft eine glückliche Hand und den Schülern Lehrer, die in euch vor allem den Menschen suchen.“

Nach zahlreichen Gesangs und Tanzeinlagen der Schüler durfte dann natürlich auch eine musikalische Einlage von Ewald Leclaire nicht fehlen. Der scheidende Schulleiter setzte sich ans Klavier und die Schüler stimmten lautstark „Mathilda, die Schnecke“ an, bevor auf dem Schulhof 180 Luftballons gen Himmel geschickt wurden.

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