Eschweiler-Ost - Schützen aus Ost bangen um ihre Heimat

Schützen aus Ost bangen um ihre Heimat

Von: Tobias Röber
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Was wird aus den St.-Longinus-Schützen Eschweiler-Ost? Ernst Bartels macht sich Sorgen, dass der Verein bald seine Heimat räumen muss. Foto: Tobias Röber

Eschweiler-Ost. Ernst Bartels geht in diesen Tagen stets mit Sorgenfalten in „sein“ Schützenheim an der Sternheimstraße. Der 74-Jährige ist 1. Brudermeister der St.-Longinus-Schützen und blickt mit Sorge auf die Kirche in unmittelbarer Nachbarschaft.

Das Heim der Schützen steht nämlich auf dem Gelände, das auch der Kirche gehört und die wird – sofern nichts völlig Unvorhergesehenes geschieht – wohl nicht mehr lange als solche existieren. „Und was wird dann aus uns?“, fragt er. Er und seine Mitstreiter machen sich Sorgen, dass sie ihre Heimat verlieren. Rund 60 Mitglieder haben die Schützen derzeit. Zweimal pro Woche wird auf dem eigenen Schießstand geschossen und auch sonst wird das Heim genutzt. Donnerstags zum Beispiel ab dem frühen Nachmittag von einer Skatrunde.

Nutzung seit Anfang der 70er

Das Schützenheim samt Schießstand liegt auf dem Gelände der Kirche. Das Haus und alles, was sich darin befindet, haben die Schützen bezahlt und gebaut. Seit Anfang der 70er Jahre nutzen die St.-Longinus-Schützen das Gelände. Erst wurde das Heim gebaut, später kam der Schießstand hinzu. Damals wurde ein Vertrag zwischen der katholischen Kirchengemeinde Herz-Jesu und der St.-Longinus-Schützenbruderschaft geschlossen. Darin steht unter anderem: „Die Katholische Kirchengemeinde Herz-Jesu, Eschweiler, gestattet der St.-Longinus-Schützenbruderschaft Eschweiler-Ost, auf dem Kirchengrundstück ein Schützenheim zu erstellen. Eine Anerkennungsgebühr von 1 DM ist zu zahlen.“

Am 21. Januar 1970 wurde dieser Vertrag unterzeichnet. Im Rahmen des Kirchlichen Immobilienmanagements (KIM) wurde beschlossen, dass die Kirchen Herz-Jesu und St. Michael sowie das Röher Pfarrheim künftig keine Bistumszuschüsse mehr erhalten (siehe Infobox). Eine Umwidmung der Gotteshäuser ist wahrscheinlich. Vier Kirchen gehören zur Gemeinschaft der Gemeinden Eschweiler-Mitte: Analog zu den zu dieser GdG gehörenden Pfarren St. Peter und Paul, Herz-Jesu, St. Michael und St. Antonius Röhe eben diese vier Kirchen.

Für die Schützen in Ost zieht das auf jeden Fall Einschränkungen nach sich. So finden die Prinzen- und Königskrönungen stets in der Kirche statt, und auch die Messer für die Lebenden und Verstorbenen der Schützen im Rahmen des Patronatsfestes wird in der Kirche Herz-Jesu abgehalten. Das Bezirksschützenfest findet im August statt. Dann könnte es die Kirche vielleicht schon nicht mehr geben. Es sind nicht die einzigen Messen, an denen die Schützen unmittelbar beteiligt sind und die künftig wohl wegfallen. „Wir hoffen nicht, dass wir unsere Heimat verlieren“, sagt Ernst Bartels und denkt an seinen Vorgänger im Amt bei den St.-Longinus-Schützen. Willi Scholz habe damals stets gesagt: „Gib ja das ding nie aus der Hand.“ Gemeint hat er das Schützenheim.

Im Juni des vorigen Jahres hatte es geheißen, eine Umnutzung oder gar der Verkauf der Kirchen Herz-Jesu und des Gemeindezentrums St. Michael solle bis spätestens zum 30. Juni 2015 über die Bühne gegangen sein. Über den genauen Zeitpunkt wird in diesen Tagen entschieden.

„Dialog mit den Vereinen“

Diakon Bernhard Habermaier betont, dass es noch keine Entscheidung gebe. Weder, was mit der Kirche geschehe, noch gebe es Pläne für die Vereine, die die Räume nutzen. Also auch nicht für die Schützen. „Wir wollen den Dialog mit den Vereinen suchen“, sagt Bernhard Habermaier. Am 3. März gibt es eine Sitzung, an der die Schützen und Vertreter der Kirche teilnehmen, um über die Zukunft zu beraten.

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