Eschweiler - Schul-App „Städti“ wagt sich an das Pilotprojekt

Schul-App „Städti“ wagt sich an das Pilotprojekt

Von: Laura Laermann
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Mit der Schul-App sehen Schüler, Lehrer und Eltern bald alle Termine ihrer Schule auf einen Blick. Wählt man einen Termin auf seinem Smartphone an, werden die wichtigsten Infos, wie Datum, Uhrzeit oder Raum angezeigt. Foto: Laura Laermann
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Lehrer Paul Breuer, die Entwickler Stefan Strebel und Torsten Hinze sowie Petra Seeger von der Stadt, Alexander Kürsten und Schulleiter Winfried Grunewald (v.l.) planten gemeinsam das Pilotprojekt am Städtischen Gymnasium.

Eschweiler. Fünf Minuten zu spät - Mist! Hat man endlich alle Treppen bewältigt und steht völlig außer Atem im Klassenraum, kommt es schon mal vor, dass man ins Leere blickt. Wo sind denn alle? Vielleicht wurde der Unterricht in einen anderen Raum verlegt oder ist sogar eine Stunde ausgefallen?

Papierloser werden, das war die Idee hinter der neuen App. Wie kann man sich also von all den herumfliegenden Zetteln trennen und dabei sogar noch effektiver sein? Zu diesem Problem hatte Winfried Grunewald, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums, eine zeitgemäße Lösung im Visier: Eine App, die viele Funktionen bündelt, indem man Vertretungspläne, Klausurtermine, Unterrichtsausfälle, Raumwechsel und AG-Termine für jeden auf einen Blick sichtbar macht.

Kein Problem für das Team der Positiv-Multimedia GmbH. In Zusammenarbeit mit dem Städtischen Gymnasium und der Stadt startete die Internet-Agentur das Pilotprojekt „Schul-App“.

Öffnet man die Anwendung, hat man erst einmal die Wahl, allgemeine Informationen zur Schule abzurufen oder sich in das System einzuloggen. Ist man angemeldet, werden alle allgemeinen Termine der Schule angezeigt, wie beispielsweise Theateraufführen, Schulferien oder ein Weihnachtsgottesdienst. Scrollt man weiter herunter, kann man Kategorien, wie „Klausurtermine“ oder „Vertretungspläne“ auswählen und erhält nützliche Informationen wie Datum, Uhrzeit oder Raum.

Damit man aber nicht die Termine aller Stufen überblicken muss, bekommt man eine personalisierte Ansicht. Diese wird sichergestellt, indem Schüler, Lehrer und Eltern den verschiedenen Stufen vorher zugeordnet werden. So wird es für Schüler einen Sammel-Account, beispielsweise für alle Siebtklässler geben.

Lehrer, die in verschiedenen Stufen unterrichten, können mehrfach, auch den Verwaltungs-Funktionen, zugeteilt werden. Auf diese Weise können sie alle für sie relevanten Termine einsehen und selber eintragen. Auch Eltern- accounts mit Kindern aus mehreren Jahrgängen lassen sich vielfach zuordnen. „Ziel ist es, allen Beteiligten eine hohe Transparenz des Schullebens, zu bieten“, erklärt Schulleiter Winfried Grunewald.

Damit keine Daten-Überflutung für den Nutzer entsteht, plant das Team der Positiv-Multimedia-GmbH ein „Favoriten-Feature“ einzubauen: „Der User könnte zum Beispiel mit einem Stern einen besonders wichtigen Termin favorisieren, der dann auf der Startseite der App erscheint“, erklärt Geschäftsführer Alexander Kürsten. Unterrichts-Ausfall auf den ersten Blick wäre sicher nicht das schlechteste, was sich Schüler vorstellen können.

Eine andere Idee hat Lehrer Paul Breuer: „Man könnte allgemeine Termine und Stufentermine mit farblichen Markierungen unterscheiden.“ Die Möglichkeiten sind vielfältig und zukünftig soll die App noch mit anderen Funktionen erweitert werden. Bislang liegt der Fokus auf der Umsetzung des mobilen Termin-Kalenders. „Erst einmal müssen wir eine gut funktionierende Basis schaffen“, erklärt Entwickler Stefan Strebel. „Wenn alles läuft, kann man die Anwendung flexibel erweitern, ohne großen Aufwand.“

Fortgeschrittene Ideen müssen also erstmal warten, haben aber eine Chance: „Statt beim Start der App die Schule manuell auszuwählen, könnte mittels GPS-Signal der Standort automatisch erkannt werden“, schlägt Winfried Grunewald mit einem zwinkerndem Auge vor. „Ein innovativer Schulleiter“, folgt darauf von Kürsten. Für ihn und sein Team ist es die erste Smartphone-App, die sie entwickeln und auch das erste Schulprojekt.

Ziel des Pilotprojekts ist, dass die Idee der „Schul-App“ auch Anklang bei den anderen Schulen Eschweilers finden. „Die Resonanz war bisher eher zurückhaltend“, weiß Petra Seeger vom Amt für Schulen, Sport und Kultur. „Denn Voraussetzung für eine funktionierende App ist die regelmäßige Eingabe der Lehrer und die bedeutet für manch einen mehr Aufwand.“

Das Eintragen der Termine ist zwar auf einer benutzerfreundlichen Oberfläche möglich, dennoch setzt es gewisse PC-Kenntnisse voraus. Auch kritisieren Schulen, dass Kommunikation in der Schule durch eine App immer mehr digitalisiert werde. Eine Schule, die für ein Handy-Verbot plädiert, müsse mit einer App von ihren Prinzipien abrücken.

Entwickler Stefan Strebel hält nichts von einem Verbot. „Damit bewirkt man nur das Gegenteil. Nach sechs Stunden ohne Smartphone verwenden die Schüler ihre Freizeit darauf, alles, was sie „verpasst“ haben, aufzuholen. Stattdessen sollten sie von Anfang an einen geregelten Umgang lernen.“

Die Schul-App beweist, dass Smartphones und Apps auch sehr sinnvoll sein können. Nicht nur Organisatorisches wird einfacher zu überblicken sein, sondern auch freizeitliche Aktivitäten. Neue Kommunikationswege können also auch ein offeneres Schulleben bedeuten. Für eine sinngemäße Nutzung müssen aber vor allem die Lehrer auf das System geschult werden.

Das aktuelle Grundgerüst der App ist laut des Positiv-Multimedia Teams perfekt zum Einsteigen. Erst nach und nach sollen Funktionen hinzugefügt werden, aber stets nutzerfreundlich gestaltet sein. „Eine App muss für den Nutzer intuitiv und einfach zu bedienen sein. Aber auch die technischen Anforderungen spielen eine große Rolle“, weiß Torsten Hinze, Abteilungsleiter Programmierung. So muss bei der Entwicklung beachtet werden, dass die Daten für die App optimiert werden, also wenig Datenverkehr und -volumen entsteht.

Das wiederum führt zu kurzen Ladezeiten, die im mobilen, nicht immer konstanten Netz notwenig sind. Auch ist entscheidend, für welches System die App entwickelt wird. Bislang arbeiten die Experten mit IOS, doch werden sie die Anwendung auch für Android kompatibel machen. Beim Städtischen Gymnasium kommt eine weitere Besonderheit hinzu: Die Webseite wurde vollständig überarbeitet und ist nun über die gleiche Schnittstelle wie die App verbunden.

Dies ist nicht zwingend notwenig, liefert aber Vorteile. Personen, die kein Smartphone besitzen, können über einen Computer auf die selben Daten zugreifen. Auch lassen sich Termine gleichermaßen vom PC aus eintragen und einsehen. Das ist deutlich übersichtlicher und sehr hilfreich beim Anhängen von Dateien, die nur auf dem PC gespeichert sind.

Einen Nachteil stellen die hohen Kosten dar. Die Summe für den Umbau der Webseite in Höhe von 9000 Euro wurde vom Förderverein des Städtischen Gymnasiums übernommen. Ein Betrag, den nicht jede Schule aufbringen kann, für die Nutzung der App auch nicht unbedingt nötig ist. Diese kostet zwischen 10.000 und 11.000 Euro, die von der Stadt finanziert werden. Andere Schulen in das System einzubinden, würde kaum Mehraufwand und -kosten verursachen.

Letztlich wird das Pilotprojekt am Städtischen Gymnasium zeigen, was die „Schul-App Eschweiler“ taugt. Ob Schüler wirklich nicht mehr zu spät kommen, weil sie den Raum verfehlen, ist nicht garantiert. Doch was fest steht: Jeder hat zukünftig einen Plan, was in seiner Schule überhaupt passiert.

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